Auswege
Intro:
- The Overview Effect ☛ Overview Institute
- Carl Sagan - Pale Blue Dot (I) ☛ Schwacher blauer Punkt im Kosmos, Video
- Begriffsgeschichten ☛ R. Koselleck
- Das Prinzip Verantwortung ☛ Hans Jonas
- Nested Sustainability ☛ Wiki
- Wind-Solar-Wasser is future ☛ 2000 Watt Gesellschaft.org
- Living Through the Energy Crisis - Preparing for a Low-Energy World ☛ C.Campbell/G.Strouts ( )
- The 11th Hour - Turn Mankind's Darkest Hour Into Its Finest ☛ 11th Hour Action.com ( )
- Schrumpfende Städte ☛ Lampen/Owzar (Hg.)
- Das grosse Schrumpfen ☛ Cordula Tutt
- Schrumpfungen ☛ Hager/Schenkel
- Décroissance ☛ Wiki ( )
- Exit ☛ Meinhard Miegel
- Welcome to Energyville - Human Energy ☛ „This is your city. How will you power it?“, Chevron, willyoujoinus.co
- studio frauenfeld ☛ „Energie in Zeiten des Postpetrolismus“, Hemauer & Keller
- "We're All Connected" ☛ Bill Nye the Science Guy, You Tube
- our choice ☛ Al Gore
- Die 4. Revolution ☛ Carl-A.Fechner/Energy Autonomy ( )
- The Postpetrolistic Internationale ☛ „The making of“, Hemauer & Keller/Portscapes.NL (You Tube: , Flickr: )
- Zivilisationspolitik ☛ M. Ley
Zitate:
I:
- Utopian Quotes ☛ BetterWorld.net
- Courage Quotes ☛ BetterWorld.net
- Community Quotes ☛ BetterWorld.net
- Peace is Patriotic Quotes ☛ BetterWorld.net
- Social Entrepreneur Quotes ☛ BetterWorld.net
II:
I am not an Athenian or a Greek, but a citizen of the world. (Socrates, 469-399 BC, Classical Greek philosopher, quoted by Plutarch)
Humanity must rise above the earth, to the top of the atmosphere and beyond. For only then will we understand the world in which we live. (Socrates)
Nun war ich selbst unterwegs in die lebensfeindliche Leere des Weltraums … Beim ersten Blick aus dem Fenster verschlug es mir die Sprache. Die Sonne strahlte auf uns herab und ließ Spacelab im Laderaum des Shuttle glänzen, daß es eine Lust war. Doch erstmals in meinem Leben sah ich die Sonne aus einem tiefschwarzen Himmel leuchten. Beim ersten Blick zum Horizont der Erde stockte mir der Atem. Nicht daß mich die Krümmung der Horizontlinie überrascht hätte, es war vielmehr die königsblaue Farbe der Atmosphäre, die mich verzauberte. Doch wie dünn war die lebenserhaltende Schicht! … Die Erde lag ausgebreitet unter uns. Ihre Schönheit war hinreißend - keine Sprache kann es beschreiben -, doch wie verletztlich sah sie aus! (Ulf Merbold, dt. Wissenschaftsastronaut, Columbia-Shuttleflug ab 28.11.1983, in: Frank White, Der Overview Effekt - Wie die Erfahrung des Weltraums das menschliche Wahrnehmen, Denken und Handeln verändert. Die erste interdisziplinäre Auswertung von 20 Jahren Weltraumfahrt, S.7-8, 1989)
Nach etwa acht oder neun Tagen sagt man sich: ›Es wäre nun eigentlich nett, wieder nach Hause zu kommen. Irgendwie vermisse ich das Säuseln des Windes in den Bäumen, die Schmetterlinge über den Wiesen und Feldern, das Glucksen und Rauschen der Bäche und Flüsse und den Anblick blühender Blumen‹. (Byron Lichtenberg, Wissenschaftsastronaut, Shuttleflug 1983, in: Frank White, Der Overview Effekt - Wie die Erfahrung des Weltraums das menschliche Wahrnehmen, Denken und Handeln verändert. Die erste interdisziplinäre Auswertung von 20 Jahren Weltraumfahrt, S.36, 1989)
Ich glaube, die Minute, in der ich diesen Augenblick zum ersten Mal genoß, war wirklich einer der denkwürdigsten Augenblicke meines ganzen Lebens. Ich sagte in Arabisch »Oh, mein Gott« oder so etwas wie »Allah ist groß!«. Es läßt sich überhaupt nicht beschreiben … Jetzt schätze ich die Welt mehr, in der wir leben. Zufällig bin ich jemand, der überzeugt ist, daß wir auf dem besten Planeten leben, so daß wir wirklich nicht ins All fliegen und uns nach einem anderen umsehen müssen. Ich meine, Gott hat uns so viel gegeben, wofür wir dankbar sein müssen, und wir vergeuden soviel Zeit, es zu zerstören. Die Botschaft, mit der ich zurückkehrte, ist, daß die materiellen Dinge, die mich interessierten, für mich jetzt weniger wertvoll sind. Ich gehöre zu den Leuten, die gerne in die Welt hinausgehen, allerlei unternehmen, die sich lieber engagieren, als isoliert zu Hause bleiben. (Prinz Sultan Bin Salman al-Saud, Nutzlast-Spezialist, Discovery-Shuttleflug ab 17.6.1985, in: Frank White, Der Overview Effekt - Wie die Erfahrung des Weltraums das menschliche Wahrnehmen, Denken und Handeln verändert. Die erste interdisziplinäre Auswertung von 20 Jahren Weltraumfahrt, S.325, 1989)
Gordon Fullerton sagte auf seinem ersten Flug, er sei erstaunt, wie dünn die Erdatmosphäre ist. Ich sah nur aus dem Fenster und sagte einfach: »Wahrhaftig, die Erdatmosphäre ist tatsächlich dünn«. Vielleicht hätte ich das ohnehin gesagt. Doch war ich vorbelastet. Ich bin Astronom und weiß, daß die Erde nicht unendlich ist. Ich wurde von der Tatsache beeindruckt, daß sie sogar sehr endlich ist … Ich würde gerne die Welt retten, die meines Erachtens ein angenehmer Aufenthaltsort ist. Ich meine, wir befinden uns auf gefährlichen Kurs, wir müssen evolvieren, uns ändern und die Probleme auf andere Weise lösen, als wir es gewohnt sind. Wir müssen uns darauf vorbereiten, weniger insular zu sein. (Loren W. Acton, Nutzlast-Spezialist, Shuttleflug ab 29.7.1985, in: Frank White, Der Overview Effekt - Wie die Erfahrung des Weltraums das menschliche Wahrnehmen, Denken und Handeln verändert. Die erste interdisziplinäre Auswertung von 20 Jahren Weltraumfahrt, S.327, 1989)
Das eine könnte man ganz allgemein als Nostalgie bezeichnen, eine Art Heimweh. Das ist aufgrund der dramatischen Situation leicht zu begreifen … Das andere könnte man eine Art von Gefühl der Brüderlichkeit nennen. Menschen mit religiösem Hintergrund haben das mit religiösen Begriffen bezeichnet, andere mit eher humanitären. Der Grundgedanke jedoch, und das habe ich selbst erlebt, war der, daß man nach unten schaute und sah, wie unglaublich dünn die Erdatmosphäre ist. Man erkannte, daß wir alle gemeinsam ihre Verschmutzung einatmen und gemeinsam untergehen, wenn wir so töricht sind, einen Krieg mit Kernwaffen zu beginnen. Niemand von uns hat ein Rettungsboot, und wir müssen gemeinsam dran glauben. Diese Empfindungen hatte ich da oben … Natürlich hatte ich auf die Erde hinuntergeschaut, doch war ich auf rein professionelle Weise sehr beschäftigt gewesen. Erst am dritten Tag im Orbit hatte ich eine Chance, zehn Minuten vom Flugplan abzuzweigen und wie ein normaler Tourist auf die Erde zu blicken. Als ich es tat, war es ein so bewegendes Erlebnis, daß mir Tränen kamen. Es geschah auf zwei unterschiedlichen Ebenen. Die eine war rein ästhetische Schönheit. Ich male auch und konnte daher abschätzen, wie viele Nuancen allein von Blau in der Atmosphäre vorhanden sind, während sie vom Horizont in die unglaubliche Schwärze des Alls übergeht. (Don L. Lind, Raumlabor-Spezialist, Challenger-Shuttleflug ab 29.4.1985, in: Frank White, Der Overview Effekt - Wie die Erfahrung des Weltraums das menschliche Wahrnehmen, Denken und Handeln verändert. Die erste interdisziplinäre Auswertung von 20 Jahren Weltraumfahrt, S.318-20, 1989)
Diese göttliche Ordnung, diese Schöpfung erkannte ich deutlich als ich auf den wunderschönen Planeten hinunterblickte, der zugleich so verletzlich wirkt. Meine Experimente beschäftigten mich so sehr, daß ich nur in der Zeit aus dem Fenster sehen konnte, in der alle anderen schliefen. Ich sog die Eindrücke förmlich ein, während ich einen Erdumlauf nach dem anderen im Schwebezustand vor dem Fenster hing… Was ich da oben gesehen habe, ließ mich zu der Schlußfolgerung kommen…, daß die Führer der Supermächte die Möglichkeit haben sollten, die Erde aus der Perspektive zu sehen, wie ich sie gesehen habe, vielleicht bei einem Gipfeltreffen im Weltraum irgendwann im nächsten Jahrhundert. Dann würden sie erkennen, daß wir alle durch einen gemeinsamen Nenner an diese Erde gebunden sind. Das würde positive Auswirkungen auf ihre künftigen Entscheidungen über Krieg und Frieden haben. (Bill Nelson, demokratischer Kongreßabgeordneter aus Florida, letzter Shuttleflug vor der Challenger-Katastrophe, Jan.1985, in: Frank White, Der Overview Effekt - Wie die Erfahrung des Weltraums das menschliche Wahrnehmen, Denken und Handeln verändert. Die erste interdisziplinäre Auswertung von 20 Jahren Weltraumfahrt, S.329-30, 1989)
The Earth is so small and so fragile and such a precious little spot in that universe that you can block it out with your thumb, and you realize on that small spot, that little blue and white thing, is everything that means anything to you — all of history and music and poetry and art and death and birth and love, tears, joy, games, all of it on that little spot out there that you can cover with your thumb. And you realize from that perspective that you’ve changed, that there’s something new there, that the relationship is no longer what it was. (Rusty Schweickart, Apollo 9 astronaut, in: Frank White, The Overview Effect - Space Exploration and Human Evolution, pp.36–37, 1998)
You could see the very thin atmosphere. (Ed Gibson, Skylab 4, in: Frank White, The Overview Effect - Space Exploration and Human Evolution, p. 206, 1998)
It’s true there are no country boundaries, but you can see changes because of different approaches to agricultural land. I particularly enjoyed the variety of colors. And as often as we orbited the Earth, we would keep looking out whenever we could. (Susan Still, STS-83 and STS-94, in: Frank White, The Overview Effect - Space Exploration and Human Evolution, p. 280, 1998)
