Peak Krieg / Peak War

Intro:


Zitate:

I:


II:

Die Grenzen, derentwegen wir Kriege führen, kann man nicht sehen. Die Bewohner der Erde sind auf sehr reale Weise an einem sehr schönen und lieblichen kleinen Planeten innerhalb eines unglaublich feindseligen Weltraums gebunden, und wir alle sitzen in einem Boot. (Don L. Lind, Raumlabor-Spezialist, Challenger-Shuttleflug ab 29.4.1985, in: Frank White, Der Overview Effekt - Wie die Erfahrung des Weltraums das menschliche Wahrnehmen, Denken und Handeln verändert. Die erste interdisziplinäre Auswertung von 20 Jahren Weltraumfahrt, S.70, 1989)


Das eine könnte man ganz allgemein als Nostalgie bezeichnen, eine Art Heimweh. Das ist aufgrund der dramatischen Situation leicht zu begreifen … Das andere könnte man eine Art von Gefühl der Brüderlichkeit nennen. Menschen mit religiösem Hintergrund haben das mit religiösen Begriffen bezeichnet, andere mit eher humanitären. Der Grundgedanke jedoch, und das habe ich selbst erlebt, war der, daß man nach unten schaute und sah, wie unglaublich dünn die Erdatmosphäre ist. Man erkannte, daß wir alle gemeinsam ihre Verschmutzung einatmen und gemeinsam untergehen, wenn wir so töricht sind, einen Krieg mit Kernwaffen zu beginnen. Niemand von uns hat ein Rettungsboot, und wir müssen gemeinsam dran glauben. Diese Empfindungen hatte ich da oben … Natürlich hatte ich auf die Erde hinuntergeschaut, doch war ich auf rein professionelle Weise sehr beschäftigt gewesen. Erst am dritten Tag im Orbit hatte ich eine Chance, zehn Minuten vom Flugplan abzuzweigen und wie ein normaler Tourist auf die Erde zu blicken. Als ich es tat, war es ein so bewegendes Erlebnis, daß mir Tränen kamen. Es geschah auf zwei unterschiedlichen Ebenen. Die eine war rein ästhetische Schönheit. Ich male auch und konnte daher abschätzen, wie viele Nuancen allein von Blau in der Atmosphäre vorhanden sind, während sie vom Horizont in die unglaubliche Schwärze des Alls übergeht. (Don L. Lind, Raumlabor-Spezialist, Challenger-Shuttleflug ab 29.4.1985, in: Frank White, Der Overview Effekt - Wie die Erfahrung des Weltraums das menschliche Wahrnehmen, Denken und Handeln verändert. Die erste interdisziplinäre Auswertung von 20 Jahren Weltraumfahrt, S.318-20, 1989)


Diese göttliche Ordnung, diese Schöpfung erkannte ich deutlich als ich auf den wunderschönen Planeten hinunterblickte, der zugleich so verletzlich wirkt. Meine Experimente beschäftigten mich so sehr, daß ich nur in der Zeit aus dem Fenster sehen konnte, in der alle anderen schliefen. Ich sog die Eindrücke förmlich ein, während ich einen Erdumlauf nach dem anderen im Schwebezustand vor dem Fenster hing… Was ich da oben gesehen habe, ließ mich zu der Schlußfolgerung kommen…, daß die Führer der Supermächte die Möglichkeit haben sollten, die Erde aus der Perspektive zu sehen, wie ich sie gesehen habe, vielleicht bei einem Gipfeltreffen im Weltraum irgendwann im nächsten Jahrhundert. Dann würden sie erkennen, daß wir alle durch einen gemeinsamen Nenner an diese Erde gebunden sind. Das würde positive Auswirkungen auf ihre künftigen Entscheidungen über Krieg und Frieden haben. (Bill Nelson, demokratischer Kongreßabgeordneter aus Florida, letzter Shuttleflug vor der Challenger-Katastrophe, Jan.1985, in: Frank White, Der Overview Effekt - Wie die Erfahrung des Weltraums das menschliche Wahrnehmen, Denken und Handeln verändert. Die erste interdisziplinäre Auswertung von 20 Jahren Weltraumfahrt, S.329-30, 1989)


Es gibt wirklich keinen schöneren Anblick als den der Erde aus dem Weltraum. Dieser Planet ist eine köstliche Oase. Betrachtet man die Erde aus dem Weltraum, dann wird einem warm ums Herz … Es ist unmöglich, etwas anderes als Gutes zu sehen. Ich wünsche mir, wir sollten es diesem Planeten erlauben, die wunderschöne Oase zu bleiben, die er ist, und uns selbst ermöglichen, mehr von dem Frieden zu genießen, den sie uns schenkt. (Ronald E. McNair, Challenger-Shuttleflug ab 3.2.1984, starb im Jan.1986 beim Challenger-Unfall, in: Frank White, Der Overview Effekt - Wie die Erfahrung des Weltraums das menschliche Wahrnehmen, Denken und Handeln verändert. Die erste interdisziplinäre Auswertung von 20 Jahren Weltraumfahrt, S.293, 1989)


III:

Der beste Feldherr ist nicht jener, der die Schlacht gewinnt, sondern der, welcher es erst gar nicht zur Schlacht kommen lässt. (Sun Tzu, 544-496 v.u.Z., chinesischer General, Militärstratege und Philosoph)


Armee: Schicht von Nichtproduzenten; verteidigt die Nation, indem sie alles verschlingt, was einem Feind zum Überfall reizen könnte. (Ambrose Bierce, 1842-1914, US-amerikanischer Schriftsteller und Journalist, Des Teufels Wörterbuch, 1911)


Violence is the last refuge of the incompetent. (Isaac Asimov, 1920-92, American author and professor of biochemistry at Boston University)


IV:

War is a matter of vital importance to the State; the province of life or death; the road to survival or ruin. It is mandatory that it be thoroughly studied. (Sun Tzu, 544-496 BC, Chinese military general and strategist and philosopher)


So kann es heißen, dass der Oberbefehlshaber der Armee zum Schiedsrichter über das Schicksal des Volkes wird. (Sunzi/Sun Tzu, Die Kunst des Krieges)


Die größte Leistung besteht darin, den Widerstand des Feindes ohne einen Kampf zu brechen. (Sunzi/Sun Tzu, Die Kunst des Krieges, Kapitel III)


Süß ist der Krieg nur dem Unerfahrenen, der Erfahrene aber fürchtet im Herzen sein Nahen. (Pindar, 522-445 v.u.Z., griech. Dichter, Fragmentum 110)


Niemand, der bei Verstand ist, zieht den Krieg dem Frieden vor; denn in diesem begraben die Söhne ihre Väter, in jenem die Väter ihre Söhne. (Herodot, 485-425 v.Chr., griech. Historiker, Historien 1, 87, 4/Krösus)


We will not learn how to live together in peace by killing each other’s children. (Jimmy Carter, v. 1977 bis 1981 der 39.US-Präsident)


Wissenschaft und Technik waren nicht in erster Linie da zu helfen. Sie schufen Werkzeuge der Vernichtung, Werkzeuge gräßlichsten Mordes. Wir müssen die Wissenschaft wieder menschlich machen. (Carl von Ossietzky, 1889-1938, Friedensnobelpreisträger)


Es ist mithin ein selbstverständliches Gebot der Selbsterhaltung, im Kriege alle seelischen, geistigen, körperlichen und sachlichen Kräfte des ganzen Volkes im entschlossenen Kampfeswillen planmäßig, restlos und mit einer bis zum Äußersten gesteigerten Gewalt einzusetzen. (Hermann Franke, Krieg, in: Handbuch der neuzeitlichen Wehrwissenschaften, S.172, 1936)


Ye shall know the truth, and the truth shall make you mad. (Aldous Huxley)


The belief in the possibility of a short decisive war appears to be one of the most ancient and dangerous of human illusions. (Robert W. Lynd, 1879-1949, Irish writer)


Siege werden bald erfochten; ihre Erfolge zu befestigen, das ist schwer. (Leopold von Ranke, 1795-1886, dt. Historiker)


Die Verteidigung des Friedens ist identisch mit der Verteidigung der Kultur. (Arnold Zweig, 1958, )


As one who has witnessed the horror and the lingering sadness of war – as one who knows that another war could utterly destroy this civilization which has been so slowly and painfully built over thousands of years – I wish I could say tonight that a lasting peace is in sight. (Dwight David Eisenhower, Farewell Address, January 17, 1961)


Jeder Krisenherd in der Welt ist ein kaputter Markt, in dem kaputte Menschen leben. Beides kann nicht unser Interesse sein. Wir haben so viel Wohlstand und sind auf den Sprossen der demokratischen Entwicklung so weit fortgeschritten, dass uns jede dieser Krisen schadet. (Berthold Meyer, Gut gemeint oder gut – wie humanitär sind „humanitäre Interventionen“?, 2003)


Ressourceneinsatz: Wegen der extremen Belastung, die der Krieg den beteiligten Parteien auferlegt, ist eine positiv gestimmte eigene Öffentlichkeit für eine kriegführende Institution oder Nation von kriegsentscheidender Bedeutung. (Wikipedia, Krieg)


Eine objektive Untersuchung dieses Krieges, seiner Vorbereitungen und Folgen, ergibt den zweifelsfreien Beweis, daß es auf der Welt eine gewaltige Gruppe von Machthabern gibt, die es vorziehen, im Dunklen zu bleiben, die weder Ämter noch äußere Machtinsignien anstreben und auch keiner bestimmten Nation angehören. (Henry Ford, 1863-1947, US-amerikanischer Unternehmer, Mein Leben und Werk, 1922)


Kein König, kein Präsident, keine Gruppe von Kapitalisten wird einen Krieg anzetteln, ohne den Krieg damit zu rechtfertigen, daß er dem Gemeinwohl diene, daß er aus diesen oder jenen Gründen nicht vermieden werden könne, daß das Ansehen vor anderen Völkern, also die Ehre, den Krieg gebiete. Ohne eine moralische Rechtfertigung wird kein Krieg begonnen. Und eine Rechtfertigung zu finden, ist die erste Aufgabe derer, die glauben, einen Krieg zu benötigen. Je besser die Rechtfertigung ist, um so sicherer ist der Erfolg in allen Handlungen, die eine Mitwirkung oder die wohlmeinende Duldung anderer Menschen verlangen. Das verhindert natürlich nicht, daß zahlreiche Handlungen begangen und viele Taten verübt werden, ohne daß nach einer Rechtfertigung gesucht wird, weil es viel zu schwer ist, eine gute Rechtfertigung zu finden, und weil die Ausführung der Tat aus irgendwelchen Gründen nicht aufgeschoben werden kann. (B. Traven, Die Weiße Rose, 1929)


Wo Interessen kräftig verfolgt werden, da bildet sich auch eine Ideologie zu ihrer Beseelung, Verstärkung und Rechtfertigung. (Otto Hintze, 1931)


Strategic ideas rise and fall in popularity as the small community of strategic theorists responds to the needs of the period. (Colin Gray, Maintaining Effective Deterence, 2003)


Seit jeher wird versucht die gewaltsame Durchsetzung ökonomischer und strategischer Interessen als selbstloses, moralisch gebotenes Unterfangen darzustellen. (Jürgen Wagner, „Neue Kriege“ als Wegbereiter des Euro-Imperialismus - Intellektuelle Brandstifter, in: Wissenschaft & Frieden, 3/2006)


V:

The aide said that guys like me were “in what we call the reality-based community”, which he defined as people who “believe that solutions emerge from your judicious study of discernible reality”. I nodded and murmured something about enlightenment principles and empiricism. He cut me off. “That’s not the way the world really works anymore”, he continued. “We’re an empire now, and when we act, we create our own reality. And while you’re studying that reality – judiciously, as you will – we’ll act again, creating other new realities, which you can study too, and that’s how things will sort out. We’re history’s actors . . . and you, all of you, will be left to just study what we do”. (Ron Suskind, Without a Doubt, New York Times, 17.10.2004)


Merkt euch meine Worte. Es wird keine sechs Monate dauern, bevor die Welt Barack Obama testet, wie sie es mit John Kennedy gemacht haben. Denkt daran, ich habe hier gestanden und das gesagt, auch wenn ihr euch sonst an nichts erinnert, was ich gesagt habe. Passt auf, wir kriegen eine internationale Krise, eine ‚gemachte’ Krise, um den Mut dieses Burschen auf die Probe zu stellen. Und er wird wirklich harte Entscheidungen… – ich weiß nicht, was das für Entscheidungen sein werden, aber ich verspreche euch, es wird passieren. Als Schüler der Geschichte und als jemand, der unter sieben Präsidenten gedient hat, garantiere ich euch, dass es passieren wird. (Joe Biden, Vizepräsident der USA, 19.10.2008, ; “…he guarantees Obama will face »an international crisis, a generated crisis« early into his term in office“: , )


Wahrscheinlich stehe die Welt heute wie 1914 vor einem grossen Krieg. - Der diese düstere Prophezeiung beiläufig von sich gibt, aber nicht weiter erläutert, ist kein Mann der leisen Töne. Niall Ferguson, Wirtschaftshistoriker in Harvard … Die geplatzten Blasen der letzten Jahrzehnte und besonders die jetzige Finanzkrise lässt er zwar keineswegs aussen vor. Sie scheinen ihm aber systeminhärente Rückschläge auf dem Weg in die immer bessere Zukunft zu sein, wie offenbar auch ein weiterer Weltkrieg. (Niall Ferguson, zit. in: Urs Hafner, Alle Geschichte ist Finanzgeschichte - Niall Ferguson über den Aufstieg des Geldes, NZZ Online, 20.5.2009)


In spite of the current intellectual climate in much of the developed world, conflict will not disappear. War has been a principal driver of change over the course of history, and there is no reason to believe that the future will differ in this respect. Neither will the fundamental nature of war change. War will remain primarily a human endeavor. (United States Joint Forces Command, the JOE 2010 - Joint Operating Environment, Introduction, p.4, 3.2010)


VI:

Lebenskampf ist zuallerst ein Wettbewerb um Energie. (Ludwig Boltzmann, 1886)


:!:Oil is probably more important at this moment than anything else. You may have men, munitions, and money, but if you do not have oil, which is today the greatest motive power that you use, all your other advantages would be of comparatively little value. (Walter Long, 1854-1924, British Unionist politician, House of Commons, October 1917, zit. in: Daniel Yergin, The Prize - The Epic Quest for Oil, Money and Power, 1992)


Let me tell you something that we Israelis have against Moses. He took us 40 years through the desert in order to bring us to the one spot in the Middle East that has no oil! (Golda Meir, 1898-1978, israelische Außen- und Premierministerin)


Let our position be absolutely clear: An attempt by any outside force to gain control of the Persian Gulf region will be regarded as an assault on the vital interests of the United States of America, and such an assault will be repelled by any means necessary, including military force. (President Jimmy Carter, Third State of the Union Address, so called ‚Carter-Doctrine‘, 23.1.1980)


Die gegenwärtigen Debatten darüber, wo und wie wir in diesem Land nach Öl bohren sollen, werden bald irrelevant werden im Angesicht einer Nation, die verzweifelt versucht, ihre Lebensqualität und ökonomische Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Ein Krieg, um den Zugang zu den abnehmenden Ölvorräten zu sichern, könnte bald unvermeidlich werden, wenn die Vereinigten Staaten und andere Länder jetzt nicht endlich anfangen, Alternativen zu ihrer Abhängigkeit vom Öl zu entwickeln. (Senator Mark Hartfield, 1990)


