Peak Kohle
Intro:
- Liste geplanter Kohlekraftwerke ☛ „Deutschland“, Wiki
- UCG ☛ Source Watch.org ( )
- Stop Geoengineering! ☛ H.O.M.E: Hands Off Mother Earth.org ( )
Zitate:
I:
Viele wichtige Kohleförderregionen befinden sich bereits in einer Phase des Produktionsrückgangs, weil die Vorkommen erschöpft sind. Oder sie stehen zunehmend Beschränkungen und anderen negativen Faktoren gegenüber, die die Erschließung neuer Lagerstätten erschweren. (Mikael Höök, Universität Uppsala, zit. in: Daniel Lingenhöhl, Wie lange reicht die Kohle noch?, Handelsblatt.com, 9.2.2010)
Wir erwarten, dass bereits um das Jahr 2030 das Maximum der Kohleförderung erreicht wird, da sich die als Reserven berichteten Kohlevorräte während der letzten 20 Jahre halbiert haben - weit mehr, als es dem Verbrauch entsprechen würde.. (Werner Zittel, Ludwig-Bölkow-Stiftung, zit. in: Daniel Lingenhöhl, Wie lange reicht die Kohle noch?, Handelsblatt.com, 9.2.2010)
Ich wäre nicht überrascht, wenn wir innerhalb der kommenden zehn Jahre auch mit der Kohle Probleme wie mit dem Öl bekämen. (Dr. Werner Zittel, Ludwig-Bölkow-Systemtechnik, zit. in: Christopher Schrader, Energieträger Kohle: Üppig, aber dreckig, sueddeutsche.de, 28.7.2009)
Nur vier Länder versorgen den Weltmarkt mit vier Fünftel der Nachfrage: Australien (allein 40%), Indonsien, Südafrika und Kolumbien … Schon heute nimmt die Qualität der geförderten Kohle in vielen Lagerstätten ab … Im Vergleich zum Kohle-Weltmarkt, der eigentlich gar kein Markt ist, herrscht auf dem Erdöl-Weltmarkt geradezu freier Wettbewerb. (Thomas Seltmann, Energy Watch Group, Auch Kohle wird knapp, in: Sonne, Wind & Wärme, Nr.10/2009, S.10-13, 2.7.2009)
Kohlekraftwerke sind in ihrer heutigen Form nicht länger zeitgemäß. (Lars Josefsson, Chef des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall, in: Vattenfall-Chef gerät in Dilemma, Financial Times Deutschland, 22.6.2009)
I think we’ll see peak coal somewhere between 2025 and 2035. This has huge economic implications. Without growth in our energy supplies, it’s very difficult to see how we’re going to grow the economy. (Richard Heinberg, Post Carbon Institute, in: Coal Supply May Be Vastly Overestimated, Discovery Channel News, 11.5.2009)
The model indicates that worldwide coal production will peak between 2010 and 2048 on a mass basis and between 2011 and 2047 on an energy basis. (S.H.Mohr/G.M.Evans, Forecasting coal production until 2100, The Oil Drum.com, 7.4.2009 )
Schon in wenigen Jahren wird der Kohlepreis dem des Erdöls nacheifern … Kohle ist wie Öl ein auslaufendes Modell und je länger wegen Atomkraft und anderer Pfeiffenträume mit dem Umstieg gewartet wird, desto schmerzhafter wird der weltwirtschaftliche Strukturwandel ausfallen. (Wolfgang Pomrehn, Wie lange reicht die Kohle?, Telepolis/heise.de, 16.7.2008)
II:
Gesetz den Fall, man wollte das Atomkraftwerk Biblis A mit einer Gesamtleistung von 1225 Megawatt durch Steinkohlekraftwerke der gleichen Leistung ersetzen. Da müsste man pro Jahr 11,2 Millionen Kubikmeter flüssiges Kohlendioxid abtransportieren … Man bräuchte rund 6000 Güterzüge von 600 Metern Länge mit 40 Tankwaggons zu je 62 Kubikmetern Inhalt, wollte man diese Menge per Bahn abtransportieren. Umgerechnet würden täglich außer sonntags 19 solcher Güterzugkolonnen in Biblis ihre Fahrt aufnehmen. (Hans-Werner Sinn, Das grüne Paradoxon, 2008)
Es gibt Hochrechnungen für die USA, die besagen: Selbst wenn man nur 60 Prozent der Kohlekraftwerke mit CCS ausrüsten würde, wäre eine Infrastruktur für Anlagen und Pipelines erforderlich, die so groß ist wie die der gesamten Öl-Industrie. Diese neue Infrastruktur würde keinerlei Beitrag zur Energieerzeugung leisten. Sie hätte einzig und allein den Zweck, CO2-Emissionen zu vermeiden. Es ist extrem unwahrscheinlich, dass die Welt so viel Kapital in ein solches Unterfangen steckt. (Richard Heinberg, CO2-Speicherung führt zu enormen Strompreisen, Spiegel, 29.5.2009)
Man müsste sozusagen für drei bis vier konventionelle Kohlekraftwerke jeweils noch ein neues bauen, um die Energie zu gewinnen, die für die CO-2-Abscheidung benötigt wird. (Union of Concerned Scientists )
Auch ein politisch wichtiges Thema wurde erörtert: die Konkurrenz von Tiefengeothermie und CO2-Deponierung im Untergrund, genannt CCS … Es gebe sowohl eine Konkurrenz um die Räume im Untergrund, als auch um die finanziellen Ressourcen. Charissé rechnete vor, für eine Million Tonnen CO2 sei rund ein halber Quadratkilometer an Landesfläche nötig. Somit bräuchten die bestehenden Kohlekraftwerke, wenn sie mit CCS ausgestattet würden, in 40 Jahren mehr Raum im Untergrund, als ihn geothermische Kraftwerke mit einer Leistung von fünf Gigawatt in Anspruch nehmen. (Bernward Janzing, Geothermie: Tiefgründige Schwierigkeiten, neue energie, Nr.1, S.58-61, 1.2010)