The Overview Effect, while intuitively valid to many, is often marginalized as a philosophical, metaphysical or aesthetic epiphany, not the fundamental perspective-altering experience that both astronauts and scientists suggest that it is … Those social leaders who are deeply concerned with the critical issues of our time, such as the environment, energy, international relations and many more, often see the new space movement as a diversion of attention, resources, and energy from solving those very problems, rather than potentially one of the greatest tools for galvanizing world support and the will for solving them. (The Overview Institute, Declaration of Vision and Principles, 2008)
III:
Die Erfindung des Problems ist wichtiger als die Erfindung der Lösung; in der Frage liegt mehr als in der Antwort. (Walther Rathenau, 1867-1922, deutscher Industrieller, liberaler Politiker und Schriftsteller)
Das Problem zu erkennen ist wichtiger, als die Lösung zu erkennen, denn die genaue Darstellung des Problems führt zur Lösung. (Albert Einstein)
Ein Problem ist halb gelöst, wenn es klar formuliert ist. (Doris Day, geb.1924, US-amerikanische Filmschauspielerin und Sängerin)
IV:
Eine Weltkarte, auf der Utopia nicht verzeichnet ist, lohnt keines Blickes, denn sie läßt das einzige Land aus, an dessen Küste die Menschheit immer landet. (Oscar Wilde, 1854-1900, irischer Schriftsteller)
An idealist is a person who helps other people to be prosperous. (Henry Ford, 1863-1947, US-American industrialist, 1919)
Die Utopie als menschliche Pflicht begreifen … Jede Utopie beginnt mit Fragen. Denn es sind immer die Fragen, die der Gegenwart ihre Selbstverständlichkeit nehmen. (Wolfgang Nešković, Jede Utopie beginnt mit Fragen, Vortrag für die 18. Ringvorlesung des Humanökologischen Zentrums der Branden-burgischen Technischen Universität Cottbus „(Um-)Weltkrisen – Spannungsfeld zwischen Krieg und Frieden?“, Womblog.de, 11.8.2009)
V:
Wenn die Erde jenen großen Bestandteil ihrer Annehmlichkeiten verlieren müsste, den sie jetzt Dingen verdankt, die der unbegrenzte Zuwachs an Vermögen und Bevölkerung ihr entziehen würde, nur zu dem Zweck, eine größere, aber nicht bessere oder glücklichere Bevölkerung unterhalten zu können, so hoffe ich von ganzen Herzen um der Nachwelt willen, dass, lange bevor die Notwendigkeit dazu zwingt, man sich mit einem stationären Zustand zufrieden gibt. (John Stuart Mill, Grundsätze der politischen Ökonomie, 1848)
Ökologischer Imperativ: Handle so, daß die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden. (Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung - Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation, 1979)
We need a new system of values, a system which recognizes the organic unity between humankind and nature and promotes the ethic of global responsibility! (Mikhail Gorbachev, Nobel Peace Price Laureal, President of Green Cross International)
Die Zukunft ist ethisch - oder gar nicht. (Hans Ruh/Thomas Gröbly, Die Zukunft ist ethisch - oder gar nicht - Wege zu einer gelingenden Gesellschaft, 2006)
Menschlichkeit ist nicht erblich. (Marie Balmary)
Moral wird jedoch nicht wie Lesen oder Rechtschreibung gelernt; sie ist keine Technik, die ein Individuum aus individuellen Motiven erwirbt. Die moralische Entwicklung ist in jeder Hinsicht ein sozialer Vorgang. (L.Kohlberg/E.Wassermann/N.Richardson, Die gerechte Schulkooperative, in: G.Portele (Hg.): Sozialisation und Moral, Weinheim, S.126, 1978)
VI:
If we’re going to make a transition to a sustainable society, we have to start looking at the complexity of human life within a living environment and start valuing simple things like human happiness and satisfaction. (Richard Heinberg, Journalist/Educator/Author)
Natürlich ist die Welt kompliziert, aber das ist ja keine Entschuldigung dafür, sehenden Auges die falsche Dinge weiterzumachen. (Harald Welzer, Wirtschaftskrise - Warum keiner mehr durchblickt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7.12.2008)
Zunächst ein Wort zum notwendigen Realismus: Lassen Sie uns in der Krise gemeinsam ein realistisches Bild entwickeln, wo wir stehen. Wir wollen uns nichts vormachen und nichts beschönigen. Die Krise wird tiefer ausfallen und länger dauern als noch vor einiger Zeit gedacht. Die Arbeitslosigkeit wird steigen. Nur aus der ehrlichen Analyse auch der Versäumnisse und Fehlentwicklungen können wir die richtigen Schlussfolgerungen ziehen darüber, was jetzt vordringlich ist … Die aktuelle Krise schärft unser Bewusstsein dafür, wie sehr unsere Länder und Volkswirtschaften weltweit miteinander vernetzt und damit aufeinander angewiesen sind. (Bundespräsident Horst Köhler, Mit kooperativem Geist die Krise bewältigen, 13.3.2009)
Meine Reputation hängt nicht daran, dass ich als Pessimist bezeichnet werde, sondern dass ich richtig liege. Ich will auch der Erste sein, der eine mögliche Erholung erkennt. (Nouriel Roubini, alias „Dr. Doom“, 2.2009)
What’s actually happening? … Would this recovery be just another run at a brick wall? What is the lesson? Why haven’t we learned it? How much time do we have left to learn it? … We love their games … „Collapse“ or „Transition“? (Dmirty Orlov, Definancialisation, Deglobalisation, Relocalisation, The New Emergency Conference, Dublin, 11.6.2009
Ich gebrauche nicht so gern das Wort Hoffnung, weil ich meine, es müsste auch ohne Hoffnung gehen, weil es ja jeden Tag die Möglichkeit gib, etwas Vernünftiges zu tun. Wenn er [der Mensch] immer nur hofft, verschiebt er ja die Sache, er verlegt quasi die Verantwortung auf einen Helfer von außerhalb. (Joseph Beuys)
VII:
Die Kunst ist für unsere Zukunft so notwendig wie das Atmen. Ohne Kunst würde der Mensch das Essentielle des Menschseins verlieren. (Robert Jungk)
Heute dagegen ist die autoritative Stimme in Kunstwerken kaum noch zu hören. Befehlende Autorität kommt auch nicht mehr den niedergelassenen »Religionen« und den Kirchenvätern zu, geschweige denn den Räten der Weisen, falls man den Ausdruck noch ohne Ironie gebrauchen kann. Die einzige Autorität, die heute sagen darf: »Du mußt dein Leben ändern!«, ist die globale Krise, von der seit einer Weile jeder wahrnimmt, daß sie begonnen hat, ihre Apostel zu senden. Sie besitzt Autorität, weil sie sich auf etwas Unvorstellbares beruft, von dem sie der Vorschein ist - die globale Katastrophe. (Peter Sloterdijk, Du mußt dein Lebe ändern - Über Anthropotechnik, S.701, 2009)
VIII:
In einer Zeit weltweiter Lebensmittel-Knappheit, finanzieller Verworrenheit, alter und neuer Formen der Armut, besorgniserregenden Klimawandels, in einer Zeit, in der Gewalt und Elend viele zwingen, auf der Suche nach weniger unsicheren Überlebens-Chancen die eigene Heimat zu verlassen, in einer Zeit ständig bedrohlichen Terrorismus’ und wachsender Ängste angesichts der Unsicherheit der Zukunft ist es dringend notwendig, erneut Perspektiven zu eröffnen, die in der Lage sind, wieder Hoffnung zu vermitteln. Niemand sollte sich aus diesem friedlichen Kampf…zurückziehen. Er – ich wiederhole es – sucht Männer und Frauen, die ihm helfen, seinen Sieg mit seinen eigenen Waffen zu behaupten: mit den Waffen der Gerechtigkeit und der Wahrheit, mit den Waffen der Barmherzigkeit, der Vergebung und der Liebe. (Papst Benedikt XVI., Botschaft und Segen „Urbi et Orbi“, 12.4.2009)
In Zeiten großer Umbrüche und Krisen, die notwendigerweise solche der Verunsicherungen sind, wie wir es im 20. und soeben begonnenen 21.Jahrhundert beobachten, stellt sich die Frage nach der Orientierung an »maßgebenden Menschen« (Karl Jaspers) anders als in Zeiten von Optimismus und fortschrittssicheren Zukunftserwartungen: Sie wird ernsthafter, sie wird existenziell und bleibt nicht beliebig. (P. Kammerer/E. Krippendorf/W.D. Narr, Franz von Assisi - Zeitgenosse für eine andere Politik, 2008)
Nur eine solidarische Welt kann eine gerechte und friedvolle Welt sein. (Richard von Weizsäcker, Verantwortung für sozialen Fortschritt, Gerechtigkeit und Menschenrechte, 1986)
Nur wenn wir teilen, haben wir den Frieden auf der Welt. Den Frieden lernen, das ist nichts weiter als teilen lernen. (Hermann Gmeiner, Für das Gute, SOS-Kinderdorf-Verlag, Innsbruck, 5.2005)
Wirklicher Friede bedeutet auch wirtschaftliche Entwicklung und soziale Gerechtigkeit, bedeutet Schutz der Umwelt, bedeutet Demokratie, Vielfalt und Würde und vieles, vieles mehr. (Kofi Annan, Global Marshall Plan)
Die Verfassung, die wir haben…heißt Demokratie, weil der Staat nicht auf wenige Bürger, sondern auf die Mehrheit ausgerichtet ist. (Thukydides, 460-396 v.Chr., Peloponnesischer Krieg, 2, 37/Perikles)
IX:
Erdöl war die Voraussetzung für immer größere Globalisierung in immer kürzeren Zeiträumen. Und genau das wird an eine Grenze kommen, es wird sich zurückentwickeln. Regionale Kreisläufe werden gestärkt werden und sich stärker formieren müssen. Das ist meine positive Version. (Dr. Werner Zittel, Energy Watch Group)
Der große Dampfer sinkt, die kleinen Rettungsboote werden zu Wasser gelassen.
(Paul Nellen, 7.12.2008, )
Wenn die Titanic absäuft, dann braucht man mindestens Rettungsboote – und die sollte man vorher mal ausprobiert haben. (Bernd Senf, 10.2.2009)
Die Ratte, die das sinkende Schiff verläßt, ist klüger als der Kaptän, der damit untergeht. (Jonathan Swift, 1667-1745)
Wenn ein Problem gerade erst auftaucht, ist das Problem schwierig zu erkennen, aber leicht zu beherrschen. Wenn das Problem aber allen sichtbar ist, dann ist das Problem äußerst schwierig zu lösen. Es gehört zu den Fähigkeiten eines weisen Führers, ein Problem zu erkennen, bevor es offensichtlich ist.