Öl bestimmt schon seit Jahrzehnten - seit der Wende zum 20.Jahrhundert - die Außen- und Sicherheitspolitik: Es führte zur Aufteilung des Nahen Ostens nach dem Ersten Weltkrieg; es brachte Deutschland und Japan dazu, Ansprüche auf Gebiete jenseits ihrer Grenzen zu erheben; dann folgten das arabische Ölembargo, der Iran-Krieg und der Golfkrieg. Dies liegt alles klar auf der Hand. (Bill Richardson, US-amerikanischer Energieminister, 1999)


Trifft diese Analyse zu, dann wäre zumindest ein Indiz dafür geliefert, dass die „klassischen“ Kriegsursachen oder besser: Motive zum Krieg nicht aus der Welt verschwunden sind. Sie dürften im beginnenden 21. Jahrhundert dann wieder fröhliche Urständ feiern, wenn sich die ökonomische Konkurrenz um Ressourcen, Märkte und Renditen zwischen den führenden Industrieländern der Triade (Nordamerika/USA, Europa/Deutschland, Ostasien/Japan) verschärfen wird … In den Händen der führenden Industriestaaten und Militärmächte wird es demnach auch liegen, ob wir einem Jahrhundert des permanenten Krieges oder einem Jahrhundert des Friedens entgegen gehen. (Peter Strutynski, AG Friedensforschung/Uni Kassel, Nichts Neues unter der Sonne? - Die Kriege des 21. Jahrhunderts, Vortrag auf einer Veranstaltung der Friedenswerkstatt Linz/Österreich, 25.10.2001)


Eine globale Hegemonialpolitik wie die der USA, die zwei Kriege in verschiedenen Weltregionen gleichzeitig zu führen beansprucht, der Unterhalt von mehr als 700 Militärbasen auf allen Kontinenten, die globale Vorherrschaft in der Luft und zur See mit der dafür verlangten Logistik sind nur mit fossilen und nicht mit erneuerbaren Energieträgern möglich. (Elmar Altvater, Das Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen, S.164, 2005)


Weil das Schwarze Meer selbst aber arm an Ressourcen ist, hängt es vollkommen vom Transit ab. Die kaspischen Vorkommen sind signifikant, aber nicht mit denen des Persischen Golfs vergleichbar. Die enormen Investitionen für zukünftige Projekte sind nur dann gerechtfertigt, wenn auch Iran zum Energielieferanten Europas wird … Auch eine iranisch-chinesische oder iranisch-russische Annäherung ist nicht ausgeschlossen, wenn Iran vom Westen angegriffen wird. Ohne den Iran im Bunde aber wird die Schwarzmeerregion als Energieknotenpunkt bald bedeutungslos. (Michael Thumann, Koordinator Außenpolitik für Die Zeit, 6.2006, Odessa)


Die fossilen Brennstoffe sind endlich, bleiben wir von ihnen abhängig, wird es um sie Krieg geben“. (Hermann Scheer, in: Wer die Welt retten will, muss nerven, Chrismon, 1.3.2007)


Die Energieknappheit ist ein Notfall … Der Ölpreis kann auf mittlere Frist nur eines tun: noch weiter steigen. Ich erwarte, ich weiß, dass er steigt. Wir müssen die Konsumenten, die Investoren klug machen, dass es diese Gefahr gibt. Weil ansonsten, diese unweigerliche Verteuerung des Rohstoffes uns allen wohl den Hals abschnürt. [„Wenn Terrorismus und Krieg weitere Länder erfassen, geht der Ölpreis noch stärker nach oben, viel stärker“, Off-Stimme]. Da reicht des Ökonomen Phantasie nicht. Da ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir Preise bekommen, von denen wir uns keine Vorstellung machen. (Prof. Dr. Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, in: Welt ohne Erdöl, Pro7, Galileo, 19.4.2007)


Die Lage wird kritisch, weil 100% der Weltbevölkerung so leben wollen, wie es ihnen die 15 %, die in den entwickelten OECD-Ländern leben, vorgemacht haben. Das ist ihr gutes Recht, aber es macht die Sache nicht einfacher. (Hans-Werner Sinn, Das grüne Paradoxon, S.440, 2008)


Streit steht auch wegen der immer knapper werdenden Ressourcen ins Haus. Während der Westen seine Claims im Nahen Osten abgesteckt hat, versucht China, seinen Einfluß in Afrika auszubauen. Zugleich strecken die USA ihre Hand nach Kasachstan aus, wo noch große Öl- und Gasvorräte lagern. Der Versuch, die Nato an Russlands Südflanke heranzuschieben, hat Spannungen verursacht, die sich zurzeit in Georgien entladen. Es wird mehr solche Entladungen geben, weil der Streit um die Ressourcen in dem Maße eskalieren wird, wie sie knapper werden. (Hans-Werner Sinn, Das grüne Paradoxon, S.440, 2008)


Wir müssen den größten Rückzug in der Menschheitsgeschichte antreten: Wir werden weniger verbrauchen müssen. Wenn wir das nicht tun, könnte es in einen brutalen Ressourcen-Krieg ausarten. (Matthew R. Simmons, Der größte Rückzug der Menschheit, Interview in: Pictures of the Future - Zukunft der Rohstoffe, Siemens AG, Herbst 2008)


Ein Verteilungskampf um die begehrten Rohstoffe ist entbrannt, weltweit buhlen die Industrienationen um den Zugang zu den größten Vorkommen. (Alexander Jung/Wieland Wagner, Die Rohstofflücke, Spiegel, Nr.45, 2.11.2009)


Erdöl gewann als das Blut der Wirtschaft namentlich im 20. Jahrhundert seine überragende Rolle. Moderne Kriege sind seither ohne den Zugriff auf hinreichende Ressourcen an Erdöl undenkbar. Folgerichtig zählte die Inbesitznahme und Sicherung der Quellen dieses Rohstoffes zu den wesentlichen Kriegszielen der großen Waffengänge im zurückliegenden Jahrhundert. (Eichholtz/Kockel, Zwei Studien zur deutschen Erdölpolitik in der Zwischenkriegszeit, 2009)


The history of the twentieth century makes more sense when interpreted primarily as the struggle for control of oil rather than the clash of ideologies. (David Holmgren, Future Scenarios - How Communities Can Adapt to Peak Oil and Climate Change, S.7, 2009)


Die wichtigsten Aufgaben, denen sich alle NATO-Mitglieder stellen müssen, sind die Energieversorgung und die Sicherheit zur See. (Jean Francois Bureau, hochrangiger NATO-Diplomat, zit. in: Nabucco vor dem Aus? - Aserbaidschan und Rußland unterschreiben Absichtserklärung über Erdgasexport. Westliches Pipelineprojekt könnte so ohne feste Lieferzusagen dastehen, junge Welt, 14.4.2009)


70 Prozent aller Öl- und Gasreserven befinden sich innerhalb einer strategischen Ellipse zwischen Kaukasus und Sudan, Mittelmeerküste und Hindukusch, die durch Unsicherheit und Instabilität gekennzeichnet ist. (Michael Stürmer, Strategische Rolle des Erdgases wächst - Doch die westeuropäischen Vorräte schrumpfen und die Lieferanten werden zunehmend Staatsunternehmen, Welt am Sonntag, 17.5.2009)


Das es in Afghanistan in Wirklichkeit um Öl gehe, ist eine auch in gebildeten Kreisen überraschend weit verbreitete Ansicht … In Moskau ist das niemanden verborgen geblieben, denn Pipelinerouten werden dort heute so eifrig studiert wie früher nukleare Einsatzplanungen. Deshalb hatte der Georgienkrieg einen ernsten energiepolitischen Hintergrund, von dem in Deutschland wenig die Rede war … Das bedeutet nicht, dass Europa in Afrika keine Interessen hätte. Auch wir sind auf Öl und Gas aus dieser und anderen Weltregionen dringend angewiesen … Und auch unsere Industrie lebt von Bodenschätzen, die in afrikanischen Bergwerken gefördert werden … Der Westen verliert seine letzten postkolonialen Zugriffsräume. In den strategisch wichtigen Weltgegenden entsteht eine erbitterte Rivalität mit den neuen Mächten. (Nikolaus Busse, Entmachtung des Westens - Die neue Ordnung der Welt, 2009)


Vor wenigen Jahren gehörten Sie noch zu den Verschwörungstheoretikern, wenn Sie gemutmaßt haben: »Die irakischen Massenvernichtungswaffen hat die US-Regierung nur erfunden«. Meist bringen genau diejenigen das Totschlagargument »Verschwörungstheorie«, die das Hinterfragen schnellstmöglich beenden wollen – am einfachsten, indem sie den Hinterfrager und seine Theorie ins Lächerliche ziehen. Wenn sie also wiedereinmal irgendwo auf den Begriff „Verschwörungstheorie“ stoßen, sollte Sie dies besonders neugierig machen. Verschwörungstheorien müssen nicht zwangsläufig falsch sein. Vielleicht treffen sie sogar häufiger zu als die offiziellen Wahrheiten. (Dirk Müller, ’Mr. Dax’, Crashkurs, S.13+14, 2009)


In den nächsten Jahrzehnten werden auch chinesische, indische und andere Generale lernen, Irakkriege zu führen. Militärische Interventionen zur Wahrung eigener Interessen waren dann die längste Zeit ein Vorrecht des Westens. Im 21.Jahrhundert könnten sie zum Schwert aller Großmächte werden. Damit verlöre der Westen eines seiner ältesten und wichtigsten Herrschaftsinstrumente. (Nikolaus Busse, Entmachtung des Westens - Die neue Ordnung der Welt, S.190, 2009)


For the Defense Department, the largest consumer of energy in the United States, addiction to fuel has greater costs than the roughly $18 billion the agency spent on it last year … Since the conflicts in Afghanistan and Iraq began in 2001 and 2003, respectively, the amount of oil consumption at forward bases has increased from 50 million gallons to 500 million gallons a year. (Steve Vogel, Pentagon Prioritizes Pursuit Of Alternative Fuel Sources, The Washington Post.com, 13.4.2009)


Afghanistan liegt nicht am Meer. Daher muss das Benzin auf dem Land- und – für abgelegene Stützpunkte - dem Luftweg transportiert werden. Deshalb kostet schließlich die Gallone bis zu 400 Dollar, ein Liter also mehr als 100 Dollar, obgleich das Pentagon das Benzin für 2,8 Dollar pro Gallone einkauft. Manchmal könne der Preis pro Gallone gar auf 1000 Dollar ansteigen. Besonders wenn es mit Hubschraubern transportiert werden muss, wird es teuer. (Florian Rötzer, 100 Dollar pro Liter - Kostenexplosion für US-Soldaten in Afghanistan, Telepolis/heise.de, 17.10.2009)


OPEC nations will remain a focal point of great-power interest. These nations may have a vested interest in inhibiting production increases, both to conserve finite supplies and to keep prices high. Should one of the consumer nations choose to intervene forcefully, the “arc of instability” running from North Africa through to Southeast Asia easily could become an “arc of chaos,” involving the military forces of several nations. (United States Joint Forces Command, the JOE 2010 - Joint Operating Environment, p.27, 3.2010)


Letztes Jahr hat dem Pentagon ein Liter Benzin in Afghanistan mindestens 100 US-Dollar gekostet. Pro Soldat werden täglich 83 Liter Treibstoff verbraucht. (Florian Rötzer, Pentagon will mobile Atomreaktoren, Telepolis/heise.de, 4.4.2010)


Kämpfen Sie gegen tausende Mitspieler im Kampf um Rohstoffe! Steigern Sie ihren Einfluss auf die Weltpolitik durch das Ausrufen von Bündnissen und Kriegserklärungen. Bilden Sie Allianzen, in denen Sie sich mit ihren Freunden vereinigen um gegen eure Feinde zu kämpfen! Treiben Sie Handel mit ihren Verbündeten und spionieren Sie Gegner aus. (Desert Operations.com, Computer-Kriegstrainingsspiel, deutsche Startseite, 2010, )


Wir haben eine riesige Küste, die es zu überwachen gilt. Unter dem Meeresgrund liegen riesige Ölvorkommen. Wir brauchen eine schlagkräftige Verteidigung, wie jedes andere Land. Ein U-Boot mit Nuklearantrieb kann viel länger unter Wasser bleiben als konventionelle. (Pinheiro Guimaraes, brasilianischer Strategieminister, in: Jens Glüsing, Ärger mit Nuklearbehörde - Baut Brasilien eine Atombombe, Herr Minister?, Spiegel Online, 10.5.2010)


Und ich finde es in Ordnung, wenn in Deutschland darüber immer wieder auch skeptisch mit Fragezeichen diskutiert wird. Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen … Aber es wird wieder Todesfälle geben, nicht nur bei Soldaten, möglicherweise auch durch Unfall mal bei zivilen Aufbauhelfern. Das ist die Realität unseres Lebens heute, wo wir einfach zur Kenntnis nehmen müssen: Es gibt Konflikte. Man muss auch um diesen Preis sozusagen seine am Ende Interessen wahren. Mir fällt das schwer, das so zu sagen, aber ich halte es für unvermeidlich, dass wir dieser Realität ins Auge blicken. (Dr. Horst Köhler, dt. Bundespräsident, in: Christopher Ricke, „Sie leisten wirklich Großartiges unter schwierigsten Bedingungen“ - Bundespräsident Köhler nach seinem Besuch in Afghanistan, dradio.de, 22.5.2010)


VII:

To have peace and not war, the drift toward a war economy, as facilitated by the moves and the demands of the sophisticated conservatives, must be stopped; to have peace without slump, the tactics and policies of the practical right must be overcome. The political and economic power of both must be broken. The power of these giants of main drift is both economically and politically anchored; both unions and an independent labor party are needed to struggle effective. (C. Wright Mills, The New Men of Power, 1948)


The American elite does not have any real image of peace — other than as an uneasy interlude existing precariously by virtue of the balance of mutual fright. The only seriously accepted plan for peace is the full loaded pistol. In short, war or a high state of war-preparedness is felt to be the normal and seemingly permanent condition of the United States. (C. Wright Mills, The Power Elite, 1956)


Three and a half million men and women are directly engaged in the defense establishment. We annually spend on military security more than the net income of all United States corporations. This conjunction of an immense military establishment and a large arms industry is new in the American experience. The total influence – economic, political, even spiritual – is felt in every city, every State house, every office of the Federal government. We recognize the imperative need for this development. Yet we must not fail to comprehend its grave implications. Our toil, resources and livelihood are all involved; so is the very structure of our society. (Dwight David Eisenhower, Farewell Address, January 17, 1961)


There exists a shadowy government with its own Air Force, its own navy, its own fundraising mechanism, and the ability to pursue its own ideas of the national interest, free from all checks and balances, and free from the law itself. (Senator Daniel K. Inouye during the Iran-contra scandal)


Geoeconomics analyzes economic strategies –notably commercial–, decided upon by states in a political setting aiming to protect their own economies or certain well-identified sectors of it, to help their national enterprises acquire technology or to capture certain segments of the world market relative to production or commercialization of a product. The possession or control of such a share confers to the entity - state or national enterprise - an element of power and international influence and helps to reinforce its economic and social potential. (Pascal Lorot)