Sechs der zehn klimaschädlichsten Kohlekraftwerke in Europa stehen in Deutschland - obwohl die deutschen Energieunternehmen immer wieder betonen, wie modern ihre Kraftwerke sind. (Deutschland hat die meisten Dreckschleudern in Europa, Spiegel, 10.5.2007)
Die durchschnittliche Verweildauer dieses Kohlendioxids in der Atmosphäre liegt bei etwa 30 000 Jahren. Sie liegt in derselben Größenordnung wie bei Plutonium. Das Endlager der von uns verbrannten fossilen Kohlenstoffvorräte ist die Luft, die wir atmen. Dieses Endlagerproblem ist sicherlich von wesentlich größerer Dimension und Relevanz für die Sicherheit der Menschheit als das Atomproblem. (Hans-Werner Sinn, Das grüne Paradoxon, 2008)
Kohle ist das größte Umweltproblem des 21. Jahrhunderts … Worum geht es eigentlich – um eine Bedrohung für unseren Wohlstand oder um die Gefährdung unserer Lebensgrundlagen? … Enteignet die Ölscheichs und die Kohlebarone dieser Welt. (Ottmar Edenhofer, in: Klimakongress in Essen: Suche nach der Notbremse, Der Westen.de, 10.6.2009)
Innerhalb von neun Jahren (7.1960 - 7.1969) bekamen die USA eine bemannte ‚Mond‘-Landung hin. In nun wollen die globalen Kohlekonzerne und -länder die (technisch längst geklärte) CCS-Kohlekraftwerkstechnologie nicht schneller als in zehn Jahren realisieren können? Was für eine Menschheitsverdummungskampagne. Selbst die Entwicklung und Aufstellung der ersten größeren Kernkraftwerke schaffte man in einem kürzerem Zeitraum. (Eigenzitat/A. Röhrbein, EG, 17.2.2010)
III:
…daß selbst bei einem Stopp der Subventionen der deutsche Steinkohlenbergbau noch mehrere Jahrzehnte lang Hilfe benötigt. Auf 400 bis 450 Mio. Euro pro Jahr werden die sogenannten Ewigkeitskosten geschätzt. Damit sind die Aufwendungen für die Lasten des Bergbaus wie das dauerhafte Abpumpen des nachdringenden Grundwassers, der Abbau der Geräte in 1300 Meter Tiefe, die Verfüllung der Stollen oder die Pensionslasten gemeint. (Kürzungsplan für die Kohle - Streit mit der Bundesregierung über Kohlesubventionen, Welt Online, 16.5.2005)
Im einzelnen gibt KPMG den Barwert zukünftiger Ausgaben mit knapp fünf Milliarden Euro für die Grubenwasserhaltung an, mit jeweils rund zweieinhalb Milliarden für Dauerbergschäden und Altersversorgung, mit über einer Milliarde für Bergschäden an Objekten, gut 600 Millionen für Schachtsicherung und eine halbe Milliarde für Grundwasserreinigung. (KPMG-Studie: Ewigkeitskosten der Kohle betragen 13 Milliarden Euro - Unwägbare Risiken für Trinkwasser, Pressebox.de, 14.12.2006)
300 Jahre Steinkohlebergbau hinterlassen ihre Spuren. Alleine im Ruhrgebiet existieren tausende Kilometer Stollensysteme, oft nur mit Holz ausgebaut. An ihnen nagen der Zahn der Zeit und das Wasser … Da über weite Flächen und mehrmals untereinander Kohle abgebaut wurde und wird, hat sich der Boden im Ruhrgebiet mancherorts um mehr als 25 Meter gesenkt. Ein Drittel der Region stünde heute unter Wasser, wenn nicht Hunderte von Pumpen Tag und Nacht arbeiteten … Ähnlich dramatisch ist die Lage am Niederrhein und in Lothringen … Was etwa passiert, wenn das kostspielige Betreiben der Pumpen nach Schließung der letzten Zechen im Ruhrgebiet beendet wird? … Wie kann sicher gestellt werden, dass die Deiche entlang der Flüsse und Bäche auch in Zukunft standhalten? … Welche Maßnahmen werden ergriffen, um Schäden oder gar Katastrophen zu vermeiden? Nicht auf alle Fragen wissen die Experten eine Antwort. (»Schäden für die Ewigkeit – Was von der Kohle bleibt«, Deutschland, 2006, WDR/arte, 43mn, Regie: Claus Wischmann)
IV:
Coal, in truth, stands not beside but entirely above all other commodities. It is the material energy of the country –the universal aid– the factor in everything we do. With coal almost any feat is possible or easy; without it we are thrown back into the laborious poverty of early times. (William Stanley Jevons, The Coal Question)
This order [i.e. capitalism] is now bound to the technical and economic conditions of machine production which today determine the lives of all the individuals who are born into this mechanism, not only those directly concerned with the economic acquisition, with irresistible force. Perhaps it will so determine them until the last ton of fossilized coal is burnt. (Max Weber, 1905)
V:
Wenn rauh und dick der Hasen Fell, dann sorg für Holz und Kohle schnell. (Bauernregel)
VI:
Perhaps we cannot raise the winds. But each of us can put up the sail, so that when the wind comes we can catch it. (E. F. Schumacher, 1911-1977, economist and Chief Economic Advisor to the UK National Coal Board 1950-70,Small is Beautiful - A Study of Economics As If People Mattered, 1973)