(Niccolò Machiavelli, 1469-1527)
Government is too big and too important to be left to the politicians. (Claire Huchet Bishop, 1899-1993, children’s novelist and librarian)
Widespread intellectual and moral docility may be convenient for leaders in the short term, but it is suicidal for nations in the long term. One of the criteria for national leadership should therefore be a talent for understanding, encouraging, and making constructive use of vigorous criticism. (Carl Sagan, Billions and Billions - 14.The Common Enemy, 1997)
Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. (Immanuel Kant, 1784)
Skeptische Nachforschung ist die Mittel, in der Wissenschaft und in der Religion, durch die tiefe Gedanken von tiefem Unsinn getrennt werden können. (Carl Sagan)
Der Geist der Wahrheit und der Geist der Freiheit - dies sind die Stützen der Gesellschaft. (Henrik Ibsen)
Denkt man an die lange und finstere Geschichte des Menschen, stellt man fest, dass im Namen des Gehorsams stets weit grausigere Verbrechen begangen werden als im Namen der Rebellion. (C.P. Snow, Eihter-Or, 1961)
Wer eine friedliche Revolution verhindert, macht eine gewaltsame Revolution unausweichlich. (John F. Kennedy)
Wir sehen die »Energiekrise« nicht so wie viele andere. Wir glauben, dass den Amerikanern viel zu viele Energiequellen zur Verügung standen, dass es sogar besser ist, über weniger zu verfügen. Ich betrachte das Ganze als eine Krise, die auf den Auswirkungen von zu viel Energie beruht. Bei unserer Großmannssucht, Wegwerfmentalität und nicht erneuerbarer Energie geprägten Vergangenheit frage ich mich, ob wir durch diese Energievergeudung nicht auch unser Selbstwertgefühl, unseren Nachbarschaftssinn und unsere Wertschätzung für Gleichgewicht und Harmonie verloren haben. Ich glaube, die richtige Antwort auf die Energiekrise wäre es, wenn wir uns mit dieser Erbschaft eines »Zu viel und zu schnell« auseinander setzen würden. (Steven C. Wilson, 1981)
Die solare Revolution - lächerlich? Wohl nur, wenn man Revolutionen als politische Haupt- und Staatsaktionen begreift und nicht als die stillere, aber darum nicht minder gewaltige Umwälzung der Produktivkräfte. Mit Kohle, Dampf und Werkzeugmaschinen sprengten die Bürger feudale Macht, eröffneten die Chance der Demokratie. Auch die Energien des nachfossilen Zeitalters müssen von Bürgern befreit werden, damit sie zum Hebel neuerlicher Befreiung werden - und deshalb setzt dieses Buch, wie jede starke Theorie, seine Leser unter existenziellen Druck. (Mathias Greffrath, Eine Revolutionstheorie für das 21. Jahrhundert, Die Zeit, Nr. 52, 2005)
Resilience thinking provides a framework for viewing a social-ecological system as one system operating over many linked scales of time and space. Its focus is in how the system changes and copes with disturbance. Resilience, a system’s capacity to absorb disturbances without a regime shift, is the key to sustainability. (Brian Walker/David Salt, Resilience thinking - Sustaining Ecosystems and People in a Changing World, 2006)
Resilience in social-ecological systems is very strongly connected to the capacity of the people in that system to respond, together and effectively, to change any disturbance. Trust, strong networks, and leadership are all important factors in making sure this can happen … Individually these attributes contribute to what is generally termed „social capital“, but they need to act in concert to effect adaptability. As graphically described in Jared Diamond’s account of the demise of Greenland’s early European settlers, strong social ties on their own can be counterproductive, preventing adaptive change. (Brian Walker/David Salt, Resilience thinking - Sustaining Ecosystems and People in a Changing World, 2006)
We must adopt an enlightened approach to development that results in expanded production, a better life and sound ecological and environmental conditions, and build a resource-conserving and environment-friendly society that coordinates growth rate with the economic structure, quality and efficiency, and harmonizes economic growth with the population, resources and the environment, so that our people will live and work under sound ecological and environmental conditions and our economy and society will develop in a sustainable way … Improve energy, resources, ecological and environmental conservation and enhance China’s capacity for sustainable development. Adhering to the basic state policy of conserving resources and the environment is vital to the immediate interests of the people and the survival and development of the Chinese nation. ((Hu Jintao, Staatspräsident der Volksrepublik China, Report to the Seventeenth National Congress of the Communist Party of China, 15.10.2007, )
Die ökologische Zivilisation ist aufzubauen und eine Industriestruktur, ein Wachstumsmodus und ein Konsummodus, welche Energien und Ressourcen einsparen und die ökologische Umwelt schützen, sind im Wesentlichen herauszubilden. Die Kreislaufwirtschaft soll einen erheblichen Umfang besitzen und der Anteil regenerierbarer Energien merklich erhöht werden. Die Ausstoßmenge der wichtigsten Schadstoffe soll effektiv unter Kontrolle gebracht werden und die Qualität der Ökosysteme und der Umwelt wird bemerkenswert verbessert. Die Auffassung von der ökologischen Zivilisation soll in der ganzen Gesellschaft tief verwurzelt sein. (Hu Jintao, Staatspräsident der Volksrepublik China, Bericht auf dem XVII. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas, 15.10.2007, )
Auf dem Weg von Trinidad nach Santa Maria, einem kleinen Ort an der Küste, nördlich von Havanna, fallen mir, als wir auf der sowjetischen Autobahn unterwegs sind, die Schilder der Energierevolution auf. Ich erfuhr erst im Nachhinein was es genau damit auf sich hat: Die grundlegende Umstellung auf Energiesparlampen, weniger Stromverbrauch und eine ökologischere Energieerzeugung in ganz Cuba durch neue Wind- und Solarkraftwerke. Eine sehr feine Sache, die auf dem Land schon erste Früchte trägt, dort konnte ich nämlich auf vielen Dächern die Montage von Solarzellen beobachten. (Marcel Kunzmann, Sommer, Sonne, Sozialismus? Ein Reisebericht über die Republik Cuba, Indymedia.org, 13.6.2009)
Der Kollaps ist ein Lehrstück. Er mahnt dazu, uns der Begrenztheit natürlicher Ressourcen bewußt zu sein und die Wechselwirkungen von Mensch und Natur in ihrer heiklen Balance zu halten. Die Weltgeschichte des Kollapses unterstreicht die Bedeutung des Nachhaltigkeitsprinzips. (Günther Bachmann, 2006)
Failure is an opportunity. (Tao Ti Ching)
X:
Reden ist einfach, Handeln ist schwer. Handeln ist einfach, wahres Verstehen ist schwer. (Japanisches Sprichwort)
Strebe danach, wie der Fujiyama zu sein. Habe solch einen weiten und festen Grund, sodass das stärkste Erdbeben dich nicht bewegen kann. Sei so groß, dass selbst das größte Unterfangen der gewöhnlichen Menschen aus deiner luftigen Perspektive unbedeutend erscheint. Mit deinem Geist, so hoch wie der Fujiyama, kannst du alles klar erkennen. Und du kannst alle Kräfte sehen, die beim Entstehen der Dinge am Werk sind; nicht nur jener Dinge, die um dich herum geschehen. (Miyamoto Musashi, 1584-1645)
Weisheit ist nicht so sehr das Wissen darum, was schließlich zu tun ist, sondern darum, was zunächst getan werden soll. (Herbert Hoover)
Neun Zehntel der Weisheit bestehen darin, zum richtigen Zeitpunkt weise zu sein. (Theodore Roosevelt)
Er war ein solcher aufmerksamer Grübler, ein Sandkorn sah er immer eher als ein Haus. (Georg Christoph Lichtenberg, 1742-1799, dt. Experimentalphysiker/Mathematiker/Schriftsteller)
Dinge wahrzunehmen ist der Keim der Intelligenz. (Laotse)
Ihr glaubt was ihr in einem Buch nachlesen könnt. Ihr müsst lernen, mit geschlossenen Augen zu sehen. (Indianische Weisheit)
Die Zukunft gehört jenen, die die Möglichkeiten sehen, bevor sie offensichtlich werden. (Rita Trattnigg, frei nach Oscar Wilde)
We make our world significant by the courage of our questions and by the depth of our answers. (Carl Sagan, Cosmos, S.193, 1980)
Kümmere dich nicht um die Zukunft und du wirst die Gegenwart betrauern. (Chinesische Weisheit)
I awake each morning torn between a desire to save the world and a desire to savour the world. This makes it hard to plan my day. (Elwyn Brooks White)
Am Beginn von allem steht eine ethische Entscheidung: Sie trennt jene, die meinen, man müsse weitermachen wie bisher, von denen, die aus dem alten Leben austreten und ein neues schaffen wollen … Der „alte“ Mensch muss verstummen, bevor der neue entstehen kann. (Peter Sloterdijk, in: Eva Karchel, Revolution des Geistes! Peter Sloterdijk über Zukunft, Süddeutsche Zeitung, 3.1.2009)
Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man strebt, nach der man sich sehnt, die man verwirklichen möchte – dann gibt es auch kein Motiv, sich anzustrengen. (Erich Fromm, Psychoanalytiker, 1900-1980)
Aller Anfang ist schwer. (Deutsches Sprichwort)
Sie haben unsere Erwartungen schwer enttäuscht, dass es möglich sei, mit ihnen eine richtige Krisendebatte zu führen. (Peter Sloterdijk, Zeitenwende - Was hält die Gesellschaft noch zusammen?, Philosophisches Quartett, 7.6.2009, , )
Sich zu widersetzen ist am Anfang immer leichter als am Ende. (Leonardo da Vinci)
Auch der erste Schritt gehört zum Wege. (Arthur Schnitzler)
Eine lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt. (Chinesische Weisheit)
Aus kleinem Anfang entspringen alle Dinge. (Cicero)
Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen. (Aristoteles)
Guter Anfang ist halbe Arbeit. (Deutsches Sprichwort)
Wer das erste Knopfloch verfehlt, kommt mit dem Zuknöpfen nicht zurande. (Johann Wolfgang von Goethe)
Alt sein ist ja ein herrliches Ding, wenn man nicht verlernt hat, was anfangen heißt. (Martin Buber, 1878-1965, Begegnung. Autobiographische Fragmente)