Lange vor möglichen größeren Klimakriegen droht sich die moderne Global-Zivilisation in Bälde durch kurzsichtig imperial-egoistische EnergieRessourcenkriege in eine vielfach degradierte und verseuchte Neo-Steinzeit-Epoche zurückzubomben. (Eigenzitat/A. Röhrbein, EG)


Sie schaffen eine Wüste und nennen das Frieden. (Tacitus, Agricola 30,5)


Was anderes bedeutet das, als daß dem Feinde Waffen zum Bürgerkrieg gereicht werden, erstens die Lebenskraft des Krieges, unbegrenzt viel Geld, so, wie er es nun braucht, zweites Reiterei, wieviel er wünschen mag = Quid est aliud omnia ad bellum civile hosti arma largiri, primum nervos belli, pecuniam infinitam, qua nunc eget, deinde equitatum, quantum velit. (Marcus Tullius Cicero, Philippica, Philippische Reden gegen M. Antonius, V, II, 5)


Wie wahr, daß Gelder die Lebenskraft des Krieges sind = Quam verum, quod nervi belli sint pecuniae. (Francis Bacon, Sermones Fideles, XXIX, 4)


Wie man den Krieg führt, das weiß jedermann; wie man den Frieden führt, das weiß kein Mensch. Ihr habt stehende Heere für den Krieg, die jährlich viele Milliarden kosten. Wo habt ihr eure stehenden Heere für den Frieden, die keinen einzigen Para kosten, sondern Millionen einbringen würden? (Karl May, Ardistan und Dschinnistan I, 1909, S.17)


Wer die Kapitalisten vernichten will, muß ihre Währung zerstören. (Wladimir Iljitsch Lenin)


Wir haben dreißig, vierzig Jahre hart gearbeitet, um unsere Länder nach oben zu bringen, und dann kommt jemand mit ein paar Milliarden US-Dollar daher und zerstört innerhalb von zwei Wochen unser Werk. (Mahathir Mohamad, Premierminister von Malysia, 1997, , , )


And so, my fellow Americans: ask not what your country can do for you — ask what you can do for your country. My fellow citizens of the world: ask not what America will do for you, but what together we can do for the freedom of man. (John F. Kennedy, Inaugural Address, January 20, 1961)


Wer jetzt noch ernsthaft dafür plädiert, den Drang nach Osten, der von Amerika geführt und von seinen europäischen Vasallen gefördert wird, weiter fortzusetzen, und wie Bundeskanzlerin Merkel sowohl den Georgiern als auch den Ukrainern weiterhin Hoffnung auf Beitritt zur Allianz macht, ist sich der ungeheuerlichen Gefahr wohl nicht bewusst, die er damit heraufbeschwört. (Peter Scholl-Latour, Provokation am Kaukasus, 25.8.2008)


Weltbeherrschung steht für das, was wir hier Verfügung über die Umwelt genannt haben. Sie stellt Wissenschaft und Technik in den Dienst von Interessen und realisiert sich in Handeln, das in historisch unvergleichbarer Weise natürliche und menschliche Ressourcen in seinen Dienst zwingt … Ein Gesellschaftssystem, das in globalen Ausmaßen Weltbeherrschung anstrebt, muß seine internen Abstimmungen in Richtung auf formale Berechenbarkeit straffen … Verfügungen greifen in interdependente Umweltzusammenhänge ein, die im System nur punktuell, nicht aber als Interdepenzen vergegenwärtigt werden können … Man erzeugt, und das heißt Beherrschung, unter vorgestellten Zielsetzungen Effekte und hat dann abzuwarten, was daraus wird. Weltbeherrschung heißt hier: daß man guten Gewissens (aber nicht: guten Wissens) die gesamte Weltbevölkerung einem schulklassenförmigen Unterricht aussetzen kann. Verfügung heißt hier, daß damit Kausalitäten in Gang gesetzt oder auch unterbrochen werden, die sich als Gesamtheit wegen ihrer Komplexität jeder Planung entziehen. Beherrschung ist, so gesehen, eine euphemistische Darstellung von Verfügung… . (Niklas Luhmann, Ideenevolution, S.211-13, 2008)


Wir müssen für Frieden sorgen und nicht nur für die Sicherheit, einzig aus dem Grund, weil nur der Frieden Sicherheit sicher machen kann. (Karl Popper, Logik der Forschung)


VIII:

In the Soviet case, crude oil production peaked a few years before collapse, foreign trade imbalance had much to do with the Soviets‘ inability to grow enough food or manufacture enough consumer goods, the military budget was huge to start with and was further swelled by the Soviets‘ knie-jerk response to a silly thing called „Star Wars“, Afghanistan provided the military humiliation and Chernobyl the backdrop of catastrophe. (Dmirty Orlov, Reinventing Collapse - The Soviet Example and American Prospects, 2008)


The Soviets put guns over butter, but we put almost everything over guns. (Margaret Thatcher, Britain Awake-Speech, 19.1.1976)


Bei den globalen Rüstungsausgaben landet Deutschland auf Platz sechs, bei den Rüstungsexporten der letzten fünf Jahre nach den USA und Rußland sogar auf Platz drei. Zusammen mit Frankreich und Großbritannien sind diese fünf Staaten verantwortlich für knapp 80 Prozent der globalen Rüstungsexporte. (Inge Höger, abrüstungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, zit. in: Rüstungsgeschäfte boomen, junge Welt, 9.6.2009)


Das heißt, man wollte der Firma Rheinmetall und man wollte der anderen Firma, Krauss Maffei Wegemann, auf jeden Fall jetzt hier diese Beschaffung sichern, denn damit lasten sie beide Rüstungsfirmen erkennbar bis zum Jahr 2020 aus … Halten wir fest: ein Panzer, der bis heute noch nicht funktioniert, soll in einem Transportflugzeug, das es noch gar nicht gibt, transportiert werden. Dafür zahlt der Steuerzahler rund 12 Milliarden Euro. (Frontal21/ZDF, Milliardengrab Schützenpanzer, 4.8.2009)


Deception is a state of mind and the mind of the state = Täuschung ist ein Zustand des Geistes und der Geist des Staates. (James Jesus Angleton, Leiter Abteilung für Spionageabwehr der CIA von 1954 bis 1974)


Wer Waffen schmiedet, bereitet Krieg und muss davon der Zither Klang nicht erwarten. (Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832, Achilleis/1.Gesang)


Der Krieg ist ein Massaker von Leuten, die sich nicht kennen, zum Nutzen von Leuten, die sich kennen, aber nicht massakrieren. (Paul Valery)


Hinter dem Ofen ist gut kriegen. (Volks-Weisheit)


Wir müssen aber extrem vorsichtig sein, dass Kosovos Unabhängigkeit nicht im gesamten postsowjetischen Raum den Separatismus bestärkt. Sie wissen alle, was geschah, als die Grenzen Jugoslawiens infrage gestellt wurden. Und Sie wollen bestimmt nicht, dass sich eine solche Welle der Gewalt und ethnischen Säuberungen wiederholt! (Dmitri Trenin, Stellvertretender Direktor für Außen- und Sicherheitspolitik, Carnegie Moscow Center, 6.2006, Odessa)


Bei einer Unabhängigkeit des Kosovo könnte das Krebsgeschwür des Separatismus in ganz Europa metastasieren. (Borys Tarasyuk, Außenminister der Ukraine, 6.2006, Odessa)


Aber Menschen nehmen Probleme wahr, und wenn sie diese als bedrohlich für die eigene Existenz interpretieren, neigen sie zu radikalen Lösungen, solchen, an die sie vorher nie gedacht hätten. Den westlichen Kulturen muss man attestieren, dass sie diese Lektion des zwanzigsten Jahrhunderts nicht gelernt haben, sondern sich auf Humanität, Vernunft und Recht viel zugute halten, obwohl diese drei Regulierungen menschlichen Handelns historisch jedem Angriff erlegen sind, wenn er nur heftig genug ausfiel. (Harald Welzer, Klimakriege - Der Kampf der Kulturen im Zeitalter des global warming, 5.4.2008)


Wir besitzen etwa 50 % des Reichtums dieser Welt, stellen aber nur 6,3 % seiner Bevölkerung … Unsere eigentliche Aufgabe in der nächsten Zeit besteht darin, eine Form von Beziehungen zu finden, die es uns erlaubt, diese Wohlstandsunterschiede ohne ernsthafte Abstriche an unserer nationalen Sicherheit beizubehalten. Um das zu erreichen, werden wir auf alle Sentimentalitäten und Tagträumereien verzichten müssen … Wir dürfen uns nicht vormachen, daß wir uns heute den Luxus von Altruismus und Weltbeglückung leisten könnten … Wir sollten aufhören von vagen — und für den Fernen Osten — unrealistischen Zielen wie Menschenrechten, Anhebung von Lebensstandards und Demokratisierung zu reden. Der Tag ist nicht mehr fern, an dem unser Handeln von nüchternem Machtdenken geleitet sein muss. Je weniger wir dann von idealistischen Parolen behindert werden, desto besser. (George F. Kennan, 1904-2005, Chefplaner im US-Außenministerium, 1948, )


If it wants to be a global power and a player in the Atlantic alliance, Europe has to get back into the business of making war = Wenn es eine globale Macht und ein (ernst zu nehmender) Mitspieler in der NATO sein will, dann muss Europa wieder lernen, Krieg zu führen. (Fareed Zakira, Newsweek, 3.6.2002, )


And I know it’s hard on America, and in some small corner of this vast country, out in Nevada or Idaho or these places I’ve never been to, but always wanted to go … I know out there there’s a guy getting on with his life, perfectly happily, minding his own business saying to you, the political leaders of this country, „Why me? And why us? And why America?“ And the only answer is, „Because destiny put you in this place in history, in this moment in time, and the ask in yous to do.“ (Tony Blair, Address to the United States Congress, 17.7.2003)


In seinem Essay fordert der Brüsseler FAZ-Korrespondent Nikolas Busse einen realistischere Beschäftigung mit der internationalen Politik. Keineswegs sei z. B. die Bedeutung der militärischen Kraft heute geringer. Und gerade da haben wir in Europa und insbesondere in Deutschland Nachholbedarf. Denn: „Es ist ein großes deutsches Missverständnis, dass die Weltpolitik in sittlichen Kategorien zu verstehen sei… Die Außenpolitik ist keine karitative Veranstaltung.“ Andere Mächte jedenfalls rüsten kräftig auf - und warum sollten sie uns anders behandeln, als wir sie in früheren Zeiten behandelt haben? Eine fulminante Streitschrift - nichts für Softies! (Eckhard Stuff, kulturradio, rbbonline/ARD, 28.4.2009)


Wir leben am Beginn einer Epoche, in der die Vorherrschaft des Westens zu Ende geht. Im 21.Jahrhundert verschwindet eine Weltordnung, die von westlicher Dominanz und westlichen Ideen geprägt war. Das ist eine globale Wachablösung, die mit dem Untergang antiker Großreiche vergleichbar ist … Da braut sich eine Herausforderung für Europa und Amerika zusammen wie zuletzt der Kalte Krieg. Wahrscheinlich ist sie sogar größer, denn die neue Weltpolitik ist unübersichtlicher und gewalttätiger … Deswegen werden in diesem Buch strategische und militärische Fragen ausführlich behandelt. Das ist in unserem Land völlig unüblich geworden, zumindestens in der breiten Öffentlichkeit. (Nikolaus Busse, Entmachtung des Westens - Die neue Ordnung der Welt, 2009)


„David Myatt, ein Gründer der britischen nationalsozialistischen Bewegung, ist heute Abdul-Aziz ibn Myatt“. Früher war er gegen Ausländer - heute sagt er, der „reine authentische Islam der Wiedergeburt“ sei die einzige Macht, die einen Dschihad gegen „die Ehrlosigkeit, die Arroganz, den Materialismus des Westens führen“ und bei dieser Gelegenheit den Zionismus zerstören könne … Gegen Schluss präsentiert er einen Katalog von zehn Maßnahmen, die Amerika ergreifen muss, wenn es im Krieg gegen den Terror obsiegen will … Die letzten beiden Punkte indes würden ausreichen, um Mark Steyn aus jeder gepflegten europäischen Debatte herauszukegeln: „9. Beendet die Herrschaft des iranischen Regimes. 10. Schlagt militärisch zu, wann immer sich die Gelegenheit ergibt“. (Hannes Stein, Europa kann sehr leer sein, Welt Online, 10.1.2007)


Christliche und jüdische Fundamentalisten leben in der Erwartung der biblischen Apokalypse. Sie wollen die Menschheit an den Rand des Weltuntergangs bringen und streben nach der Endzeitschlacht Armageddon. Denn erst nach dieser großen und finalen Schlacht zwischen Gut und Böse kann und soll der Messias kommen beziehungsweise wiederkommen. Diese religiösen Fanatiker beten nicht nur dafür, daß diese verheerenden Ereignisse rasch eintreten, sondern sie sind der Meinung, daß hier auch handfest nachgeholfen werden muß, um die »Wiederkunft Christi« zu beschleunigen. (aus: F. William Engdahl, Apokalypse jetzt! Washingtons geheime Geopolitik, 2007, )


In diesem ganzen Weltmaßstab, der sich auch in Deutschland spiegelt, sind die Evangelikalen auf der Seite: Wir haben die Wahrheit gepachtet, wir stehen in der Wahrheit und ihr anderen nicht, und ihr habt euch uns gefälligst anzupassen. Mit dieser Einstellung kommt man nach der Erfahrung von 2000 Jahren Kirchengeschichte nicht weiter, sondern endet darin, dass man sich die Schädel blutig haut, mit Gott auf der Gürtelschnalle. (Uwe Birnstein, Theologe & Journalist, 4.2009)


IX:

Der dreifache Primat der Waffen, der Constitution, der Wissenschaften ist es allein, der uns aufrecht zwischen den mächtigsten Nachbarn erhalten kann! (Feldmarschall Graf Neithardt von Gneisenau, Brief an Ernst Moritz Arndt, 28.8.1814)


…Frederic Remington telegrammed Hearst to tell him all was quiet in Cuba and „There will be no war“. Hearst responded „Please remain. You furnish the pictures and I’ll furnish the war“. (Yellow journalism, Wikipedia, , )


It is not enough for journalists to see themselves as mere messengers without understanding the hidden agendas of the message and myths that surround it. (John Pilger, geb.1939, australischer Journalist und Dokumentarfilmer, )


Im Bereiche der Polizei muß man an alles glauben und auf alles gefaßt sein. Das ganz Unwahrscheinliche ist oft allein das Richtige. (Dr. jur. Erich Anuschat, 1883-1941, Kriminalrat, 1921)


No king, no president, no group of capitalists, will hatch a war without justifying it on the grounds that it serves the common good and cannot be avoided for this or that reason, and that the nation’s standing in the eyes of other peoples, hence honor, requires the war. Without a moral justification no war is begun. And finding a good excuse is the first task of those who think a war is needed. The more believable the excuse, the surer the result in all actions requiring the co-operation or toleration of other men. (B. Traven, Die Weiße Rose, 1929)


In the late fifth century BC, Athenian negotiators, speaking to their Spartan competitors, with whom they were soon at war, staked out their rationale for their refusal to abandon their position as Greece’s other great power: „We have done nothing extraordinary, nothing contrary to human nature in accepting an empire when it was offered to us and then in refusing to give it up. Three very powerful motives prevent us from doing so – security, honour, and self interest. And we were not the first to act in this way. Far from it“. (Thucydides, 460-395 BC, Greek historian, History of the Peloponnesian War)