Anfangen ist leicht, Beharren ist Kunst. (Deutsches Sprichwort)
Jedes Geschäft muss künstlerisch behandelt werden, wenn es sicher und dauernd und durchaus zweckmäßig gelingen soll. (Novalis)
XI:
It takes a village to raise a child = Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen. (Afrikanische Weisheit)
Kein Mensch ist eine Insel, sich selbst genug. (John Donne, Mediation XVII, 1624)
Und was man ist, das blieb man andern schuldig. (Johann Wolfgang von Goethe, Torquato Tasso, 1790)
Wo kein Du, ist kein Ich. (Ludwig Feuerbach, 1804-1872, dt. Philosoph, Das Wesen des Christentums, 1848)
Alles wirkliche Leben ist Begegnung. (Martin Buber, 1878-1965, Werke I. - Schriften zur Philosophie)
Der Mensch wird am Du zum Ich. (Martin Buber, 1878-1965, Werke I. - Schriften zur Philosophie)
Wenn du schnell gehen willst, geh alleine; wenn du weit gehen willst, geh mit anderen. (Afrikanische Weisheit)
Die Natur hat uns Menschen für das Zusammenleben geschaffen. (Michel de Montaigne)
Es gibt kein Selbstverständnis, das nicht Kultivierung seiner selbst als innere Differenz und Erfahrung des anderen wäre. (Jacques Derrida)
Ich bin in der Welt enthalten, aber die Welt ist auch in mir enthalten. Die soziale Realität existiert sozusagen zweimal…, innerhalb und außerhalb der Akteure. (Pierre Bourdieu in: Bourdieu/Wacquant, Reflexive Anthropologie, S.161, 1996)
Tiere und kleine Kinder sind der Spiegel der Natur. (Epikur, 341-270 v.u.Z., griechischer Philosoph)
Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will. (Albert Schweitzer, , )
Alle Dinge sind miteinander verbunden. (Noah Seattle, 1786-1866, Häuptling der Suquamish und Duwamish, Die Rede des Indianerhäuptlings Seattle, Neuere Version)
Die Erde gehört nicht den Menschen, der Mensch gehört der Erde. (Noah Seattle, 1786-1866, Häuptling der Suquamish und Duwamish, Die Rede des Indianerhäuptlings Seattle, Neuere Version)
Die Erde liebt uns. Sie freut sich, wenn sie uns singen hört. (Weisheit der Blackfoot-Indianer)
XII:
Zivilcourage kann auch heissen, Ängsten Ausdruck zu geben. (Carola Stern)
Sind viele aufrecht und entschieden, dann sind wir das ganze Zeitalter gut oder zumindest wirksam. (Vincent van Gogh)
Hätten nicht die neuen Generationen unaufhörlich gegen die ererbte Tradition revoltiert, würden wir noch heute in Höhlen leben; wenn die Revolte gegen die ererbte Tradition einmal universell würde, werden wir uns wieder in den Höhlen befinden. (Leszek Kolakowski, Der Anspruch auf die selbstverschuldete Unmündigkeit, in: Leonhard Reinisch (Hg.), Vom Sinn der Tradition, 1970)
Die Jugend hat Heimweh nach der Zukunft. (Jean-Paul Sartre)
Für den Menschen gibt es nur eine Wahrheit, das ist die, die aus ihm einen Menschen macht. (Antoine de Saint-Exupéry, 1900-1944, Wind, Sand und Sterne / Terre des Hommes, 1939)
Um eine Kultur zu schaffen, genügt es nicht, mit dem Lineal auf die Finger zu klopfen. (Albert Camus)
Wenn wir uns die neue Welt künstlerisch praktisch aneignen wollen, müssen wir neue Kunstmittel schaffen und die alten umbauen … Experimente ablehnen, heißt, sich mit dem Erreichten begnügen, das heißt zurückbleiben. Die Darstellung des Neuen ist nicht leicht. Es ist eine Frage der Begeisterung für das Neue, der Kenntnis der Dialektik und damit neuer Kunstmittel. (Bertold Brecht)
Wenn die Menschen nur von dem sprächen, was sie verstehen, würde bald ein großes Schweigen auf der Erde herrschen. (Chinesische Weisheit)
Gehe mit Menschen wie mit Holz um: Um eines wurmstichigen Stückchens willen würdest du nie den ganzen Stamm wegwerfen. (Chinesische Weisheit)
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit. (Chinesische Weisheit)
Gelobt sei der Zweifel. Ich rate Euch, begrüßt mir – heiter und mit Achtung – den, der Euer Wort wie einen schlechten Pfennig prüft. (Bertolt Brecht)
Die Sprache ist die Quelle der Missverständnisse. (Antoine de Saint-Exupéry, 1900-1944, Der kleine Prinz, 1943)
Der Weise vergisst die Beleidigungen wie ein Undankbarer die Wohltaten. (Chinesische Weisheit)
Die Zukunft ist die Ausrede derer, die in der Gegenwart nichts tun wollen. (Harold Pinter)
Die Zukunft hat viele Namen. Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare. Für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte. Für die Mutigen ist sie die Chance. (Victor Hugo, französischer Dichter, 1802–1885)
Man kann nicht in die Zukunft schauen, aber man kann den Grund für etwas Zukünftiges legen – denn Zukunft kann man bauen. (Antoine de Saint-Exupéry, 1900–1944, Autor von Der kleine Prinz)
Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen. (Antoine de Saint-Exupéry, 1900-1944, Die Stadt in der Wüste/La citadelle, 1948)
Die Zukunft gehört keinem. (Sprichwort der Ndebele/Afrika)
Für den Triumph des Bösen reicht es aus, wenn die Guten nichts tun. (Edmund Burke, 1729-1797, englischer Philosoph)
Ich will mich selbst leiden können. Das ginge nicht, wenn ich wider besseren Wissens schweigen würde“. (Hermann Scheer, in: Wer die Welt retten will, muss nerven, Chrismon, 1.3.2007)
Daß Du nicht kannst, wird Dir verziehen; doch nimmermehr, daß Du nicht willst. (Henrik Ibsen, 1828-1906, norwegischer Schriftsteller, Brand, 1866)
Im Laufe der Geschichte war es stets die Untätigkeit derer, die hätten handeln können, das Desinteresse derer, die es besser hätten wissen müssen, das Schweigen der Stimme der Gerechtigkeit, wenn es auf sie ankam - was den Triumph des Bösen ermöglicht hat. (Haile Selassie, 1892-1975, letzter Kaiser von Äthiopien)
Zukunft, das ist die Zeit, in der du bereust, dass du das, was du heute tun kannst, nicht getan hast. (Sprichwort aus den USA)
Civilisational foresight: Seeks to understand the aspects of the next civilisation - the one that lies beyond the current impasse, the prevailing hegemony of techno/industrial/capitalist interests. (Richard A. Slaughter, Futures Beyond Dystopia: Creating Social Foresight, 2004)
Wer die Zukunft fürchtet, verdirbt sich die Gegenwart. (Lothar Schmidt)
Zuversicht ist Lust, entsprungen aus der Idee eines zukünftigen oder vergangenen Dinges, bei dem die Ursache des Zweifelns geschwunden ist. (Baruch de Spinoza)
XIII:
Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muß ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen. (Max Frisch)
Wenn es aber einen Wirklichkeitssinn gibt, dann muss es auch etwas geben, das man Möglichkeitssinn nennen kann. So ließe sich der Möglichkeitssinn geradezu als die Fähigkeit definieren, alles was ebenso gut sein könnte, zu denken, und das, was ist, nicht wichtiger zu nehmen als das, was nicht ist. (Robert Musil)
Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen Schatten. (Karl Kraus)
Die großen Flüsse brauchen die kleinen Wässer. (Albert Schweitzer)
Die Ränder sind das Zentrum. (Jacques Derrida)
Die grundlegende Frage ist, wie es von relativ einfachen, gewissermaßen »dummen« Einzelakteuren zu komplexen, eben »intelligentem« Gesamtverhalten kommt … Die Grundidee ist, simple »Agenten«…so miteinander selbständig und gleichzeitig interagieren zu lassen, dass sie sich zu einer komplexen, nicht »programmierbaren« Problemlösung organisieren (Multiagenten-Systeme). Aus dem Schwarm-Verhalten biologischer Akteure wird so die digitale Particle Swarm Optimization, ein kooperatives Selbstorganisations- und Lernverhalten digitaler Akteure. (Eva Horn, Einleitung, in: Horn/Gisi (Hg.), Schwärme - Kollektive ohne Zentrum, S.9, 2009)
In explizit anti-darwinistischem Impuls nimmt Kropotkin das kooperative Sozialverhalten von herdenbildenden Tieren als Beweis für eine Anthropologie, die nicht (wie der Sozialdarwinismus) auf Konkurrenz, sondern auf Kooperation setzt. Tiere sind die besseren Menschen - oder jedenfalls der Beweis dafür, dass der Mensch »von Natur aus« hilfreich und gut ist. (Eva Horn, Einleitung, in: Horn/Gisi (Hg.), Schwärme - Kollektive ohne Zentrum, S.25, 2009)
Sind wir vernetzt, weil wir ein Kollektiv bilden, oder bilden wir dieses Kollektiv, weil wir vernetzt sind? Verbunden mit dieser Frage ist eine andere: Ist es in der »Netzwerkgesellschaft« möglich, dem politischen Körper [body politic] eine neue Form zu geben, ohne auf das Paradigma der neuzeitlichen Souveränität zurückzugreifen? Netzwerke, Schwärme und Multitudes sind Beispiele für Mutationen des politischen Körpers in der Gegenwart. Diese Mutationen sind strukturell innovativ, aber politisch ambivalent … Diese Mutationen des politischen Körpers modellieren jeweils einen bestimmten Aspekt des Politischen: die Netzwerke ein technologisches Modell, die Schwärme ein biologisches und die Multitudes ein politisches … Netzwerke, Schwärme und Multitudes sind Instanzen, in denen die eigentliche Konzeption des politischen Körpers ständig neu verhandelt wird. (Eugene Thacker, Netzwerke - Schwärme - Multitudes, in: Horn/Gisi (Hg.), Schwärme - Kollektive ohne Zentrum, S.27+28, 2009)
Ein jeder kehre vor seiner eigenen Tür, dann wird die ganze Strasse sauber. (Chinesische Weisheit)
You must be the change you wish to see in the world. (Mahatma Gandhi)
Alle Dunkelheit der Welt kann das Licht einer einzigen Kerze nicht auslöschen. (Chinesische Weisheit)
Er lauscht dem aus sich Werdenden, dem Weg des Wesens in der Welt; nicht um von ihm getragen zu werden: um es selber so zu verwirklichen, wie es von ihm, dessen es bedarf, verwirklicht werden will… . (Martin Buber)
Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern. (Afrikanisches Sprichwort)
Es ist nicht die Eigenschaft einer besonderen Art von Lebewesen, es ist der Verweisungsreichtum von Sinn, der es möglich macht, Gesellschaftssysteme zu bilden, durch die Menschen Bewußtsein haben und leben können. (Niklas Luhmann, Soziale Systeme, S.297, 1984)
Demokratie - Unsere Ansichten gehen als Freunde auseinander. (Ernst Jandl)
XIV:
Der Zugang der Allgemeinheit zu Informationen soll durch die Vielfalt der ihr zur Verfügung stehenden Informationsquellen und -mittel gewährleistet werden, um so jedem Einzelnen die Überprüfung der Richtigkeit von Tatsachen sowie die objektive Bewertung von Ereignissen zu ermöglichen. (UNESCO, Art.2 des Medienkatalogs)
Die erste Freiheit der Presse besteht darin, kein Gewerbe zu sein. (Karl Marx)
It is not enough for journalists to see themselves as mere messengers without understanding the hidden agendas of the message and myths that surround it. (John Pilger, geb.1939, australischer Journalist und Dokumentarfilmer, )
Das Verhängnis unserer Kultur ist, daß sie sich materiell viel stärker entwickelt hat als geistig. (Albert Schweitzer)
Fortschritt bedeutet, daß wir immer mehr wissen und immer weniger davon haben. (Josef Meinrad)
Überhaupt hat der Fortschritt an sich, daß er viel größer ausschaut, als er wirklich ist. (Johann Nepomuk Nestroy)
Unsere Wünsche sind wie kleine Kinder: je mehr man ihnen nachgibt, um so anspruchsvoller werden sie. (Chinesische Weisheit)
Man achte darauf, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. (Deutsches Sprichwort)
Rationalitätsbegriffe müßten, wenn sie schon Richtiges bezeichnen sollen, sich nicht auf Teilmomente beziehen wie zum Beispiel: wissenschaftliche Absicherung des verwendeten Wissens, technische Effizienz, formale Rechtsgarantien, Zweck/Mittel-Kalkulation etc. Sie müßten die Kernfrage angehen, wie Systeme - und in unserem Falle: Gesellschaften - eine Differenz von System und Umwelt erhalten können, wenn die relevanten Interdependenzen in der Umwelt und im System immer komplexer werden … dann fragt sich noch, ob ein System, wenn es den Zustand erreicht, in dem seine Funktionssteigerungen untereinander gerade noch kompatibel sind, nicht schon längst den Zustand überschritten hat, den die Umwelt des System toleriert … Die uns interessierende Frage wird nicht gestellt: ob eine Grenze der Steigerbarkeiten und die Folgen ihres Überschreitens im System selbst erkannt und kontrolliert werden können. Es wird wohl vorausgesetzt, daß es eine Natur gibt, die dafür sorgt, »daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen«. Für die Steigerungsprozesse, die die moderne Gesellschaft ausgelöst hat, reichen solche Naturbegrenzungen jedoch nicht aus; angesichts der immens gestiegenen Möglichkeiten muß in der Regel schon vorher gebremst werden, und die Frage ist: wie, wann, wo, durch wen? (Niklas Luhmann, Ideenevolution, S.214-16, 2008)
Angesichts solcher Folgeprobleme der Selbstorganisierung mag es ein Gebot der Rationalität einer komplexen, unübersehbaren Umwelt gegenüber sein, Redundanzen wiedereinzuführen, und zwar jetzt unter hinreichend präzisierten, funktionsspezifischen Gesichtspunkten … Die Selbstkontrolle der Funktionssysteme müßte einerseits auf ihre Funktion und ihre Leistungen für andere Teilsysteme der Gesellschaft achten, sie müßte aber auch beachten, was es für das Verhältnis der gesellschaftlichen Kommunikation insgesamt zu ihrer physisch-organisch-psychischen Umwelt bedeutet, wenn gesellschaftsintern bestimmte Funktionsoptimierungen gesucht oder widerstandslos hingenommen werden. (Niklas Luhmann, Ideenevolution, S.224+230, 2008)
In den Himmel wachsen? (Aus-)Wege aus der Sackgasse fossilen Wirtschaftens. (Kai Horstmann, 2.2007, , , )
Some leading economists are starting to tackle the issue of overconsumption, but the problem and its cures are tough to analyze. Scientists have yet to develop consumption condoms or morning-after-shopping-spree pills. (Paul R. Ehrlich and Anne H. Ehrlich, Too Many People, Too Much Consumption, environment 360, 4.8.2008)
If everyone demanded peace instead of another television set, then there’d be peace. (John Lennon)
Nur wer sich in Genügsamkeit genügt, hat stets genug. (Lao-tse)
Je weniger einer braucht, desto mehr nähert er sich den Göttern, die gar nichts brauchen. (Sokrates)
Wo Mäßigung ein Fehler ist, da ist Gleichgültigkeit ein Verbrechen. (Georg Christoph Lichtenberg)
Heute ist es nicht das Proletariat, durch dessen Bewusstseinswandel die Welt befreit würde, sondern der Konsument. (Daniel Miller, Consumption as the Vanguard of History, 1995)
Und so wurde der Freiheitsdurst abgelöscht mit der Warenflut, die sich über uns ergießt. In der Konsumgesellschaft, die allen Überfluss in Knappheit verwandelt und alles Begehren unersättlich macht, lässt sich Freiheit einzig dadurch zurückgewinnen, dass wir uns daran erinnern, dass genug genug ist: GENUG IST GENUG. (Marianne Gronemeyer, Genug ist genug - Über die Kunst des Aufhörens, S.163, 2008)
Luxus geht hier wesentlich mehr in die Richtung des Vergnügens als in die des Konsums. (Arthur Young)
Der Krise der kapitalistischen Zivilisation stellen wir unsere Konzepte des guten Lebens und des Mehrvölkerstaates entgegen. (Miguel Palacín, auf dem vierten kontinentalen Gipfeltreffen der Indígenas aus ganz Amerika, zit. in: Ohne den Wald sind wir nichts, Neues Deutschland, 8.6.2009)
Eine Politik des Wohlbefindens muss die Politik des Wachstums ablösen. (Wolfgang Sachs, Hauptautor der Studie Zukunftsfähiges Deutschland vom Wuppertal-Institut, zit. in: Dagmar Dehmer, „Wachstum hat religiösen Charakter“, Zeit Online, 15.6.2009)
Mit moderner Technik, mit Industrie und Energiekonsum sind in der heutigen Welt die Probleme so kulminiert, dass wir endlich auf sie reagieren müssen. Es geht um eine ökologische Lebenskunst, die zu Verhaltensänderungen führt, es geht um ein essentielles Interesse jedes Einzelnen, nicht um Bevormundung. (Wilhelm Schmid, Die ökologische Tugend, 22.2.2009)
XV:
Wer angibt, den unsichtbaren Gott zu lieben, aber für seinen sichtbaren Mitmenschen weder Rücksicht noch Liebe aufbringt, ist auf dem falschen Weg. (Kirpal Singh, 1894-1974, ind. spiritueller Meister des Sant Mat, Unity-of-Man-Konferenz, 1974)
Man muß zwischen der Ebene differenzieren, auf der die Dogmatismen und Absolutismen der Weltreligionen aufeinandertreffen, und der Ebenen der erfolgreich-pragmatischen Zusammenarbeit, die sich in der erfahrenen Dichte der Weltreligionen vor Ort längst herausgebildet haben. Jenseits aller Abgrenzungsschlachten und -kriege setzt sich die Praxis des kooperativen Mehrwerts durch. Das heißt: Gruppen können intolerant in Hinblick auf die Theologie des Anderen sein, gleichwohl kreativ zusammenarbeiten, um geteilte Anliegen zu verwirklichen. Die theoligischen Experten und ihre Endlosstreitigkeiten könnten von dieser Empirie lernen. (Ulrich Beck, Der eigene Gott - Friedfertigkeit und Gewaltpotential der Religionen, S.245-246, 2008)
Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in einer Garage steht. (Albert Schweizer)
Es kommt darauf an, die Individualisierung der Religion nicht zu verteufeln, weil mit ihr über Religionsgrenzen hinweg die friedfertige Auflösung der Wahrheitsabsolutismen eingeübt wird. (Ulrich Beck, Der eigene Gott - Friedfertigkeit und Gewaltpotential der Religionen, S.249, 2008)
Ohne Übertreibung kann behauptet werden, dass die Durchsetzung des Menschenrechtsgedankens und damit verbunden die Idee des laizistischen Staates trotz des Widerstandes christlicher Religionen gelungen ist und nicht wegen entsprechender Vorgaben dieser Religionen. Letzteres zu behaupten würde den wirklichen Verlauf der Geschichte auf den Kopf stellen. Die späte Anerkennung von Menschenrechten einschließlich der Religionsfreiheit ist dafür der beste Beleg. (Dieter Senghaas)
Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. (Reinhold Niebuhr, 1892-1971, US-amerikanischer Theologe, Philosoph und Politikwissenschaftler)
Die Zehn Gebote der Bibel, Exodus 20,1-21: 1. Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus … 2. Du sollst neben mir keine anderen Götter haben. Du sollst dir kein Gottesbild machen … 3. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen … 4. Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig! Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun. Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun … 5. Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt … 6. Du sollst nicht morden … 7. Du sollst nicht die Ehe brechen … 8. Du sollst nicht stehlen … 9. Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen … 10. Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgend etwas, das deinem Nächsten gehört. (Wikipedia, Zehn Gebote)
Die Zehn Angebote des evolutionären Humanismus: 1. Diene weder fremden noch heimischen „Göttern“ … 2. Verhalte dich fair gegenüber deinem Nächsten und deinem Fernsten! … 3. Habe keine Angst vor Autoritäten, sondern den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! … 4. Du sollst nicht lügen, betrügen, stehlen, töten – es sei denn, es gibt im Notfall keine anderen Möglichkeiten, die Ideale der Humanität durchzusetzen! … 5. Befreie dich von der Unart des Moralisierens! … 6. Immunisiere dich nicht gegen Kritik! … 7. Sei dir deiner Sache nicht allzu sicher! … 8. Überwinde die Neigung zur Traditionsblindheit, indem du dich gründlich nach allen Seiten hin informierst, bevor du eine Entscheidung triffst! … 9. Genieße dein Leben, denn dir ist höchstwahrscheinlich nur dieses eine gegeben! … 10. Stelle dein Leben in den Dienst einer „größeren Sache“, werde Teil der Tradition derer, die die Welt zu einem besseren, lebenswerteren Ort machen woll(t)en! (Michael Schmidt-Salomon, Manifest des evolutionären Humanismus - Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur, S.156-159, 2005)
XVI:
The opposite of nature is impossible. (Buckminster Fuller, 1895-1983, US-American philosopher, architect, and inventor, Public lecture at Columbia University, Spring, 1965)
Die Renaturierung des Menschen. (Rudolf Engen, Fischgründe, Die Zeit, 16/1995)