Je mehr die Politik von großartigen, das Ganze und sein Dasein umfassenden Interessen ausgeht, je mehr die Frage gegenseitig auf Sein und Nichtsein gestellt ist, um so mehr fällt Politik und Feindschaft zusammen, um so mehr geht jene in dieser auf, um so einfacher wird der Krieg, um so mehr geht er aus dem bloßen Begriff der Gewalt und Vernichtung hervor, um so mehr entspricht er allen Forderungen, die man aus dem Begriff logisch entwickeln kann, um so mehr Zusammenhang einer Notwendigkeit haben seine Teile. (Carl von Clausewitz, 1827)


Wenn Krieg ist, verschwinden die Arbeitslosen. (Rudolf Engen, Fischgründe, Die Zeit, 16/1995)


Die Auslösung des Konfliktes wird durch eine geeignete Propaganda erfolgen. Die Glaubwürdigkeit ist dabei gleichgültig, im Sieg liegt das Recht. (Adolf Hitler, vor seinen versammelten Oberbefehlshabern, 22.8.1939)


Ein tatsächlicher Beweis für polnische Übergriffe ist für die Auslandspresse und für die deutsche Propaganda nötig. (Reinhard Heydrich, u.a. General der Polizei, Verschwörer und Inszenator und Befehlsgeber für die angeblich polnischen Grenzüberfälle, 10.8.1939)


Eine neue europäische Landkarte ist im Enstehen begriffen, die dem Selbstbestimmungsrecht der Völker, das man einst in Versailles so gröblich verletzte, besser Rechnung tragen soll als das Paragraphengewirr jenes Vertrages, der sich im wahrsten Sinne des Wortes als ein Unsegen für Europa und die ganze Welt herausgestellt hat. Inmitten unserer bereits begonnenen Kämpfe mit England leben wir Deutschen mit der festen Zuversicht, daß unser Kampf gegen den Vertrag von Versailles von Erfolg gesegnet sein wird, da er eine durch und durch unsittliche und auf die Dauer unhaltbare Weltordnung dem ihr gebührenden Verfall entgegenführt. (Dr. phil. h.c. Bernhard Schwertfeger, Im Kampf um den Lebensraum - 70 Jahre deutschen Ringens 1870-1940, S.368, Potsdam, 1941)


Wollt Ihr den totalen Krieg? Wollt Ihr ihn, wenn nötig, totaler und radikaler, als wir ihn uns heute überhaupt erst vorstellen können? (Joseph Goebbels, Rede im Berliner Sport-Palast, 18.2.1943)


Von Euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Dies durchgehalten zu haben und dabei - abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwäche - anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht. Dies ist ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte. (Heinrich Himmler, 1900-1945, Dipl. Landwirt, ab 1929 Reichsführer-SS, ab 1936 Chef der deutschen Polizei, Reichsinnenminister 1943-45, zu ca. 100 SS-Führern, 4.10.1943, Posen; zit. in: Cornelia Schmitz-Berning, Vokabular des Nationalsozialismus, S.296, 1998; )


Das, was in den Völkern an gutem Blut unserer Art vorhanden ist, werden wir uns holen, indem wir ihnen, wenn notwendig, die Kinder rauben und sie bei uns großziehen. Ob die anderen Völker in Wohlstand leben oder ob sie verrecken vor Hunger, das interessiert mich nur soweit, als wir sie als Sklaven für unsere Kultur brauchen, anders interessiert mich das nicht. Ob bei dem Bau eines Panzergrabens 10.000 russische Weiber an Entkräftung umfallen oder nicht, interessiert mich nur insoweit, als der Panzergraben für Deutschland fertig wird. (Heinrich Himmler,1900-1945, dt. Politiker, Posener Rede; )


Nicht zufällig ist jeder Faschismus mit einer Blut-und-Boden-Literatur verbunden. Was emotional ist, muß auch kultisch sein. Wie wir in der heutigen Zeit eine heiße Kunst, die mehr an das Gefühl appelliert, von einer kalten Kunst unterscheiden, die mehr den Verstand anspricht, so können wir auch von einer heißen und einer kalten Politik reden. Der Faschismus verführt, wie jedes Emotionale, zu einer heißen Politik. Das Individuum wird durch ihn zur Identifikation mit einer emotionalen Realität verlockt, überhaupt werden in ihm alle Emotionen frei, die positiven und die negativen, Liebe, Glaube, Treue, Haß, Aggression usw.; Gefühle, die in Verbindung mit einer rein emotionalen, heißen Politik zerstörerisch, ja selbstmörderisch werden. (Friedrich Dürrenmatt, Monstervortrag über Gerechtigkeit und Recht)


J.A. CHAMIER, EIN OBERSTLEUTNANT in der Royal Air Force, veröffentlichte seine Ansichten darüber, wie man am besten mit Stammesfürsten umginge. Der Kommandeur solle das unzugänglichste Dorf des bekanntesten Stammes auswählen, schrieb Chamier, und es mit allen verfügbaren Flugzeugen angreifen. »Der Angriff mit Bomben und Maschinengewehren muss beständig und unaufhörlich, bei Tag und Nacht, auf Häuser, Einwohner, Felder und Vieh durchgeführt werden. Ich weiß, das klingt grausam, aber es muss von Anfang an eine grausame Maßnahme sein. Haben sie diese Lektion erst einmal begriffen, wird sich zukünftig allein die Drohung als wirksam erweisen«. Es war das Jahr 1921. (Nicholson Baker, Menschenhauch - Wie der Zweite Weltkrieg begann und die Zivilisation endete, S.14, 2009)


DIE ROYAL AIR FORCE warf mehr als 150 Tonnen Bomben auf Indien ab. Es war das Jahr 1925. (Nicholson Baker, Menschenhauch - Wie der Zweite Weltkrieg begann und die Zivilisation endete, S.22, 2009)


EINE STAFFEL BRITISCHE FLUGZEUGE bombardierte die heilige Pyramide der Nuer im sudanischen Dengkur. Sie jagte ganze Viehherden in die Luft - »Fleischfetzen und Knochensplitter spritzten empor«, berichtete das Magazin Time - und beschoss Stammesangehörige der Nuer im Tiefflug. Einer von ihnen schoss zurück und traf einen Piloten in den Oberschenkel. »Nicht mehr als 200 Nuer wurden getötet«, lautete eine offizielle Schätzung. Es war im Februar 1928. (Nicholson Baker, Menschenhauch - Wie der Zweite Weltkrieg begann und die Zivilisation endete, S.23, 2009)


MUSSOLINI HIELT IN FLORENZ EINE REDE vor einer Versammlung von Schwarzhemden. »Worte sind etwas Schönes«, sagte er, »aber Gewehre, Maschinengewehre, Schiffe und Flugzeuge sind noch schöner«. Es war der 17.Mai 1930. (Nicholson Baker, Menschenhauch - Wie der Zweite Weltkrieg begann und die Zivilisation endete, S.26, 2009)


BENITO MUSSOLINI WOLLTE EIN WELTREICH, wie es die Briten hatten. Er demonstrierte Italiens militärische Ressourcen im Vorfeld der geplanten Annexion Äthiopiens. Es war der 18.Mai 1935. In Rom wurden einer staunenden Menge Bomben, Giftgas, Nebelwände und Flammwerfer vorgeführt. »Signor Mussolini nahm persönlich teil und bewies mit seinem beachtlichen Geschick im Werfen von Handgranaten, dass er die im Krieg gelernte Lektion nicht vergessen hatte«, schrieb die New York Times. (Nicholson Baker, Menschenhauch - Wie der Zweite Weltkrieg begann und die Zivilisation endete, S.67, 2009)


FREDA KIRCHWEY, die Herausgeberin von The Nation, schrieb eine Kolumne »Nach Pearl Harbor«: »Die Früchte der Appeasementpolitik sind geplatzt. Die Gräueltaten haben Amerika geeint. Jetzt lieben wir einander und unser Land. Ein Glücksgefühl erfüllt unsere Herzen; Hass und Verachtung für unseren Feind pulsieren in unserem Blut«. (Nicholson Baker, Menschenhauch - Wie der Zweite Weltkrieg begann und die Zivilisation endete, S.497, 2009)


Weniger bekannt ist jedoch…wie sehr die Werbung mit ihrer Marktlogik und Massenorientierung zum Vorbild der Nationalsozialisten wurde. Aus Unterlagen der amerikanischen Werbeagentur J. Walter Tompson, die 1927 nach Berlin expandiert war, geht hervor, dass Joseph Goebbels anscheinend ständiger Gast im Büro der Niederlassung war und reges Interesse and der Arbeit der amerikanischen ‚Verführer‘ hatte … Der NS-Propaganda ging es um den visuellen Sturmangriff auf die in ihrer ästhetischen Praxis unterentwickelte Republik von Weimar … Die Waren-Werbung war dagegen längst professionalisiert und Hitler übertrug ihr marktwirtschaftlich erprobtes Erfolgsrezept auf die Politik … Die aufmerksamkeitsstarke und allen verständliche, rational emotionalisierte Ansprache durch Markenprodukte wurde mit den Propagandamethoden der Personalisierung und schließlich des Führerkultes um Adolf Hitler zum Prinzip der politischen Kommunikation erhoben. Die Marktorientierung stieg damit zur erfolgreichen Basis von Politik als Verkaufsprodukt auf. (Alexander Schug, Das Ende der Hochkultur? Ästhetische Strategien der Werbung 1900-1933, in: Ordnungen in der Krise, 2007)


Für mich, das gebe ich zu, sind Länder die Figuren auf einem Schachbrett, auf dem ein großes Spiel um die Weltherrschaft ausgetragen wird. (Lord George Curzon, Generalgouverneur und Vizekönig von Indien, 1898; , )


Staaten haben keine Moral, sondern Interessen. (Winston Churchill)


Patriot: Jemand, dem die Interessen eines Teils über die Interessen des Ganzen gehen. Der Gimpel der Politiker und das Werkzeug der Eroberer. (Ambrose Bierce, 1842-1914, US-amerikanischer Schriftsteller und Journalist, Des Teufels Wörterbuch, 1911)


Er ist bereits asymmetrisch, er bevorzugt die Atommächte … Er verpflichtet die Atommächte, dass sie abrüsten. In den vergangenen 42 Jahren haben die Atommächte diesen Teil der Abmachung nicht erfüllt: Sie haben ihre Waffen weiterentwickelt, heute sind sie viel effizienter und gefährlicher. Jetzt reden die Atommächte immer nur von der Nichtverbreitungsklausel, nicht von dem Abrüstungsgebot … In Wirklichkeit wollen die Atommächte ihr nukleares und konventionelles Macht-Oligopol festigen. Es wäre von großem Interesse, wenn es auch ein Zusatzprotokoll gäbe, damit die IAEA die militärischen Installationen der Atommächte inspizieren kann. Ob die wohl IAEA-Inspektoren in jeder ihrer Anlagen zulassen würden? … Wir pflegen seit langem wichtige Handelsbeziehungen mit Iran. Brasilien hat eine große Gemeinde von Arabischstämmigen, Leute aus dem Nahen Osten, Palästinenser. Außerdem gibt es hier eine große jüdische Gemeinde. Wir haben also sehr wohl ein Interesse an der Region. Die Länder, die bislang versucht haben, die Nahost-Krise zu lösen, waren nicht sehr erfolgreich, wir wollen Hilfestellung leisten. Wir sehen Parallelen zur Invasion des Iraks: Die wurde der Welt verkauft als Präventivschlag, weil Irak angeblich Massenvernichtungswaffen besitzt. Diese Berichte waren falsch, wie wir heute wissen. (Pinheiro Guimaraes, brasilianischer Strategieminister, in: Jens Glüsing, Ärger mit Nuklearbehörde - Baut Brasilien eine Atombombe, Herr Minister?, Spiegel Online, 10.5.2010)


Verteidigung heute umfasst allerdings mehr als die herkömmliche Verteidigung an den Landesgrenzen gegen einen konventionellen Angriff. […] Dementsprechend lässt sich Verteidigung geografisch nicht mehr eingrenzen, sondern trägt zur Wahrung unserer Sicherheit bei, wo immer diese gefährdet ist … Die herkömmliche Landesverteidigung […] entspricht nicht den aktuellen sicherheitspolitischen Erfordernissen. (Verteidigungspolitische Richtlinien des Bundesministerium der Verteidigung, Bonn, 21.05.2003)


Also, ich denke, wenn wir auf die Verteidigungspolitischen Richtlinien und den Begriff Verteidigung schauen, nähern wir uns mehr dem angelsächsischen Verständnis des Begriffs ,defense‘. Da spielen, wenn man sieht, wie die Briten und Amerikaner argumentieren, weniger die Territorien der jeweiligen Länder eine Rolle, sondern da spielen die nationalen Interessen die größere Rolle. Und wenn Minister Struck sagt, die Verteidigung findet am Hindukusch statt, so ist das die politische Übertragung einer Verteidigung nationaler Interessen. […] Dann habe ich auch mit dem Begriff der Verteidigung kein Problem, auch wenn er losgelöst ist von dem bisherigen über 40 Jahre lang verfolgten Begriff der Verteidigung im Sinne einer territorialen Verteidigung. (Friedrich Wilhelm Ploeger, Generalmajor, ehemals Abteilungsleiter Militärpolitik im Bundesverteidigungsministerium)


Der Konzern machte Profite, wo und wie irgend möglich. Im Zweiten Weltkrieg verdiente er auf beiden Seiten … Die Nazi-Wehrmacht bezog 85 Prozent ihrer Militär-Lkw von Ford und GM … »Von 1939 bis 1945 produzierte die GM-Tochter in Rüsselsheim 50 Prozent der Antriebssysteme für die JU-88…den wichtigsten Bomber der Luftwaffe … Das Rüsselsheimer Werk produzierte auch zehn Prozent der Antriebssysteme für die Me-262, den ersten Kampfbomber mit Düsenantrieb…der Nazi-Armee« … Neben Henry Ford erhielt auch GM-Vizechef James D. Mooney Ende der dreißiger Jahre den höchsten Nazi-Orden, der Ausländern gegeben werden konnte: das »Verdienstkreuz des Ordens vom Deutschen Adler Erste Stufe«. (Winfried Wolf, GeneralMoneyPleite - GM meldet Insolvenz an, junge Welt, 2.6.2009)


Wie im Kalten Krieg kommen auch heute strategische und ökonomische Überlegungen sowie kulturelle Geistesverwandtschaften der ideologischen Ausrichtung mitunter in die Quere. (Robert Kagan, Die Demokratie und ihre Feinde, S.81, 2008)


This is not a clash of civilisations or religions, and it reaches far beyond Islam and America, on which efforts are being made to focus the conflict in order to create the delusion of a visible confrontation and a solution based upon force. There is indeed a fundamental antagonism here, but one that points past the spectre of America (which is perhaps the epicentre, but in no sense the sole embodiment, of globalisation) and the spectre of Islam (which is not the embodiment of terrorism either) to triumphant globalisation battling against itself. (Jean Baudrillard, The Spirit of Terrorism: And Requiem for the Twin Towers, S.11, 2002)


Husaren beten um Krieg und der Doktor ums Fieber. (Volksweisheit)