Der Imperativ der ökologischen Lebenskunst: „Handle so, dass du die Grundlagen deiner eigenen Existenz nicht ruinierst.“ (Wilhelm Schmid, Ökologische Lebenskunst, 2008)
Ich bin fest davon überzeugt, dass es ohne einen harten Kern an „tiefer Ökologie“ (deep ecology) keine wirkliche ökologische Parteinahme gibt. D.h. also eine Ökologie, die ihrer Lebensklugheit ein stummes Gefühl der Achtsamkeit vor der Natur zugrundelegt, wie sie da vor uns liegt, der Achtung vor dieser Erde, die schon so lange vor uns besteht, vor dieser unermesslichen Verkettung von Lebensformen, deren Nachkommen wir nur neben anderen sind. (Alain Lipietz, Die große Transformation des 21.Jahrhunderts, S.26, 2000)
Unser individuelles Wohlergehen hängt viel stärker als wir vielleicht meinen vom Wohlergehen unserer Mitmenschen und auch unserer Umwelt ab. (Rita Trattnigg, Ein Plädoyer für die Einübung des anderen Blicks, 2009)
Willst du für eine Stunde glücklich sein, so betrinke dich. Willst du für drei Tage glücklich sein, so heirate. Willst du für acht Tage glücklich sein, so schlachte ein Schwein und gib ein Festessen. Willst du aber ein Leben lang glücklich sein, so schaffe dir einen Garten. (Chinesische Weisheit)
Leider erkennen viele Menschen erst im Unglück, dass sie vorher glücklich waren. (Bertrand Russell, 1872-1970, britischer Mathematiker und Philosoph, Eroberung des Glücks. Neue Wege zu einer besseren Lebensgestaltung)
We have no more right to consume happiness without producing it than to consume wealth without producing it. (George Bernard Shaw, 1856-1950, Candida, Act I, 1898)
Das Leben meistert man lächelnd, oder überhaupt nicht. (Chinesische Weisheit)
Hoffnung ist wie der Zucker im Tee: Auch wenn sie klein ist, versüßt sie alles. (Chinesische Weisheit)
Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen. (Albert Camus, Der Mythos von Sisyhos, 1942/dt.'50)
Die wahre Großzügigkeit der Zukunft gegenüber besteht darin, in der Gegenwart alles zu geben. (Albert Camus, 1913-60, frz. Schriftsteller u. Philosoph, Der Mensch in der Revolte, 1951/dt.'53)
Wir alle haben Grund nachdenklich zu werden, umzukehren und nach dem zu fragen, was wirklich trägt und in die Zukunft führt, statt zu resignieren. (Erzbischof R. Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Wir dürfen nicht aufhören, groß vom Menschen zu denken, 12.4.2009)
Sicher sind die Deutschen depressiver, aber das ist ein Teil ihrer Mentalität. Ich bin allerdings der Meinung: Es bringt nichts, depressiv zu sein, wenn das nicht zu Taten führt. (William E. Paterson, Leiter des Instituts für Deutschlandstudien an der Universität Birmingham, in: „Den deutschen Politikern fehlt Kreativität“, Berliner Republik, 5/2005)
Der Mut wächst mit jedem Blick auf die Größe des Unternehmens. (Lucius Annaeus Seneca)
Never doubt that a small group of thoughtful, committed citizens can change the world. Indeed, it is the only thing that ever has. (Margaret Mead)
All things are possible until they are proved impossible — and even the impossible may only be so, as of now. (Pearl S. Buck, 1892-1973, US-amerikanische Schriftstellerin und Literatur-Nobelpreisträgerin, A Bridge for Passing, 1962)
Die Rettung der menschlichen Welt kann einzig und allein vom menschlichen Herzen, vom menschlichen Denkvermögen, von menschlicher Demut und menschlichem Verantwortungsbewußtsein ausgehen. (Václav Havel)
Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die ungleiche Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die ungleiche Verteilung des Elends. (Winston Churchill, 1874-1965)
Im Kapitalismus beutet der Mensch den Menschen aus. Im Kommunismus ist es genau umgekehrt. (John Kenneth Galbraith)
Der Westen hat die Freiheit verspielt und der Osten die Gerechtigkeit. (Friedrich Dürrenmatt)
Moderne Kapitalisten sind freundliche Ausbeuter, moderne Sozialisten unfreundliche Austeiler. (Marcel Mart, luxemburgischer Journalist und Politiker)
Wir brauchen keinen Dritten Weltkrieg. Wir haben Kapitalismus, Kommunismus und Tourismus. (Oliver Hassencamp, 1921-1988, dt. Schriftsteller)
Das Bruttoinlandsprodukt sagt nichts aus über die Gesundheit unserer Kinder, die Qualität der Erziehung und Ausbildung oder der Lebensfreude. Es enthält nicht die Schönheit unserer Poesie oder die Stärke unserer Ehen, die Intelligenz unserer öffentlichen Auseinandersetzungen oder die Integrität unserer Staatsbediensteten. Es mißt auch weder unseren Mut, noch unsere Weisheit oder unsere Hingabe an unser Land. Kurz gesagt, es mißt alles, außer den Dingen, die das Leben lebenswert machen, und es kann uns alles über Amerika sagen, außer warum wir stolz darauf sind, Amerikaner zu sein. (Robert Kennedy, US-Senator, 1968, zit. in: N. Gregory Mankiw, Grundzüge der Volkswirtschaftslehre, S.533, 2001)
Heute wissen wir, dass es keine ‚gute‘ Regierung, keinen ‚guten‘ Staat, keine ‚gute‘ Macht gibt, dass die Gesellschaft niemals ihrer Organisationsform wegen ‚gut‘ sein wird, sondern allein aufgrund der Räume für Selbstorganisation, Autonomie, Kooperation und freiwilligen Tausch, die diese Organisationsform den Individuen anbietet. (André Gorz)
Wir dürfen beginnen, über die Evolution im Sinne der Entwicklung von Systemen zu denken, anstatt sie als eine Wanderung mit verbundenen Augen durch das Dickicht der reinigenden Selektion anzusehen. (James A. Shapiro)
Der gemeinschaftliche Kampf zur Rettung unserer gemeinsamen Zukunft ist nicht bloß eine Frage der finanziellen Solidarität. Vor allem ist sie eine Frage der Erkenntnis, im Sinne der „Brüderlichkeit“ zwischen den Völkern und Kulturen. (Alain Lipietz, Die große Transformation des 21.Jahrhunderts, S.126, 2000)
Was hält die Gesellschaft zusammen? Die Antwort ist doch ganz leicht: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Die Ideale der Demokratie und das Wissen, dass der freiheitliche Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht garantieren oder schaffen, schon gar nicht erzwingen kann. Diese Voraussetzungen sind, einfach gesagt, die Werte und Leitbilder, die der Westen über Jahrhunderte mühsam gelernt und herausgebildet hat. Die modernen Demokratien sind geformt von Weisheiten wie der des Augustinus: Staaten, hat er gesagt, die nicht der Idee der Gerechtigkeit folgen, sind nichts anderes als große Räuberbanden. (Tissy Bruns, Das Ansehen der Wirtschaft ist in höchster Gefahr, Tagesspiegel.de, 1.11.2009)
Es genügt nicht, dass der Gedanke zur Verwirklichung drängt, die Wirklichkeit muss sich selbst zum Gedanken drängen. (Karl Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung, MEW1, S.386, 1844)
XVII:
Holding each other in the highest future intention. (C. Otto Scharmer, Theory U)
There is nothing more powerful than an idea whose time has come. (Victor Hugo)
Cooperation + Tolerance = Peace (Adi Da Samraj)
What’s so funny ′bout Peace, Love, and Understanding? (Nick Lowe, What’s So Funny ′Bout Peace, Love, and Understanding, 1970, which became a hit as sung by Elvis Costello)
Imagine all the people living life in peace. You may say I’m a dreamer, but I’m not the only one. I hope someday you’ll join us, and the world will live as one. (John Lennon, Imagine)
Die Erfahrung lehrt uns, dass Liebe nicht darin besteht, dass man einander ansieht, sondern dass man gemeinsam in gleicher Richtung blickt. (Antoine de Saint-Exupéry, 1900-1944, Wind, Sand und Sterne/Terre des Hommes, 1939)
Sometimes there’s truth in old cliches. There can be no real peace without justice. And without resistance there will be no justice. (Arundhati Roy, Speech on Accepting the Sydney Peace Prize, 7.11.2004, , )
To be truly radical is to make hope possible, rather than despair convincing. (Raymond Williams)
Es gilt, die kulturelle Hegemonie der reichen Weltelite, des Militär-Industriellen Komplexes, des Unilateralismus und des Neoliberalismus durch die kulturelle Hegemonie des Friedens und der Gerechtigkeit zu überwinden. (Mohssen Massarrat, Kapitalismus, Machtungleichheit, Nachhaltigkeit - Perspektiven Revolutionärer Reformen, S.296, 2006)
Wir werden eine Ordnung der Freiheit nur bewahren können, wenn der Staat den Kampf gegen das große Geld aufnimmt – und gewinnt. (Horst Köhler, Bundespräsident, in: Rainer Pörtner/Frank Thewes, Köhler rechnet ab - „Wir müssen uns eigentlich vor unseren Kindern schämen“, Focus, Nr.12/10, S.18-26, 22.3.2010)
Es wird keine neue Wirtschaftsordnung geben ohne ein neues Wertesystem. (Gil Ducommun)
Geld und Macht können Solidarität und Sinn weder kaufen noch erzwingen. (Jürgen Habermas, Philosoph und Soziologe)
Democracy cannot rise above the level of the human material of which its voters are made. (George Bernard Shaw)
Edel sei der Mensch, hilfreich und gut! (Johann Wolfgang von Goethe)
Wie können wir unsere jeweiligen Identitäten gleichzeitig bewahren und so verwandeln, dass wir uns nicht fundamentalistisch in erstarrte Formen einsperren, sondern aus dem vollen Besitz ererbter Vermögen in den Genuss ihrer Ergänzungen, Korrekturen und Erweiterungen gelangen? (Rudolf zur Lippe, Neues Denken - warum und wie?, in: Zukünfte, Nr.51, Herbst 2005)
Der Markt besitzt kein Hirn und kein Herz. Zweitens: Die Globalisierung in ihrer jetzigen Ausprägung und im jetzigen Tempo macht die Welt unsicherer und nervöser. Wir sollten versuchen, das Tempo zu drosseln und in unserem eigenen Interesse sanfter zu sein. (Paul A. Samuelson, Wirtschaftsnobelpreisträger, in: Gabor Steingart, Weltkrieg um Wohlstand, 2006)
I think that people want peace so much that one of these days government had better get out of their way and let them have it. (Dwight David Eisenhower)
Look at the world around you. It may seem like an immovable, implacable place. It is not. With the slightest push - in just the right place - it can be tipped. (Malcolm Gladwell, The Tipping Point)
XVIII:
Die Zeit des klassischen Gegensatzes Kapitalismus und Kommunismus ist endgültig vorbei. Das ist Vergangenheit. Wir brauchen im neuen Jahrhundert andere Werte, hauptsächlich Freiheit und die Fähigkeit, unvoreingenommen die Zukunft zu gestalten. Ohne Freiheit kann der Mensch kein Mensch sein. Ohne Freiheit gibt es keinen wirklichen Fortschritt. Aber der Staat muss regulieren, um die Natur zu schützen, die sozialen Probleme zu lösen und die Kluft zwischen Arm und Reich zu verringern. Gerechtigkeit, Solidarität und Ökologie… Die Zeit ist reif für diese neuen, alten Werte. (Michail Gorbatschow, in: „Eine Charta für die Erde“ - Franz Alt im Gespräch mit dem Präsidenten des Grünen Kreuzes, Eco-World.de, 17.2.2000)
The world is finite. We won’t change this with vegan shoes and hybrid cars, no matter how green. We need to make second-hand shoes and public transportation our fashion statement. Otherwise, we’re just greening the Titanic. (Rex Weyler, Greenpeace, Greening the Titanic, 3.2008)
Die G7-Staaten sollten dringend einen Plan entwickeln, um den weltweiten Ölverbrauch deutlich zu senken. Sie sollten die Arbeitsmärkte reformieren und Leute belohnen, die von zu Hause aus arbeiten. So lassen sich Pendlerfahrten stark reduzieren, und der Verkehr wird effizienter. Und es sollten lokal erzeugte Lebensmittel gefördert werden … Wir sind ja bereits auf dem Weg dorthin. Die großen, zentralisierten US-Molkereien werden beispielsweise immer unrentabler, weil sie ihre Produkte über große Distanzen transportieren müssen. Die nächste Regierung sollte diesen Trend unterstützen. Letztlich werden die Menschen dann weniger Zeit auf den Straßen verbringen. (Matthew R. Simmons, Der größte Rückzug der Menschheit, Interview in: Pictures of the Future - Zukunft der Rohstoffe, Siemens AG, Herbst 2008)
Wir befinden uns nicht in der üblichen Wirtschaftskrise, sondern in einem tiefgreifenden Wandel unseres Zivilisationsmodells … Der Ressourcenverbrauch muss mittelfristig schrumpfen. Wir brauchen neue Formen demokratischer Teilhabe und globale Kooperation. (Claus Leggewie, Schrumpfen statt wachsen, Spiegel Nr.24/2009, 8.6.2009)
Selbst im Fall revolutionärer Fortschritte in der Energie- und Umwelttechnik scheint die Hoffnung auf ein ungehemmtes Wachstum der Weltwirtschaft da verwegen - zumal die Rohstoffe generell begrenzt sind. Fast noch schlimmer ist allerdings ein geistiger Aspekt: Vielen ist die Steigerung der Produktivität der wichtigste Lebensinhalt geworden, auf dass morgen noch mehr Güter gekauft werden können, die kein Mensch braucht. Fast scheint es so, als ob Muße aus unserem Wortschatz verschwunden wäre. Das schreit förmlich nach einer Revolution - in Bildung, Kunst und Kultur. (Zeit für eine richtige Krise, Financial Times Deutschland, 8.6.2009)
An die Stelle eines ausgreifenden Besitzindividualismus, der das als natürliches Recht proklamierte potentiell unbegrenzte Erwerbsinteresse der Einzelnen, das keiner inhaltlichen Orientierung unterliegt, zum Ausgangspunkt und strukturierenden Prinzip nimmt, müssen ein Ordnungsrahmen und eine Handlungsstrategie treten, die davon ausgehen, dass die Güter der Erde, das heißt Natur und Umwelt, Bodenschätze, Wasser und Rohstoffe, nicht denjenigen gehören, die sie sich zuerst aneignen und ausnützen, sondern zunächst allen Menschen gewidmet sind, zur Befriedigung ihrer Lebensbedürfnisse und der Erlangung von Wohlfahrt. Das ist eine grundlegend andere Leitidee; sie hat die Solidarität der Menschen in ihrem Miteinander (und auch Gegeneinander) zum tragenden Bezugspunkt … Nimmt man dies zum Ausgangspunkt, wirkt sich das in vielfacher Weise aus: auf die Zuordnung der Bodenschätze und natürlichen Rohstoffe, auf den Umgang mit den Bedarfsgütern und der Umwelt, auf eine führende Rolle jedweder Arbeit gegenüber dem Kapital wie auch auf Grenzen der Akkumulation von Eigentum, auf die Anerkennung der Mitmenschen – auch der künftigen Generationen – als Subjekte und Partner im Bereich von Nutzung, Handel und Erwerb statt Objekte möglicher Ausbeutung. Dadurch wird ein verbindlicher Rahmen vorgegeben. Innerhalb dieses Rahmens können und sollen durchaus Erwerbssinn und Eigennutz, die Garantie von Eigentum, ihren pragmatischen Sinn und ihre Funktion als Antriebskräfte des wirtschaftlichen Prozesses haben. Aber sie bleiben eingebunden in das vorausliegende Konzept der Solidarität, das inhaltliche Orientierung gibt und unbegrenzter Ausdehnung Grenzen setzt. (Ernst-Wolfgang Bockenförde, Woran der Kapitalismus krankt, Süddeutsche Zeitung, S.8, 24.4.2009)
Wenn die Mitgliedsländer sich im Taumel der nationalen Reflexe aus der europäischen Verantwortung zurückziehen, verlieren alle. Wer in unserer Ecke der Weltrisikogesellschaft Souveränität zurückerlangen will, muss Europa wollen, denken und werden … Unsere Politik ist national umso erfolgreicher, je europäischer, je kosmopolitischer sie ist. (Ulrich Beck, Mein Gott, was für eine Chance!, Die Zeit, 19.3.2009)
Wie wäre es, wenn wir 24 Stunden am Tag live eine farbige hochauflösende Aufnahme von der sich drehenden Erde im Weltall empfangen könnten? (Al Gore, Wir haben die Wahl, S.374, 2009)
In diesen Fragen wird bereits deutlich, in welche Richtungen die uns überwältigenden Konflikte der Gegenwart verwandelt werden müssen. Es gilt einfach, die Bedrängungen aufzulösen, unter denen Überlebenswille in Aggression umschlägt. Auch das Beharren auf bestimmten „Lebensstandards“ gehört zu diesen Aggressionen … Entscheidend gehören dazu die Entdeckungen all der möglichen Qualitäten eines aufmerksamen Lebens, das die verborgene Allverbundenheit in Begegnungen mit der Mitwelt erfährt. So wird das Zurücknehmen quantitativer Ansprüche sich nicht bloss als Verzicht darstellen. (Rudolf zur Lippe, Neues Denken - warum und wie?, in: Zukünfte, Nr.51, Herbst 2005)
All, equally, are in peril, and, if the peril is understood, there is hope that they may collectively avert it. We have to learn to think in a new way. (Aus: Russell-Einstein-Manifest, 1955)
As the collapse scenarios of the twenty-first century unfold, the world will need all the partial solutions and all the resilience it can muster. (David J. Hess, Localist Movements in a Global Economy, S.258, 2009)
Any planning for lifeboats is mostly a private activity of people who lack total faith in the stability of our economy and society. (David Holmgren, Future Scenarios - How Communities Can Adapt to Peak Oil and Climate Change, S.103, 2009)
Es wäre zumindest eine kleine Hoffnung, dass durch diesen Crash der Illusionsblase die eigentliche Kernaufgabe, das Produzieren nützlicher Dinge, wieder etwas bessere Presse bekommt. (Wolfgang Schivelbusch, Der große Schwindel, Der Tagesspiegel, 5.12.2008)
Der wahre Weg des Lebens liegt in den Angelegenheiten dieser Welt. (Aus dem Zen-Buddhismus)
Man soll Gott in dem finden, was er uns gerade gibt. (Dietrich Bonhoeffer)
Kein Problem wird gelöst, wenn wir träge darauf warten, dass Gott sich darum kümmert. (Martin Luther King)
Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr, sondern um Kraft für den Alltag. Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsste im Leben alles glatt gehen. Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte. (Antoine de Saint-Exupéry, frz. Schriftsteller und Flieger)
Die Rettung unserer Zivilisation ist kein Zuschauersport. Jeder von uns kann und muss dabei mitwirken. Packen wir es an! (Lester R. Brown/Vlg., Plan B 3.0: So retten wir die Welt, 2008)
XIX:
Verzweiflung ist keine Lösung. Die Lösung liegt im Analysieren, im angestrengten Nachdenken und Nachfragen und im zielstrebigen und informierten Handeln. (Michael Dobkowski/Isidor Wallimann, The Coming Age of Scarcity - Preventing Mass Death and Genocide in the Twenty-first Century, 1998)
Benutzt jede Energie für euren Wandel. (Kamala Reddy = Mutter Meera, indische Mystikerin, Antworten, Teil I)
Perhaps we cannot raise the winds. But each of us can put up the sail, so that when the wind comes we can catch it. (E. F. Schumacher, 1911-1977, economist and Chief Economic Advisor to the UK National Coal Board 1950-70,Small is Beautiful - A Study of Economics As If People Mattered, 1973)
„In der Krise spricht die Stimme des Realen zu uns“, sagte Sloterdijk … „Wir müssen in Form kommen für eine ganz andere Weltform“, die von einem ökologisch-kosmopolitischen Imperativ geprägt sei. Mit dieser Aufforderung entließ der Philosoph dann seine Zuhörer in die Godesberger Nacht. (Hans-Christoph Zimmermann, Peter Sloterdijk beim „Westwärts“-Festival in Kammerspielen, Bonner General-Anzeiger, 30.4.2009)
Die gegenwärtigen unabhängigen Regionalstaaten sind weder imstande, den Frieden zu bewahren, noch die Biosphäre durch die Verunreinigung durch den Menschen zu schützen oder ihre unersetzlichen Rohstoffquellen zu erhalten … In einem Zeitalter, in dem sich die Menschheit die Beherrschung der Atomkraft angeeignet hat, kann die politische Einigung nur freiwillig erfolgen. Da sie jedoch offenbar nur widerstrebend akzeptiert werden wird, wird sie wahrscheinlich so lange hinausgezögert werden, bis die Menschheit sich weitere Katastrophen zugefügt hat, Katastrophen solchen Ausmaßes, dass sie schließlich in eine globale politische Einheit als kleinerem Übel einwilligen wird. (Arnold Joseph Toynbee, Menschheit und Mutter Erde - Die Geschichte der großen Zivilisationen, S.501 f., 1979)
Peak oil and the effects of runaway greenhouse are the greatest challenges humanity has ever faced. Tackling either challenge, without the loss of a huge number of human lives, will require tremendous courage, compassion, and creativity. (Guy R. McPherson, Linking the past with the present: resources, land use, and the collapse of civilizations, Nature Bats Last/Energy Bulletin, 5.10.2009; )