Der Krieg als der Zustand, in welchem mit der Eitelkeit der zeitlichen Güter und Dinge, welche sonst eine erbauliche Redensart zu sein pflegt, Ernst gemacht wird, ist hiermit das Moment, worin die Idealität des Besonderen ihr Recht erhält und Wirklichkeit wird; – er hat die höhere Bedeutung, daß durch ihn, wie ich es anderwärts ausgedrückt habe, »die sittliche Gesundheit der Völker in ihrer Indifferenz gegen das Festwerden der endlichen Bestimmtheiten erhalten wird, wie die Bewegung der Winde die See vor Fäulnis bewahrt, in welche sie eine dauernde Ruhe, wie die Völker ein dauernder oder gar ein ewiger Friede versetzen würde« … Daß die Idealität, welche im Kriege als in einem zufälligen Verhältnisse nach außen liegend zum Vorschein kommt, und die Idealität, nach welcher die inneren Staatsgewalten organische Momente des Ganzen sind, dieselbe ist, kommt in der geschichtlichen Erscheinung unter anderen in der Gestalt vor, daß glückliche Kriege innere Unruhen verhindert und die innere Staatsmacht befestigt haben. (Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts, §324, 1821)


Alle Kriege sind nur Raubzüge. (Voltaire)


Krieg, Handel und Piraterie; Dreieinig sind sie, nicht zu trennen. (Johann Wolfgang von Goethe, Faust II, Vers 11187 f./Mephistopheles, 1808)


If you wish for peace, understand war. (Basil Liddell Hart, Strategy, 1967)


Hunderte von amerikanischen Vermögen datieren aus dem amerikanischen Bürgerkrieg und tausende Vermögen aus dem ersten Weltkrieg. Niemand kann leugnen, daß Kriege ein gutes Geschäft sind für diejenigen, die diese Art Geld lieben. (Henry Ford, 1863-1947, US-amerikanischer Unternehmer, Mein Leben und Werk, 1922)


Schon im Zweiten Weltkrieg wird der Krieg phasenweise zum ökonomischen Selbstzweck, als Mittel der Bereicherung von Militärs als Medium eines »militärischen Unternehmertums«. (Dirk Hauer, 19.9.2003)


Fascism is capitalism plus murder. (Upton Sinclair, 1878-1968, US-Schriftsteller, Presidential Agent II, 1944)


In the councils of government, we must guard against the acquisition of unwarranted influence, whether sought or unsought, by the military industrial complex. The potential for the disastrous rise of misplaced power exists and will persist. We must never let the weight of this combination endanger our liberties or democratic processes. We should take nothing for granted. Only an alert and knowledgeable citizenry can compel the proper meshing of the huge industrial and military machinery of defense with our peaceful methods and goals, so that security and liberty may prosper together. (Dwight David Eisenhower, Farewell Address, January 17, 1961)


The era of procrastination, of half-measures, of soothing and baffling expedients, of delays, is coming to a close. In its place we are entering a period of consequences…. (Winston Churchill, Nov.1936)


Nur aus der agonalen Situation des Weltbürgerkriegs, in dem innerstaatlich-soziale, zwischenstaatlich-imperialistische und ethnische Konflikte sich bis zur Ununterscheidbarkeit überlagerten, verstehen wir die Geschichte des Hakenkreuzes. (Lorenz Jäger, Das Hakenkreuz - Zeichen im Weltbürgerkrieg. Eine Kulturgeschichte, 2006)


Indem die Interessen dieser diversen Makler der Macht sich verbinden, definieren sie in immer höherem Maße unsere Realität - ganz so, wie es George Orwell in seinem Klassiker 1984 prohpezeite. Der militärisch-industriell-religiöse Komplex ist das ultimative Megasystem, das heute einen Großteil der Ressourcen und der Lebensqualität vieler US-Amerikaner kontrolliert. (Philip Zimbardo, Der Luzifer-Effekt - Die Macht der Umstände und die Psychologie des Bösen, 2008)


Krieg als Modernisierungsangriff: Die »Befreiung« des Iraks erscheint so in erster Linie als die gewaltförmige Durchsetzung marktwirtschaftlicher Strukturen im arabischen Raum und als Zerstörung sozialer Zusammenhänge, die sich immer wieder als Hemmschuh für eine kapitalistische Modernisierung herausstellten. (Dirk Hauer, 19.9.2003)


We cannot have peace if we are only concerned with peace. War is not an accident. It is the logical outcome of a certain way of life. If we want to attack war, we have to attack that way of life. (A.J. Muste)


Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen. (Albert Einstein)


WINSTON CHURCHILL VERÖFFENTLICHTE ein aufsehenerregendes historisches Werk mit dem Titel The Aftermath, den letzten Band seiner Geschichte des Weltkrieges. Es war im März 1929. In diesem Krieg sei vieles neu gewesen, schrieb Churchill. Zum Beispiel: »Es wurde planmäßig und teilweise erfolgreich der Versuch unternommen, ganze Nationen durch Aushungern zu besiegen.« Aber alles Geschehene sei nichts im Vergleich dazu, was geschehen wäre, hätten die Deutschen noch bis ins Jahr 1919 weitergekämpft, schrieb er. »Extrem giftiges Gas« hätte jeden Widerstand beendet. »Tausende von Flugzeugen hätten ihre Städte zerstört«. Stattdessen hätten die Kampfhandlungen urplötzlich aufgehört: »In Hunderten Laboratorien, in Tausenden Arsenalen, Fabriken und Büros sprangen die Leute von ihren Sitzen hoch und ließen fallen, womit sie gerade noch beschäftigt gewesen waren«. Doch die Nichtkombattanten, deren Arbeit unterbrochen worden war, fänden früher oder später Gelegenheit, ihre Pläne aus dem Jahre 1919 weiterzuverfolgen, prophezeite Churchill. »Der Tod steht bereit«, schrieb er, »gehorsam, ungeduldig, dienstwillig, bereit, wenn aufgefordert, ohne Hoffnung auf Wiedergutmachung all das zu zermalmen, was von unserer Zivilisation verblieben ist. Er wartet nur auf das Kommando«. (Nicholson Baker, Menschenhauch - Wie der Zweite Weltkrieg begann und die Zivilisation endete, S.24, 2009)


KRIEGSMINISTER HENRY STIMSON schrieb einen Brief an den Präsidenten der amerikanischen Akademie der Wissenschaften, Dr. Frank Jewett. »Wegen der möglichen Gefährdung unseres Landes durch sogenannte biologische Waffen erscheint es ratsam, Untersuchungen einzuleiten, um den derzeitigen Stand der Dinge und zukünftige Möglichkeiten zu eruieren«. Es war der 1.Oktober 1941. Daraufhin warb Jewett den gemütlich wirkenden Bakteriologen Dr. Edwin B. Fred an; er kam von der Universität Wisconsin, deren Präsident er später werden sollte. Fred wiederum rekrutierte weitere Wissenschaftler, die ihrerseits Mitarbeiter anstellten, sodass sich zunächst ein Dutzend, bald darauf Hunderte und schließlich Tausende von Menschen in Universitäten und Forschungszentren im ganzen Land mit der Frage befassten, wie Fieberkrankheiten, Epidemien, Wachstumsstörungen und Seuchen aller Art geheilt, aber auch ausgelöst werden könnten. (Nicholson Baker, Menschenhauch - Wie der Zweite Weltkrieg begann und die Zivilisation endete, S.450, 2009)


Dass verschiedene Viren, die ein Massensterben verursachen können, aktiver werden, ist auf eine zielgerichtete globale Strategie zurückzuführen, die auf die Reduzierung der Erdbevölkerung abzielt. (Leonid Iwaschow, Russischer Militärexperte: H1N1-Grippe soll „Überschuss“ an Menschen beseitigen, RIA Novosti, 25.5.2009)


VANNEVAR BUSH, Präsident Roosevelts Wissenschaftsberater und prominentes Mitglied der US-Militärforschung, unterhielt sich mit Präsident Roosevelt und Vizepräsident Wallace über die Uranbombe. Es war der Nachmittag des 9.Oktober 1941. Roosevelt war höchst angetan von dem Vorhaben und sandte kurz darauf eine Nachricht an Churchill: »Lieber Winston, wir sollten uns schriftlich oder mündlich bezüglich des Themas abstimmen, mit dem sich bei Ihnen der Maud-Ausschuss und bei uns Dr. Bushs Organisation befasst, damit alle weitergehenden Bemühungen koordiniert oder sogar gemeinsam durchgeführt werden können«. Das sogenannte Manhatten-Projekt nahm Fahrt auf. (Nicholson Baker, Menschenhauch - Wie der Zweite Weltkrieg begann und die Zivilisation endete, S.452, 2009)


X:

The only way to win World War III is to prevent it. (Dwight Eisenhower)


Die Menschheit muß dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende. (John F. Kennedy)


Größe zeigt sich nicht in Zerstörungsgewalt. (Barack Obama, 4.2009)


We need to decide that we will not go to war, whatever reason is conjured up by the politicians or the media, because war in our time is always indiscriminate, a war against innocents, a war against children. War is terrorism, magnified a hundred times. (Howard Zinn, US-political scientist and historian, The Old Way of Thinking, The Progressive, 11.2001)


Ein Krieg wird in letzter Hinsicht von der moralischen, wirtschaftlichen und politischen Widerstandskraft eines Landes entschieden und die Unterscheidung von Kombattanten und Nichtkombattanten ist deswegen hinfällig: Da die Industriearbeiter für die Kriegsanstrengung des Landes nicht weniger wichtig sind als die Frontsoldaten, so gibt es keinen Grund mehr, nur die letzteren zu bekämpfen und die ersteren zu schonen … Anders ausgedrückt findet hier ein Prozess statt, der die totale militärische Mobilisierung insofern radikalisiert, dass das Militärische und das Nichtmilitärische praktisch ununterscheidbar werden. (Thomas Hippler, Krieg aus der Luft - Konzeptuelle Vorüberlegungen zur Entstehungsgeschichte des Bombenkrieges, in: Ordnungen in der Krise, 2007; , , , )


Peace is a resistance to the terrible satisfactions of war. (Judith Butler)


Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden. (Verfassung der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur/UNESCO, 16.11.1945)


Kriege haben ihre Ursachen nicht nur in den Köpfen der Menschen, sondern ebenso in den politischen und gesellschaftlichen Strukturen der Staaten, die das internationale System bilden. (Hans Nicklas/Änne Ostermann, Friedensforscher/Friedensforscherin)


Wer auf Rache aus ist, der grabe zwei Gräber. (Chinesische Weisheit)


Der alte Grundsatz »Auge um Auge« macht schließlich alle blind. (Martin Luther King)


Dem Kampf einen Sinn zu geben ist leicht, weil wir uns vorlügen, der Sinn dieses Kämpfens liege im Frieden; mit dieser Lüge legen wir den Sinn in ein Ziel außer uns, wir legen es in unseren Gegner und damit ins Unerreichbare, denn auch wenn wir den Gegner erlegen, steht gegen uns ein neuer Gegner auf, den erlegten zu rächen, den wir, um nicht seiner Rache zu erliegen, wieder erlegen müssen: so schieben wir den Frieden vor uns her, statt ihn zu erreichen. (Friedrich Dürrenmatt, Zusammenhänge/Nachgedanken)


Nur wenn die Intensität unterhalb der Schwelle der offenen Freund-Feind-Unterscheidung gehalten wird, besteht eine Ordnung. Im anderen Falle drohen Krieg oder Bürgerkrieg. (Wikipedia, Carl Schmitt)


Die Macht, „den Feind“ zu erschaffen … Wenn eine Machtelite eine feindliche Nation vernichten will, beauftragt sie Propagandaexperten, ein Programm des Hasses zu fabrizieren. Was ist notwendig, damit die Bürger einer Gesellschaft die Bürger einer anderen Gesellschaft so sehr hassen, dass sie sie aussondern, quälen, gar töten wollen? Eine „hasserfüllte Illusion“ - ein psychologisches Konstrukt, das tief in ihrer Vorstellungswelt verankert ist, und zwar durch Propaganda, die jene Anderen in „den Feind“ verwandelt. Diese Einbildung ist das stärkste Motiv des Soldaten, sie lädt sein Gewehr mit der Munition des Hasses und der Angst. Das Bild des furchterregenden Feindes, der das eigene Wohlergehen und die nationale Sicherheit bedroht, treibt Mütter und Väter dazu, ihre Söhne in den Krieg zu schicken und ermöglicht es Regierungen, die Prioritäten der Politik zu ändern und Pflugscharen zu Schwertern der Zerstörung zu machen. (Philip Zimbardo, Der Luzifer-Effekt - Die Macht der Umstände und die Psychologie des Bösen, 2008)


Verbündet sich Macht mit chronischer Angst, wird sie gigantisch. (Eric Hoffer, The Passionate State of Mind, 1954)


Gott, was ein Mann alles sieht, wenn er ohne ein Gewehr ausgeht! (Afrikaan)


Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd. (Chinesische Weisheit)


Und wenn du auch die Kraft hast, einen Berg zu versetzen, so brauchst du noch einen Verstand, der so groß und so ruhig ist wie ein Ozean. (Chinesische Weisheit)


Krieg ist nicht ein Abenteuer. Es ist eine Krankheit. Es ist wie Flecktyphus. (Antoine de Saint-Exupéry, , )


Ich mahne unablässig zum Frieden; dieser, auch ein ungerechter, ist besser als der gerechteste Krieg. (Cicero, Ad Atticum, VII, XIV, 3)


Unter den Waffen schweigen die Gesetze = Silent leges inter arma. (Cicero, Pro Milone, IV, 11)


Wollt ihr die Unterschiede vernichten, hütet euch, dass ihr nicht das Leben tötet. (Leopold von Ranke, 1795-1886, dt. Historiker, Zur Geschichte Deutschlands und Frankreichs)


XI:

Wieso also thematisierten ‚humorige‘ Darstellungen Gewalt? In beiden Kriegen überschritten Soldaten Grenzen in Bezug auf die jeweils bis dahin (zumindestens im europäischen Rahmen) ausgeübte Kriegsgewalt … machten die Humorproduzenten den deutschen Soldaten und Zivilisten Angebote, wie sie ihr Vorgehen im Krieg einordnen und erzählen könnten … Generell sollte der „deutsche Humor“ parallel zu den Veröffentlichungen wahrgenommen werden, welche die systematische Ausgrenzungspolitik legitimierten und dabei immer wieder auch beschrieben, wie das SS-Organ Das Schwarze Korps oder der Stürmer. Diese Medien verhöhnten und verspotteten jüdische Deutsche, um sie aus der „Volksgemeinschaft“ auszugrenzen. (Martina Kessel, Gewalt schreiben - „Deutscher Humor“ in den Weltkriegen, in: Ordnungen in der Krise, 2007)


Zwei Juden badeten einst im Fluß, weil jeder Mensch einmal baden muss. Der eine ist versoffen, vom andern wolln wir’s hoffen. (Ludwig Voggenreiter (Hg.), Geballte Ladung. Heiteres für alle Fälle, S.63, Potsdam, 1942)


Humorproduzenten boten vielmehr (zumindestens auch) eine stabile oder wieder stabilisierbare Ordnung an, die im Krieg verloren zu gehen schien, sei es konkret die Ordnung des Raumes, der im Ersten Weltkrieg auf eine bis dahin unbekannte Art zerstört wurde, sei es die Ordnung sozialer Beziehungen, oder sei es die Integration von bestimmten Gewaltformen in herkömmliche Vorstellungen vom Krieg … In der NS-Zeit dagegen spitzte sich der Inklusions- und Exklusionscharakter des „deutschen Humors“ in Bezug auf die eigene Gesellschaft deutlich zu, während der Krieg als „ganz normaler“ Krieg erschien und die darüber hinausgehende Gewalt nur selten, dafür aber um so selbstverständlicher aufblitzte … Man kann diese Geschichten und Bilder daher auch…als semantische und bildliche Routinen in einer zerstörten und zerstörenden Welt verstehen, die den deutschen Soldaten räumliche, zeitliche und geschlechterspezifische Ordnungskonzepte lieferten, um ihnen zu helfen, in einer Welt des Todes zu leben. (Martina Kessel, Gewalt schreiben - „Deutscher Humor“ in den Weltkriegen, in: Ordnungen in der Krise, 2007)


Im „Dritten Reich“ war Rühmann einer der beliebtesten Schauspieler - auch in der Führungsriege der Nationalsozialisten. Am 18. Dezember 1937 notierte Goebbels in seinem Tagebuch der Schauspieler sei ein „netter, witziger und charmanter Junge“ … Zwei gespenstische Tage verbringt Rühmann in Hitlers Wolfsschanze, bis er Nachricht erhält. Der Reichsmarschall habe sich den Film im Kreise seines Stabes angesehen und mit dem „Führer“ gesprochen. Der soll nur gefragt haben: „Ist dieser Film zum Lachen?“ Und als Göring versicherte, dass er selbst mehrmals habe lachen müssen, erwiderte Hitler nur: „Dann ist dieser Film sofort für das deutsche Volk freizugeben.“ Propagandaminister Joseph Goebbels wird angewiesen, die Komödie unverzüglich in die Kinos zu bringen … sein wohl berühmtestes Werk bleibt „Die Feuerzangenbowle“. Die Uraufführung fand am 28.Januar 1944 in Berlin statt, in der Nacht zuvor hatten 1077 englische Bomber 3715 Tonnen Bomben auf Berlin abgeworfen. Einige der jungen Schauspieler, die Pfeiffers Klassenkameraden gespielt hatten, erlebten die Premiere nicht mehr - sie waren nach dem Dreh direkt an die Front geschickt worden und gefallen. (Benjamin Maack, Der (M)untergang, einestages.spiegel.de, 28.1.2009)


Krieg ist Krieg ist Krieg: lizenzierter Massenmord, Vergewaltigungen, Vertreibungen, Flucht, brennende Häuser, zerstörte Dörfer und Städte, verwüstete Landstriche, Herrschaft der rohen Gewalt. (Dirk Hauer, 19.9.2003)


Bis vor Kurzem wurde der systematischen Vergewaltigung ruandischer Frauen als Taktik des Terrors und der psychischen Vernichtung wenig Beachtung geschenkt. Einigen Berichten zufolge begannen die Gräuel, als der Hutu-Führer Major Silvester Cacumbibi die Tochter eines ehemaligen Freundes vergewaltigte und sie anschließend auch von anderen Männern vergewaltigen ließ. Sie berichtete später, er habe zu ihr gesagt: „Wir werden keine Munition auf dich verschwenden; wir werden dich vergewaltigen, und das wird für dich noch schlimmer sein“. (Philip Zimbardo, Der Luzifer-Effekt - Die Macht der Umstände und die Psychologie des Bösen, 2008)


Ein Bericht der Vereinten Nationen schätzt, dass in dieser kurzen Zeit des Grauens mindestens 200.000 Frauen vergewaltigt wurden; viele von ihnen wurden anschließend getötet. „Einige wurden mit Speeren, Gewehrläufen, Flaschen oder dem Staubblatt von Bananenstauden penetriert. Geschlechtsorgane wurden mit Macheten, kochendem Wasser und Säure verstümmelt; vielen Frauen wurden die Brüste abgeschnitten“. (Philip Zimbardo, Der Luzifer-Effekt - Die Macht der Umstände und die Psychologie des Bösen, 2008)


So unvorstellbar es jedem von uns erscheinen mag, dass ein Mensch vorsätzlich solche monströsen Verbrechen anordnen könnte - Nicole Bergevin, Paulines Anwältin in ihrem Völkermordverfahren, mahnt: „In Mordproszessen erkennt man, das wir alle anfällig sind. Man kann sich im Traum nicht vorstellen, so etwas selbst zu tun - doch man begreift, dass jeder Mensch dafür anfällig ist. Es könnte mir passieren, es könnte meiner Tochter passieren; es könnte auch Ihnen passieren“. (Philip Zimbardo, Der Luzifer-Effekt - Die Macht der Umstände und die Psychologie des Bösen, 2008)


In einem Buch über dieses Grauen hat die Autorin Iris Chang berichtet, dass chinesische Männer für Bajonettübungen und Enthauptungswettbewerbe benutzt wurden. Es wird geschätzt, dass 20.000 bis 80.000 Frauen vergewaltigt wurden. Viele Soldaten gingen über einfache Vergewaltigungen hinaus, indem sie Frauen die Eingeweide aufschlizten, ihre Brüste abschnitten und sie bei lebendigem Leibe an Wände nagelten. Vor den Augen anderer Familienmitglieder wurden Väter gezwungen, ihre Töchter zu vergewaltigen, und Söhne ihre Mütter. Kriege bringen Grausamkeiten und barbarisches Verhalten gegen jeden mit sich, der als Feind angesehen wird, als der entmenschlichte, dämonisierte Andere. Die Vergewaltigungen von Nanjing sind berüchtigt für die extreme Grausamkeit, mit der Soldaten unschuldige zivile „feindliche Nicht-Kombattanten“ gedemütigt und vernichtet haben. Wenn es sich dabei um ein vereinzeltes Ereignis handeln würde und nicht etwa nur um ein weiteres Kapitel im Journal solcher Unmenschlichkeiten gegen Zivilisten, könnten wir versucht sein, diese Taten für ein Anomalie zu halten. Aber das sind sie nicht: Britische Truppen haben im Unabhängigkeitskrieg der USA Zivilistinnen vergewaltigt und exekutiert. Sowjetische Soldaten der Roten Armee haben gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zwischen 1945 und 1948 schätzungsweise 100.000 Berliner Frauen vergewaltigt. Über die Vergewaltigungen und Morde an über 500 Zivilisten beim Massaker von My Lai im Jahr 1968 hinaus beschreiben kürzlich veröffentlichte Geheimakten des Pentagons 320 Vorfälle US-amerikanischer Gräueltaten gegen vietnamesische und kambodschanische Zivilisten. (Philip Zimbardo, Der Luzifer-Effekt - Die Macht der Umstände und die Psychologie des Bösen, S.15, 2008)


Wenn man erst einmal eine Uniform angezogen hat und eine Rolle, also einen Job bekommen hat, und einem gesagt wird, „Dein Job ist es, diese Leute unter Kontrolle zu halten“, dann ist man mit Sicherheit nicht mehr der Mensch wie in Alltagskleidung und in einer anderen Rolle. Man wird tatsächlich zu der entsprechenden Person, wenn man die Khaki-Uniform anzieht, die Sonnenbrille, den Schlagstock an sich nimmt und die Rolle spielt. Das ist dein Kostüm und du musst die Rolle entsprechend spielen, wenn du es anziehst. (Wärter Hellmann, in: Philip Zimbardo, Der Luzifer-Effekt - Die Macht der Umstände und die Psychologie des Bösen, S.209, 2008)


Gewiß, dieser seltsame Anzug hat mir den Kopf verrückt. (William Shakespeare, The Winter’s Tale, 1623)


Ohne die extreme Jugend der Soldaten im Ersten Weltkrieg wären Blutbäder wie das auf dem Schlachtfeld von Verdun (fast 700.000 Tote) nicht möglich gewesen. (Jules Romains)


Ach, dieses Lächeln im Krieg war erschütternder als das Weinen! (Karl Kraus, Die letzten Tage der Menschheit)


American Army ist ein kostenloses Online-Computerspiel, welches von der US-Armmee veröffentlicht und vom MOVES Institute der Naval Postgraduate School entwickelt wurde. Das Gameplay von AA beinhaltet viele taktische Elemente und Elemente eines Egoshooters. Ein hervorstechendes Merkmal von AA im Gegensatz zu herkömmlichen Egoshootern ist jedoch, dass jeder Spieler die Grundausbildung eines Soldaten („Basic Training“) virtuell absolvieren muss, bevor sich dieser am eigentlichen Spielgeschehen beteiligen kann … Laut einer Studie des MOVES Institute besteht eine direkte Verbindung zwischen Veränderungen in den Rekrutierungszielen bzw. -strategien der Armee und dem Design und Spieleinhalt von AA … Während eingangs die Unterhaltungsindustrie von den militärischen Forschungsergebnissen profitierte, setzte das Militär nach kurzer Zeit bereits kommerzielle Computerspiele zu Übungszwecken ein … In der Folge kam es also auch zu einer verstärkten Kooperation zwischen Militär und der Computerspieleindustrie. Die Resultate dieser Zusammenarbeit werden zu Werbezwecken oft mit dem Prädikat der Realitätsnähe ausgezeichnet … werden die gleichen Technologien in militärischen Einsätzen und Übungsszenarien, und in der Simulation von Krieg und (militärischer) Waffengewalt in Unterhaltungs- und Fernsehformaten eingesetzt … Mit AA entwickelte die Armee jedoch erstmals ihr eigenes Computerspiel für den kommerziellen Markt und erreicht bei gleichzeitiger Minimierung der Kosten ein Millionenpublikum (Yasmin Tawalbeh, Zivile Landschaften aus Krieg und Unterhaltung - Eine Betrachtung am Beispiel des Computerspiels „America’s Army“, 2008)


Das tausendfache wiederholte Üben von immer den gleichen Gewalthandlungen begünstigt Lernprozesse bekanntermaßen; und das tausendfache Betrachten visuell eindrücklich dargestellter Gewaltszenen führt darüber hinaus zu einer Abstumpfung gegenüber Gewalt. Beides betrifft nicht nur Gewalt in der virtuellen, sondern auch in der realen Welt. Nicht umsonst hat die Armmee der USA…tatsächlich ihr eigenes Ego-Shooter-Spiel produziert und im August 2002 kostenlos über verschiedene Kanäle, vor allem über das Internet, verteilt … Während die Rekrutierung von Kindern völkerrechtlich geächtet ist, scheint die virtuelle Ausbildung und militärische Indoktrination von Minderjährigen in den USA völlig in Ordnung zu sein. (Manfred Spitzer, Vorsicht Bildschirm!, S.214/215, 2005)


In der Zeitschrift Polizei und Wissenschaft halten die Autoren Max Hermanutz, Wolfgang Spöcker und Markus Paning über das »Schießen lernen mit Computerspielen« folgendes fest: »Probanden, die Erfahrungen mit Ego-Shooter-Spielen haben, zeigen bessere reale Schießleistungen als Probanden ohne solche Spielpraxis« … Diskutiert wird, inwieweit kommerzielle Computerspiele als Modul in die Schießausbildung von PolizeianfängerInnen Eingang finden können. (Thomas Feibel, Killerspiele im Kinderzimmer, 2004)


I’m an entertainer in the military-entertainment complex. (Bruce Sterling)


I am not afraid of an army of lions led by sheeps, I am afraid of an army of sheep led by a lion [Alexander the Great] … A government must not waiver once it has chosen its course [Otto v. Bismarck] … My life was too short to achieve the conquest of the world. That task is left for you [Genghis Khan] … Kriegerische Konflikte werden im Notfall auch mal mit Atomraketen gelöst (aus: 2K Games, Civilization Revolution, amazon.de, )


Sie sind gerade erst 10 oder 12 und befehligen schon ganze Armeen. Mit Pumpguns, Maschinengewehren und Raketenwerfern ziehen sie gegen die »Feinde« zu Felde … Mit acht bis zehn Jahren töten sie Männer, Frauen, Kinder … »Töten ist so normal wie Reis essen« … Sie prahlen mit ihren Taten und zeigen keine Reue … »Die ehemaligen Kindersoldaten wirkten wie defekte Roboter, denen man aus Versehen ein menschliches Herz eingebaut hatte« … Diese Kindersoldaten aus Liberia töten. Unsere Kinder… (Thomas Feibel, Killerspiele im Kinderzimmer, 2004)


:!:Um Menschen dazu zu bringen, mit etwas fortzufahren, vor dem sie natürlicherweise zurückschrecken, macht man daraus für sie Spaß. Diese Methode wird klassische Konditionierung genannt und wurde zum Beispiel von der japanischen Armee sehr effektiv zur Konditionierung ihrer Soldaten eingesetzt … Gewalttätiges Verhalten wird mit der Zeit anerzogen. Wir müssen leider feststellen, daß unsere Kinder durch übermäßigen Konsum von sinnlosen Gewaltdarstellungen einen systematischen Konditionierungsprozeß unterworfen sind, der ihre kognitive, emotionale und soziale Entwicklung derart beeinflußt, daß sie das Verlangen und/oder den konditionierten Reflex entwickeln, sich ohne Reue gewalttätig zu verhalten … Während unsere Kinder immer härtere Gewaltformen verlangen und immer weiter desensibiliert werden, lernen sie, daß Verletzen Spaß macht, »natürlich« und richtig ist. (Lt. Col. Dave Grossman, Wer hat unseren Kindern das Töten beigebracht? / Stop Teaching Our Kids to Kill, 2002/1999)


Wer die Menschen ruinieren will, braucht ihnen nur alles zu erlauben. (Kaiser Napoléon I. Bonaparte)


Sich zu widersetzen ist am Anfang immer leichter als am Ende. (Leonardo da Vinci)


Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie die Sozialisten einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Sozialist. Als sie die Juden einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte. (Martin Niemöller, dt. Theologe, 1892-1984)


Leider werden wirklich in der Geschichte immer diejenigen Männer als »groß« gefeiert, die viele Kriege begonnen und gewonnen haben. Aus diesen Gründen habe ich mich nie für Geschichtshelden wie Napoleon, Friedrich den Großen, Alexander oder Julius Cäsar begeistern können. (Bernhard Grzimek, Auf den Mensch gekommen - Erfahrungen mit Leuten, 1977)


Dieser Annahme Rechnung tragend, unterzogen die US-Streitkräfte im 2.Weltkrieg alle einberufenen Wehrpflichtige psychologischen Tests und schlossen 18,5 Prozent der Wehrpflichtigen vom Kriegsdienst aus, weil ihre Testergebnisse prognostizierten, dass sie eher zu einem psychischen Zusammenbruch im Gefecht neigen würden als andere Soldaten…Die mit diesem Screening verbundene Erwartung, dass allenfalls wenige US-Soldaten unter psychosomatischen Symptomen leiden würden, bestätigte sich nicht: »the rate at which soldiers in World War II were admitted to psychiatric hospitals was double the World War I rate, and separations from service for mental and emotional reasons increased almost seven times over the rate for World War I. Psychiatric casualties constituted the single largest category of disability discharges in World War II«…504.000 Soldaten schieden dauerhaft für den Kriegseinsatz aus, und weitere 596.000 Soldaten waren für Wochen oder Monate nicht einsetzbar … Da selbst kampferprobte Soldaten mit psychosomatischen Symptomen auf ihre Kampfeinsätze reagierten, war die Annahme, die Betroffenen seien schwach oder gar feige, nicht mehr zu halten, und »the military began to recognize that psychiatric breakdown was too common a phenomenon to be regarded as abnormal. The diagnostic name for psychiatric collapse was changed from ›psychoneurosis‹ to ›exhaustion‹, a change indicating that there was nothing particularly shameful about collapsing under the stress of battle«. (Jens Warburg, Das Militär und seine Subjekte - Zur Soziologie des Krieges, 2008)