Ohne Einübung in ein anderes Denken, Bewusstsein und ethisches Handeln bleiben wir Gehilfen eines ökonomisch-ökologisch-unmoralischen Selbstauslöschungsprogramms, vergötzen immer noch Lebensformen und andere alte Vorstellungen, die uns in die Stumpfheit und an den Rand des Abgrunds geführt haben. (Hans-jürgen Heinrichs, Leben heißt üben - Vom Zugriff des Menschen auf sich selbst. Peter Sloterdijks monumentales Werk über Anthropotechnik, Die Welt, 25.4.2009)
Aber hier wie dort verschärft die Verweigerung der Vielen die Spannung, die über dem humanen Kollektiv liegt. Seit die globale Katastrophe mit ihrer partiellen Enthüllung begonnen hat, ist eine neue Gestalt des absoluten Imperativs in der Welt, die sich unter der Form einer scharfen Ermahnung an alle und an keinen richtet: Ändere dein Leben! Andernfalls wird früher oder später die vollständige Enthüllung euch demonstrieren, was ihr in der Zeit der Vorzeichen versäumt habt! (Peter Sloterdijk, Du mußt dein Lebe ändern - Über Anthropotechnik, S.702, 2009)
Now is the time to confront this challenge once and for all. Delay is no longer an option. Denial is no longer an acceptable response. The stakes are too high. The consequences, too serious. (Barack Obama, US-President, 2009)
Man könnte sagen, Obama hat den Imperativ „Du musst dein Leben ändern“ ins Euphorische übersetzt, sodass nicht mehr von „müssen“ gesprochen wird, sondern von „können“ - „wir können das“. Das war ja das Genialische an dem Slogan „Yes, We Can“. Die Amerikaner wollen lieber können, als von einem Müssen überwältigt zu werden. (Peter Sloterdijk, in: Robert Misik, „Nur Verlierer kooperieren“, Die Tageszeitung , 5.5.2009)
Der Rat des Prometheus in heutiger Zeit wäre vielleicht: Über den Schatten eingespielter Gewohnheiten springen und den Abschied von verbrennungstechnisch gewonnener Energie sofort einleiten. Und ihn so schnell zu vollziehen, dass sich das geweckte Feuer nicht in Flächenbrände ausweitet, die niemand mehr in den Griff bekommt. (Hartwig Berger, Der lange Schatten des Prometheus - Über den Umgang mit Energie, 2009)
Was bleibt zu hoffen? Wenigstens zweierlei: Dass der wachsende Druck der Krise auch die Konsens- und Kompromissbereitschaft wachsen lässt – und dass die Black Box neben rationaler Lernfähigkeit auch genug an kreatürlichem Weltbezug enthält, um Lösungen zu ermöglichen, die global lebbar sind. (Dietrich Krusche, Homo sapiens - Krisenhorizonte der Menschheit, Die Gazette, Nr.11, Herbst 2006)
Wie kann ein evolutionärer, gewaltloser Übergang gelingen? … Wir sollten uns von den Auswüchsen unserer modernen Zivilisation nicht in die Irre führen lassen. Der Mensch vermag mehr, als ein agressiver, raffgieriger „Wolf“ (im Sinne von Thomas Hobbes) zu sein: Freiheit zur eigenen Stärkung, nicht um im Kampf gegen die anderen obsiegen zu können, sondern verantwortlich zur Stärkung der eigenen Mitwirkung zu Gunsten des Ganzen. Ko-liberalität ist gefordert zur Erzielung einer optimalen lebendigen Ko-existenz im Sinne Albert Schweitzer:s „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will!“ (Hans-Peter Dürr/Daniel Dahm/Rudolf zur Lippe, Potsdamer Denkschrift 2005)
Insgesamt, so die Worldwatch-Autoren, müssen wir zu einem planetarischen Lebensstil kommen, der Menschen und Natur das Überleben auch in die ferne Zukunft sichert. Gelinge dies nicht, warnt Institutsdirektor Assadourian, könne es uns ergehen wie den Rapanui auf den Osterinseln. Sie haben es nicht geschafft, ihre Kultur an neue ökologische Gegebenheiten anzupassen und gingen unter. Anders die Einwohner von Tikopia, einer Insel im Südwestpazifik. Als sie ihre ökologische Krise begriffen, leiteten sie laut Assadourian einschneidende Veränderungen ein: Sie stellten die gesellschaftlichen Rollen, die Familienplanung und auch ihre Ernährungsgewohnheiten um. So erkannten sie, wie viele Ressourcen die Schweinezucht verschlingt, und schafften sie komplett ab. Seither ist die Bevölkerung auf Tikopia stabil und gedeiht. (Michael Odenwald, Besser Leben für Anfänger - Worldwatch Studie, Focus.de, 12.4.2010)
XX:
Quite clearly, our task is predominantly metaphysical, for it is how to get all of humanity to educate itself swiftly enough to generate spontaneous social behaviors that will avoid extinction. (Buckminster Fuller, 1895-1983, US-American philosopher, architect, and inventor, Synergetics: Explorations in the Geometry of Thinking, 1975)
One who is late to reform will be punished by history. (Mikhail Gorbachev, at the fortieth and final anniversary celebration of the German Democratic Republic, 10.1989)
Eine andere Welt ist überlebensnotwendig! (Tomasz Konicz, Kapitalistische Klimakrise, junge Welt.de, 12.1.2010)
What are some appropriate ways to commemorate Peak Oil Day? I’d suggest spending time in nature, engaging in a 24-hour oil fast, or organizing a neighborhood bicycle parade and solar-cooker bakeoff. Mark your calendar. What will you be doing on July 11 ? (Richard Heinberg, Peak Oil Day , Post Carbon Institute, 3.7.2009)
Wir sollten nicht nur unsere Wirtschaft vom Öl abkoppeln, sondern auch unseren Lebensstil ändern, um ihn an eine Welt zunehmender Energieknappheit anzupassen. Das bedeutet, dass wir lernen müssen, weniger Energie zu verbrauchen … Und es wäre nicht überraschend, wenn die sich abzeichnende neue kleinere Welt viel lebenswerter und erfreulicher wäre als die, die wir im Begriff sind, hinter uns zu lassen. (Jeff Rubin, Warum die Welt immer kleiner wird - Öl und das Ende der Globalisierung, 2010)
The crisis doesn’t only make us free to imagine other models, another future, another world. It obliges us to do so. (Nicolas Sarkozy, Rede an der Sorbonne, zit. in: Lizzy Davies, Sarkozy attacks focus on economic growth, guardian.co.uk, 14.9.2009)
Lebensstilverantwortung ist kein hysterisches Weltretten. Es ist Teil des neuen bürgerlichen Kanons mit dem Ziel, den „moralischen Markt“ der sozial und ökologisch fair produzierten Waren zu vergrößern und der Politik Handlungsspielräume aufzuzeigen. Lebensstilverantwortung bedeutet: Ich will lieber mit meinen Kindern in professionell gedämmte Häuser ziehen als in Klimakriege. Und das willst du doch auch. (Peter Unfried, Die neue bürgerliche Elite, taz.de, 15.12.2009)
Die große Transformation wird kein Hegemon alleine anstoßen können. (Claus Leggewie, Ein Präsident unserer Zeit - Ein Jahr Obama, taz.de, 20.1.2010)
Der Schlüssel, um diese Krise zu lösen, ist ein starker Konsens der Bürger von unten, dass wir handeln müssen. (Al Gore, zit. in: Johannes Kaiser, “Der Schlüssel, um diese Krise zu lösen, ist ein starker Konsens der Bürger von unten“, SWR2 Forum Buch, 22.11.2009)
Die Bürger, die sich mal aufklären sollen, das sind die anderen, könnte der Eingebildete nun denken, die Kenntnislosen, von denen der amerikanische Schriftsteller Kurt Vonnegut schrieb, sie seien eben zu faul und zu kleinkariert, um beim Umbauen anzupacken, er schloss sich mit ein. Aber es sind nicht die anderen, stellt man beim Lesen bald fest, man hat es ja selbst nicht verstanden und hat die Sache nur lieber den Ingenieuren überlassen. Das fällt einem auf, wenn man sich in diesem Buch festliest, das ein Standardwerk zum Nachschlagen werden wird. Es ist eben kein Apokalypse-Quickie. (Elisabeth von Thadden, Aufgeklärt heizt besser - Der Visionär wird noch mal gebraucht: Al Gores neues Buch „Wir haben die Wahl“, Die Zeit, Nr.50, 3.12.2009)
In den nächsten drei, vier Generationen wird die Menschheit Gefahr laufen, auszusterben. Es gibt keinen Plan B. Aber es gibt eben die Hoffnung, dass nicht Aggression, sondern Mitgefühl das Bewusstsein des Menschen bestimmt. Dass Kooperation und nicht Konkurrenz unser Denken dominieren wird. Wenn das so ist, dann haben wir eine Chance. (Jeremy Rifkin, in: Thomas Seifert, US-Soziologe Rifkin: „Globalisierung von oben gescheitert“, DiePresse.com, 10.2.2010)
We must assume that a satisfactory, sustainable way of life is achievable in the absence of fossil fuels and conventional economic growth, and go about building it. This will be the focus of my work from now on — and it is likely to be the work of the next few generations as well. Call it Transition, call it cultural survival and renewal, call it what you will, it is the only game in town for the foreseeable future. (Richard Heinberg, Life After Growth, Post Carbon Institute, 3.3.2010)
XXI:
Noch ist Konsumismus das kulturelle Leitbild, das Menschen Sinn, Zufriedenheit und gesellschaftliche Akzeptanz in dem suchen lässt, was sie konsumieren. Doch die Menschheit wird umdenken müssen. Wenn wir den Zusammenbruch der menschlichen Zivilisation verhindern wollen, brauchen wir nichts Geringeres als eine Umwälzung der herrschenden kulturellen Muster. (Erik Assadourian, Co-Direktor des Worldwatch Instituts, zit. in: Bericht „Zur Lage der Welt 2010“: Konsum ist mitverantwortlich für Zerstörung globaler Ökosysteme, oekonews.at, 19.3.2010)
Technologien allein können uns nicht retten, sie können nur helfen. (Erik Assadourian, Co-Direktor des Worldwatch-Instituts, zit. in: Ulrike Henning, Wie Konsum nachhaltig werden kann - Neuer Worldwatch-Bericht »Zur Lage der Welt 2010« fordert kulturellen Wandel, Neues Deutschland.de, 20.3.2010)
Nur noch wir selbst können uns retten. (Harald Lemke, 2009)
Und während die Politiker noch Pläne für 2030 machen, haben wir die Möglichkeit, sofort mit der Umsetzung zu beginnen. (Jakob von Uexküll, 2009)
XXII:
Es gibt mehr Leute, die kapitulieren, als solche, die scheitern. (Henry Ford, 1863-1947, US-amerikanischer Unternehmer, Mein Leben und Werk, 1922)
With rebellion, awareness is born. (Albert Camus, 1913-60, frz. Schriftsteller u. Philosoph)
You say you want a revolution. Well you know, we all want to change the world … You say you got a real solution. Well you know, we’d all love to see the plan. (Die Beattles, Revolution, 1968)