Das Feuer der Artillerie beider Seiten und die Bombenangriffe der Alliierten verwandelten die Normandie in eine Mondlandschaft. Beevor berichtet von Soldaten, die heulend und schreiend in den Kratern hockten; andere pflückten wie in Trance Blumen zwischen explodierenden Geschossen. US-Mediziner registrierten allein bei ihren Truppen 30.000 Fälle von Kriegsneurosen. (Klaus Wiegrefe, Schreie in der Kraterlandschaft (D-Day), einestages.spiegel.de, 30.4.2010)


Vielen von uns Lebenden aber hat sich der unnatürliche Anblick der über Hügel und in Schützengräben verstreut liegenden Toten in aller Welt tief ins Hirn gebrannt. Der Tod kam wie am Fließband, in einem Land nach dem anderen, Monat für Monat und Jahr für Jahr. Tote im Winter, Tote im Sommer. Tote, so vertraut und beliebig, dass es einem geradezu eintönig wurde. Tote in so ungeheuerlicher Vielzahl, dass man sie fast zu hassen begann. Es gibt keinen Grund für euch daheim, auch nur zu versuchen, diese Dinge zu begreifen. Für euch daheim bleiben die Toten Statistik oder geliebte Menschen, die von euch gegangen und einfach nicht zurückgekehrt sind. Ihr habt nicht gesehen, wie der Soldat mit fratzenhaftem Gesicht und zerschmettert dalag, am Rand einer Schotterpiste in Frankreich. Wir haben ihn gesehen, mehrtausendfach haben wir ihn gesehen. Das ist der Unterschied… . (Ernie Pyle, amerikanischer Journalist, zit. in: Hans-Jörg Michaelsen, „Der Tod kam wie am Fließband“, einestages.spiegel.de, 7.5.2010)


Gegen die Einsicht, dass psychosomatische Reaktionen auf das Kriegsgeschehen alles andere als anormal sind, gab es große Widerstände zu überwinden. (Jens Warburg, Das Militär und seine Subjekte - Zur Soziologie des Krieges, 2008)


:!:More British soldiers are in prison than serving in Afghanistan … Shocking figures show nearly one in 10 prisoners in England are veterans … Gulf war veteran traumatised by combat in Iraq is forced to live on the streets. (20,000 neglected ex-servicemen are either in jail or on probation, Daily Mail Online/U.K., 26.9.2009)


XII:

Nun könnten menschenfreundliche Seelen sich leicht denken, es gebe ein künstliches Entwaffnen oder Niederwerfen des Gegners, ohne zuviel Wunden zu verursachen, und das sei die wahre Tendenz der Kriegskunst. Wie gut sich das auch ausnimmt, so muß man doch diesen Irrtum zerstören, denn in so gefährlichen Dingen wie der Krieg einer ist, sind die Irrtümer, welche aus Gutmütigkeit entstehen, gerade die schlimmsten. (Carl von Clausewitz, 1780-1831, Vom Kriege, 1.Kap., 1832-34)


Damit zeichnete sich bereits ein grundlegender Funktionswandel der Konzentrationslager ab. Aus einem befristeten Repressionsinstrument zur Etablierung eines neuen Regimes sollte eine Dauereinrichtung zur präventiven Inhaftierung all jener werden, die die Machthaber in Zukunft als Gegner definieren sollten. (Wolfgang Sofsky, Die Ordnung des Terrors - Das Konzentrationslager, S.43, 1993)


Hierdurch veränderte sich das KZ-System erheblich. Nicht mehr die wenigen großen Hauptlager, sondern eine immer weiter steigende Zahl von Außenlagern, die sich über ganz Deutschland und den angrenzenden Besatzungsgebieten verteilten, bstimmten das Bild. (Jan Erik Schulte, Das SS-Wirtschaft-Verwaltungshauptamt und die Expansion des KZ-Systems, in: Benz/Distel (Hg.), Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, S.151, 2005)


…kaum einen Ort im deutschen Herrschaftsgebiet [gab], an dem nicht ein Lager existierte, das Bestandteil des KZ-Systems war oder doch, unter Bezeichnungen wie Arbeitserziehungslager, Sonderlager, Polizeihaftlager, Zwangsarbeitslager, Jugendschutzlager, Ghetto, ganz ähnliche Funktionen erfüllt und die gleichen katastrophalen Haftbedingungen geboten hat. (Benz/Distel (Hg.), Die Organisation des Terrors, Bd.1 von Der Ort des Terrors, S.7, 2005)


Wir wollen anständig unsere Pflicht tun, dabei aber auch nicht weich werden. Hart - gerecht - wenn es sein muss vernichtend, das ist unsere Parole. (Karl Otto Koch, Kommandant mehrerer Konzentrationslager, zit. von: Karin Orth, Die Kommandanten der nationalsozialistischen Konzentrationslager, in: Ulrich Herbert (Hg.), Die nationalsozialitischen Konzentrationslager, Bd.2, S.774, 1998)


Der Körper wurde bis zum äußersten ausgenutzt: ihm wurde eine Nummer eintätowiert, um sich das Hundehalsband zu sparen, in der Nacht gewährte man ihm so viel Schlaf, dass der Mensch tagsüber arbeiten konnte, und am Tag so viel Zeit, dass er essen konnte. Und zu essen gab man ihm soviel, dass er nicht unproduktiv verreckte. Es gibt nur einen Ort zum Leben: das Stück Pritsche; der Rest gehört dem Lager, dem Staat. Aber selbst dieser winzige Platz gehört nicht dir, ebenso wenig wie das Hemd und die Schaufel. (Tadeusz Borowski, Bei uns in Auschwitz - Erzählungen, 1948/2006)


Wenn ein neuer Arzt auf der Bildfläche erschien und anfänglich entsetzt war über das, was er zu sehen bekam, fragte er: „Wie kann man überhaupt so etwas tun…das ist unmenschlich“ … dann war die allgemeine Antwort: „Was ist? Was meinst du, was ist besser?“ Ja, die generelle Antwort, nicht wahr, die alles geklärt hat: „Was ist jetzt besser? Ob er in der Scheiße verreckt, oder er geht im Gas gen Himmel“. Damit war für den Eingeweihten die ganze Sache geklärt … Die Begriff „Endlösung“ als Bezeichnung des Völkermords an den Juden diente einem zweifachen psychologischen Zweck: „Er bedeutete Massenmord, ohne sich anzuhören oder anzufühlen; und er hatte die Lösung eines Problems zum Ziel“. Er machte die ganze Angelegenheit zu einem schwierigen Problem, das es zu lösen galt - durch alle erdenklichen Maßnahmen, die geeignet waren, um ein pragmatisches Ziel zu erreichen. Diese intellektuelle Übung eliminierte Emotionen und Mitgefühl aus den täglichen Rundgängen der Ärzte. (Philip Zimbardo, Der Luzifer-Effekt - Die Macht der Umstände und die Psychologie des Bösen, S.211, 2008)


Ihr Überschreiten der Grenze hat einerseits mit der Medizin des Nationalsozialismus zu tun: Der Einzelne war in dieser Medizin hinter die GemeinSchaft zurückgetreten. Die Reichsärzteordnung von 1935 hatte dem Arzt nicht nur die Gesundheit des Einzelnen, sondern die des Volkes als Aufgabe zugewiesen. Volk und Rasse waren die Begriffe, die vor das Individuum getreten waren … Aber noch ein anderes hat zu dem unreflektierten versuchsweisen Umgang mit Menschen beigetragen: die Vernaturwissenschaftlichung der Medizin. Sie hatte schon lange vor 1933 den Menschen in der Medizin zum Objekt gemacht. (Rolf Winau, Medizinische Experimente in den Konzentrationslagern, in: Benz/Distel (Hg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, S.176f., 2005)


Integrale Bestandteile des auf vielfältige Weise verwobenen sozialen Netzes waren: persönliche Freundschaften - auch Querelen - , ein am Ideologem der ›NS-Sippengemeinschaft‹ orientierter gesellschaftlicher Kontext sowie auch ein eigener sprachlicher Code … Im Kern jedoch wurde das Geflecht durch die gemeinsam verübten Verbrechen zusammengehalten: durch die dienstliche Sozialisation und Dienstausübung, durch Formen kollektiver Gewalt. Die arbeitsteilige Täterschaft schweißte die Gruppe als solche zusammen und konstituierte sie. (Karin Orth, Bewachung, in: Benz/Distel (Hg.), Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Bd.1, S.132, 2005)


Die KZ-Wachtruppe insgesamt sowie auch die Wachtruppen jedes einzelnen KZ waren sozial äußerst heterogen zusammengesetzt, und zwar im Hinblick auf nahezu alle Parameter, die man bei einer sozialstrukturellen Analyse abfragen könnte … Wir finden Männer und Frauen, altgediente Soldaten und blutjunge Menschen, Deutsche und Nichtdeutsche, SS-Leute…, einfache Wachposten und hoch dekorierte, höchste SS-Führer, Christen und Gottgläubige, weltanschauliche Überzeugungstäter und zwangsrekrutierte Wehrmachtsangehörige, solche Personen, die wenige Wochen, und solche, die zwölf Jahre im KZ-Wachdienst standen, sadistische Massenmörder und solche, die die Häftlinge vergleichsweise human behandelten. (Karin Orth, Bewachung, in: Benz/Distel (Hg.), Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Bd.1, S.129+126, 2005)


Trotz nach wie vor anders lautender Bekundungen ehemaliger Nachbarn der Lager war es keineswegs so, dass die KZ-Umgebung nichts von den Ereignissen in den Lagern mitbekommen hätte; stattdessen bestand ein vielfältiges Beziehungsgeflecht zwischen ›innen‹ und ›außen‹, an dem die Häftlinge allerdings nur indirekt Anteil hattten. Akten…belegen, wie stark ein KZ ungeachtet des Eindrucks vieler Häftlinge, es handele sich um einen hermetisch abgeschlossenen Ort jenseits etablierter Normen, mit seiner Umwelt im Alltagsbetrieb vernetzt war: Von der Ausschreibung von Bauaufträgen über die Belieferung mit Lebensmitteln bis zur Suche nach entkommenen Gefangenen hatten die Nachbarn Anteil an den Geschehnissen, in der Regel als Beobachter, nicht selten als Profiteure, bisweilen als Mittäter. (Jürgen Matthäus, Quellen, in: Benz/Distel (Hg.), Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Bd.1, S.370, 2005)


Allem diktatorischen Zwangscharakter des NS-Regimes zum Trotz…war die NS-Herrschaft keine reine Diktatur von oben nach unten, sondern eine soziale Praxis, an der die deutsche Gesellschaft in vielfältiger Weise beteiligt war. (Frank Bajohr, »Unser Hotel ist judenfrei«. Bäder-Antisemitismus im 19. und 20.Jahrhundert, S.167, 2003)


Die einfachste und vorherrschende Haltung war…sichtbar zur Schau getragene Indifferenz und Passivität gegenüber der ›Judenfrage‹ - eine Einstellung, die nicht mit bloßem Desinteresse an der Verfolgung der Juden verwechselt werden darf, sondern als Versuch gesehen werden muss, sich jeder Verantwortung für das Geschehen durch ostentative Ahnungslosigkeit zu entziehen. (Peter Longerich, Davon haben wir nichts gewusst - Die Deutschen und die Judenverfolgung 1933-1945, S.328, 2006)


You’re not a man, you’re a machine. (George Bernard Shaw, 1856-1950, Arms and the Man, Act III, 1894)


Der einzelne ist nicht mehr er selbst, er ist ein Automat geworden, dessen Betrieb sein Wille nicht mehr in der Gewalt hat. (Gustave Le Bon, Psychologie der Massen, 1895)


Evil is unspectacular and always human, and shares our bed and eats at our own table. (W.H. Auden, Herman Melville)


Man beobachtet an menschlichen Wesen, dass sie wilder und grausamer werden - und das im Verhältnis zu ihrer Körpergröße. (Jonathan Swift, Gullivers Reisen)


Um eine Kultur zu schaffen, genügt es nicht, mit dem Lineal auf die Finger zu klopfen. (Albert Camus)


Wo Gewalt angewendet wird, da wird Gewalt geweckt. (Karl Jaspers)


Wer war’s, der nicht wusste, dass die fahrenden Ritter von aller gerichtlichen Obergewalt befreit und ausgenommen sind, dass ihr Schwert ihr Recht, ihr Mut ihre Regel, ihr Wille ihr Gesetz ist? (Miguel de Cervantes, Don Quijote)


Man kann einen Krieg beginnen, aber niemals beenden, wenn man will. (Niccolò Machiavelli)


Liebt ein Mensch den Frieden, wird er nicht zum Feigling. (Aus Afrika, Sprichwort der Igbo)


XIII:

:?:Alles hat seine Zeit und jegliches Vornehmen unter dem Himmel seine Stunde … Töten hat seine Zeit … Zerstören hat seine Zeit … Steine schleudern hat seine Zeit … Hassen hat seine Zeit … Krieg hat seine Zeit … Was hat nun der, welcher solches tut, für einen Gewinn bei dem, womit er sich abmüht?… (Prediger 3, 1-11, Alles hat seine Zeit, )


Gott ist immer mit den stärksten Bataillonen. (Friedrich II./‚der Grosse‘/‚Der alte Fritz‘, 1712-1786, König von Preussen, Brief an Herzogin Luise von Sachsen-Gotha, 8.5.1760)


Euer Gott liebt euer Volk und hasst meins. (Noah Seattle, 1786-1866, Häuptling der Suquamish und Duwamish, Chief Seattle - A Gentleman by Instinct, Urfassung der Rede Häuptling Seattles, 1854)


Das schlimmste an der christlichen Religion ist ihre krankhafte und unnatürliche Einstellung zur Sexualität. (Bertrand Russell, 1872-1970, britischer Philosoph und Mathematiker, Hat die Religion nützliche Beiträge zur Zivilisation geleistet?, 1930)


Man sagt oft, es sei falsch, die Religionen anzugreifen, weil die Religion die Menschen tugendhaft macht. So sagt man jedenfalls. Ich selbst habe das noch nicht bemerkt. (Bertrand Russell)


Was für das Christentum gilt, gilt gleichermaßen auch für den Buddhismus … die buddhistische Priesterschaft – wie es sie beispielsweise in Tibet gibt – ist in höchstem Grade bildungsfeindlich, tyrannisch und grausam. (Bertrand Russell, Hat die Religion nützliche Beiträge zur Zivilisation geleistet?, 1930)


Die Religion stützt sich vor allem und hauptsächlich auf die Angst. (Bertrand Russell, 1872-1970, British mathematician, philosopher and logician, Why I Am Not a Christian And Other Essays on Religion and Related Subjects, 1967)


Kill a Gook for God = Schlachte ein Schlitzauge für Gott. (Aufschrift auf Helmen von US-Soldaten im Vietnam-Krieg)


Globalisierung macht Mission noch dringender. (Prof. Michael Sievernich, in: „Alle haben ein Recht auf das Evangelium“, Kirchenboote.de, 26.9.2004)


There is only one religion, though there are a hundred versions of it. (George Bernard Shaw, 1856-1950, Plays Pleasant and Unpleasant, Vol.II, preface, 1898)


Christliche Fundamentalisten meinen, dass sie »die Wahrheit« gefunden haben. »Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben« … Damit teilen bibeltreue Christen die Menschen in zwei Gruppen: Menschen, die »die Wahrheit« bereits gefunden haben und andere, die sie noch suchen … Andere Religionen werden nicht anerkannt, nicht als gleichwertige »Glaubensalternative« verstanden. Bibeltreue Christen erheben sich nicht nur über andere Religionen, sondern auch über Menschen, die nicht an einen Gott glauben … Fundamentalisten wollen keinen echten Dialog auf Augenhöhe, sie wollen andere von ihrer Sicht der Dinge überzeugen, sie missionieren … Wenn Männer Männer oder Frauen Frauen lieben, vermuten viele bibeltreue Christen dahinter »tiefer liegende Probleme«. Sie sprechen von »praktizierter Homosexualität«, und die nennen sie »Sünde«, »Krankheit« oder »Perversion« … Intoleranz und Diskriminierung dürfen nicht geduldet werden. Und die Religionsfreiheit endet dort, wo andere in ihrer Freiheit eingeschränkt werden. (Oda Lambrecht/Christian Baars, Mission Gottesreich - Fundamentalistische Christen in Deutschland, 2009)


Firmengründer Erik Prince sehe sich «als christlichen Kreuzritter, der mit der Aufgabe betraut ist, die Muslime und den islamischen Glauben vom Erdboden zu tilgen». (Söldnertruppe: Blackwater-Chef ein «christlicher Kreuzritter»?, 20 Minuten Online/ch, 6.8.2009)


Seine strikte Ablehnung der Vermischung von religiöser und politischer Sphäre begründete Balic immer wieder auch damit, dass dies unweigerlich dazu führen muss, dass Religion zur Verschleierung politischer (und ökonomischer) Gruppeninteressen, allgemein zur religiösen Verbrämung ganz weltlicher Anliegen und somit letztlich zur religiösen Scheinlegitimation von Herrschaft schlechthin instrumentalisiert und missbraucht werde. Oder auch zum Schüren von Hass und Rechtfertigung von Aggression und Krieg. So haben Bürgerkrieg und bürgerkriegsähnliche Zustände in vielen Teilen der Welt oft ihre Wurzel in der Umfunktionierung von Religion zu einem Kampfinstrument gegen Angehörige einer anderen Religion als soziale Gruppe, die man aus völlig anderen Gründen ablehnt … Dies hat freilich nicht verhindert, dass andere religiöse Gruppen dort - oder, genauer, einige machthungrige wie machtbesessene, einflussreiche Politiker innerhalb dieser Gruppen - diesen Weg der Umfunktionalisierung von Religion im Tagesgeschäft gingen, indem sie Religionszugehörigkeit als Vehikel zum Anheizen eines latenten Nationalismus missbrauchten. (Fuad Kandil, Blockierte Kommunikation: Islam und Christentum, S.345, 2008)


Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. (Matthäus 5,9)


Und er wird richten zwischen vielen Völkern und Recht sprechen mächtigen Nationen bis in die Ferne. Und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Speere zu Sicheln; kein Volk wird gegen ein anderes Volk das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen. (Micha 4,3, nach der LutherBibel, vgl. Jesaja 2, 2-4)


Darum, wenn sie sich von euch fernhalten und nicht wider euch kämpfen, sondern euch Frieden bieten: dann hat Allah euch keinen Weg gegen sie erlaubt […] Wenn sie sich also nicht von euch fernhalten noch euch Frieden bieten noch ihre Hände zügeln, dann ergreifet sie und tötet sie, wo immer ihr sie auffindet. Denn gegen diese haben Wir euch volle Gewalt gegeben. (Koran, Sure 4, 90-91)


An und für sich gibt es keinen ‚Unfrieden zwischen den Religionen‘ - dieser erfährt erst durch den ‚Unfrieden zwischen den Nationen‘ seine stärksten Impulse. (Fuad Kandil, Blockierte Kommunikation: Islam und Christentum, S.257, 2008)


Die beste und einfachste Hypothese ist in der Tat, Gott zu postulieren. Gott ist wie die Demokratie: die am wenigsten schlechte und deshalb bestmögliche aller Lösungen. (Jean Baudrillard, „Das ist der vierte Weltkrieg“, Interview, Spiegel Online, 15.1.2002)


XIV:

The men of [the] Brookings [Institution] did it by analysis, by painstaking research, by objective writing, by an imagination that questioned the „going“ way of doing things, and then proposed alternatives … After 50 years of telling the Government what to do, you are more than a private institution … You are a national institution, so important…that if you did not exist we would have to ask someone to create you. (Lyndon B. Johnson, US-President, 29.9.1966)


[The Heritage Foundation] is without question the most far-reaching conservative organization in the country in the war of ideas, and one which has had a tremendous impact not just in Washington, but literally across the planet. (Newt Gingrich, Speaker of the House, 15.11.1994, zit. in: The Heritage Foundation, Annual Report 1994, p.2, Washington)


XV:

Neither hegemonic conformity nor resistance movements should target civilians; however, each should expect the material consequences of using terrorist means, i.e. live by the sword, die by the sword. (Dr. Dennis Chapman, Hull University, Defining Terrorism: A Thought Experiment, State of Nature, Spring 2009)


Kriege und die Bereitschaft von Selbstmordattentätern, um des Angriffs willen sich selbst zu zerstören, machen bewußt, dass allein das Recht mit seinen Pflichten und Sanktionsdrohungen den inneren und äußeren Frieden nicht mehr gewährleisten kann, wir vielmehr eine von den Menschenrechten geprägte, weltumspannende Friedenskultur brauchen. (Paul Kirchhof, Ex-Richter am Bundesverfassungsgericht, 2003)


Apokalyptik ist die religiöse Form der Weltpreisgabe, wie sie allein in einer Lage entstehen konnte, in der sich die Einzelnen und Gruppen nur als ohnmächtige Zuschauer von Machtkämpfen zwischen überlegenen Gewalten empfanden. (Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit)


Der Friedenszustand unter Menschen, die nebeneinander leben, ist kein Naturzustand (status naturalis), der vielmehr ein Zustand des Krieges ist, d.i. wenngleich nicht immer ein Ausbruch der Feindseligkeiten, doch immerwährende Bedrohung mit denselben. Er muß also gestiftet werden… (Immanuel Kant, Zum ewigen Frieden, S.15, 1795)


If you stop calling him your opponent, then perhaps he can join you as a partner. (Tristan J. Loo, US-author and expert on conflict resolution)


Die Gewalt besitzt nicht halb so viel Macht wie die Milde. (Samuel Smiles, engl. Biograph u. Sozialreformer, 1812 - 1904)


Der Mensch, der als Erster seinem Feind ein Schimpfwort statt eines Speers entgegenschleuderte, ist der wahre Begründer der Zivilisation. (Sigmund Freud)


Die Unfähigkeit, einen Klassenkameraden zu verprügeln, hat wohl mehr große Denker hervorgebracht als alle Geheimnisse des Universums. (Esther Vilar, argentinisch-deutsche Schriftstellerin)


Harren, sehn und schweigen verhütet manchen Krieg. (Volksweisheit)


There is no way to peace; peace is the way. (A.J. Muste, sometimes attributed to Mahatma Gandhi)


Peace cannot be achieved through violence, it can only be attained through understanding. (Ralph Waldo Emerson)


If you want to make peace, you don’t talk to your friends. You talk to your enemies. (Moshe Dayan)


Peace is not the absence of conflict but the presence of creative alternatives for responding to conflict — alternatives to passive or aggressive responses, alternatives to violence. (Dorothy Thompson, US-Journalistin)


It isn’t enough to talk about peace. One must believe in it. And it isn’t enough to believe in it. One must work at it. (Eleanor Roosevelt)


The structure of world peace cannot be the work of one man or one party or one nation. It must be a peace which rests on the cooperative effort of the whole world. (Franklin Delano Roosevelt)


Doch wegen ihrer Größe und ihres Gewichts im internationalen System vermögen die Irrtümer der USA den Planeten in einer Weise zu erschüttern, wie es die Irrtümer kleinerer Mächte niemals könnten. (Robert Kagan, Die Demokratie und ihre Feinde, S.101, 2008)


Jahrhundertelang machte man den Einbruch der Barbarenvölker für den Niedergang des Römischen Reichs verantwortlich. Wahr ist wahrscheinlich das Gegenteil: Die letzten paar Jahrhunderte konnte sich die antike Zivilisation nur noch dank des Zustroms fremder Völker am Leben halten. Das Römische Reich war eine Idee, die sich ungleich stärker durch die Bewunderung und Assimilation von Nachbarvölkern nährte als durch die immer überschätzte Stärke seiner Legionen. (Ulrich Kühne, Hallo Apokalypse, der Freitag, 5.3.2009)


In einem Essay aus dem Jahr 1999 sprach Samuel P. Huntington von einem »uni-multipolaren System mit einer Supermacht und mehreren Großmächten«. Er hielt diese Konstellation für eine kurze Übergangsphase auf dem Weg zu echter Multipolarität. (Robert Kagan, Die Demokratie und ihre Feinde, S.127, 2008, )


Die eigentliche Gefahr besteht darin, dass Washington die Karten, die es auf der Hand hat, schlecht ausspielt und dadurch Chaos und Instabilität hervorruft oder dass es sie überreizt und dadurch bei anderen Staaten Ablehnung provoziert und sie dazu bringt, dass sie ihrer eigenen Wege gehen. Der Umgang mit dem politischen wie militärischen Potenzial der USA bleibt daher mit Blick auf die weltweite Stabilität die wichtigste Aufgabe. Die Vereinigten Staaten müssen Regeln, Institutionen und Dienstleistungen zur Lösung der entscheidenden Weltprobleme anbieten und gleichzeitig andere Nationen - insbesondere die Schwellenländer - am System beteiligen. (Fareed Zakaria, Der Aufstieg der Anderen - Das postamerikanische Zeitalter, S.26, 1.2009)


Würde sich die Haltung der USA zu den Vereinten Nationen und ihren Bemühungen zum Besseren ändern, hätten wir wirklich die Chance auf eine effiziente und friedliche Weltordnung zum Wohle der meisten Menschen. (Josef Bordat, Gemeinsam sind wir stark, 8.2008)


Que le pouvoir arrête le pouvoir = Auf dass die Macht der Macht Grenzen setze. (Baron Charles de Montesquieu, 1689-1755, Vom Geist der Gesetze, XI, 6, 1748)


Well, virtually all of us - as time has shown - virtually all of us have had to ask ourselves those deeper questions. And in my talking with Jim Irwin and Charlie Duke and Alan Bean, and many of the other astronauts, who have been to the moon: it speeks eloquently to the fact, that you cannot look at earth from space - from the deep aspects of space -, and not be affected about what’s going on with earth! Many of us have said, if world leadership - particularly politicians - should get a chance to look at earth from space, from the perspective of seeing earth as a tiny little ball: that life would be quite different on earth; the political systems would be far more sensitive - not only to humans -, but to the environmental needs of earth itself: ‘We are the crew of spaceship earth - all of us!’ And we are very much in disharmony, and in mutiny. And if our leadership could see earth from space, I am sure it would be quite different! (Dr. Edgar Mitchell, Apollo 14-Astronaut)


Nur eine solidarische Welt kann eine gerechte und friedvolle Welt sein. (Richard von Weizsäcker, Verantwortung für sozialen Fortschritt, Gerechtigkeit und Menschenrechte, 1986)


Die Zeit des klassischen Gegensatzes Kapitalismus und Kommunismus ist endgültig vorbei. Das ist Vergangenheit. (Michail Gorbatschow, in: „Eine Charta für die Erde“ - Franz Alt im Gespräch mit dem Präsidenten des Grünen Kreuzes, Eco-World.de, 17.2.2000)


Die Weltzivilisation, die Menschheit hat noch nie so koordinierte Beschlüsse gefasst, abgesehen vom gemeinsamen Kampf gegen einen offenen Feind. Das ist ein Beweis dafür, dass wir entschlossen der Krise entgegenwirken wollen, und das flößt einem Optimismus ein. (Dmitri Medwedew, zit. in: Medwedew zog Vergleich zwischen gegenwärtiger Weltkrise und zweitem Weltkrieg, russland.RU, 7.6.2009)


XVI:

History is marked by alternating movements across the imaginary line that sepates East from West in Eurasia. (Herodotus, 484-425 BC, Greek historian)


There is no history but universal history - as it really was. (Leopold von Ranke, 1795-1886, German historian)


Il n’y a pas d’histoire de l’Europe, il y a une histoire du monde! (Marc Bloc, 1886-1944, historien français et un membre de la Résistance)


Es gilt einfach, die Bedrängungen aufzulösen, unter denen Überlebenswille in Aggression umschlägt. Auch das Beharren auf bestimmten „Lebensstandards“ gehört zu diesen Aggressionen. (Rudolf zur Lippe, Neues Denken - warum und wie?, in: Zukünfte, Nr.51, Herbst 2005)


Jetzt führt uns die Krise vor Augen: Wir haben alle über unsere Verhältnisse gelebt. Die Krise ging von den Industriestaaten aus - von denen, die sich bislang am stärksten fühlten. Und sie wirft ein Schlaglicht auf die Widersprüche, in die sich die industrialisierte Welt in den vergangenen Jahrzehnten verstrickt hat … Keiner kann mehr dauerhaft Vorteil nur für sich schaffen. Die Menschheit sitzt in einem Boot … Sicherheit, Wohlstand und Frieden wird es auch in den Industrieländern dauerhaft nur geben, wenn mehr Gerechtigkeit in die Welt kommt … Freiheit gewinnen durch Bündelung von Souveränität: Die EU sollte die Chance nutzen, dieses Friedensprinzip in eine neue Ära der kooperativen Weltpolitik einzubringen … Es geht um unsere Verantwortung für globale Solidarität … Wir brauchen als Weltgemeinschaft ein gemeinsames, verbindendes Ethos. (Bundespräsident Horst Köhler, Die Glaubwürdigkeit der Freiheit, Berliner Rede, 24.3.2009)


Sometimes there’s truth in old cliches. There can be no real peace without justice. And without resistance there will be no justice. (Arundhati Roy, Speech on Accepting the Sydney Peace Prize, 7.11.2004, , )


Public opinion wins war = Die öffentliche Meinung gewinnt den Krieg. (Dwight David Eisenhower)


The real and lasting victories are those of peace, and not of war. (Ralph Waldo Emerson)


Der einzige Sieg, an den ich glaube, ruht in der Kraft des Samenkorns. Senke das Samenkorn in die Erde, in die weite schwarze Erde, und der Sieg ist dein - mag es auch langer Zeit bedürfen, bis wir den Weizenhalm triumphieren sehen. (Antoine de Saint-Exupéry, 1900-1944, Flug nach Arras/Pilote de guerre, 1942)


It is not the strongest of the species that survive, nor the most intelligent, but the one most responsive to change. (Charles Darwin)


Die letzte verantwortliche Frage ist nicht, wie ich mich heroisch aus der Affäre ziehe, sondern wie eine kommende Generation weiterleben soll. (Dietrich Bonhoeffer, 1906-1945)


Wahrheit ist, was uns verbindet. (Karl Jaspers, 1883-1969, dt. Psychiater und Philosoph)


peak-krieg/peak-war/intro/zitate/start.txt · Zuletzt geändert: 2010/08/27 19:26 von admin