Inhaltsverzeichnis

Peak Leugner

Intro:


Zitate:

I:

There is only one good, knowledge, and one evil, ignorance. (Socrates, 469-399 BC, Classical Greek philosopher, quoted in: Diogenes Laertius, Lives of Eminent Philosophers)


Men argue; nature acts. (Voltaire)


Man muß sich bemühen, die Mehrheit der Stimmen auf seiner Seite zu haben: Also beleidigt mir die Dummköpfe nicht! (Alexander Sergejewitsch Puschkin, 1799-1837, russischer Nationaldichter)


If you don’t read the newspapers you are uniformed. If you do read the newspapers you are misinformed. (Mark Twain, 1835-1910, US-amerikanischer Schriftsteller)


Most people spend more time and energy going around problems than in trying to solve them. (Henry Ford, 1863-1947, US-amerikanischer Unternehmer)


The trouble with the world is that the stupid are cocksure and the intelligent are full of doubt. (Bertrand Russell, The Triumph of Stupidity, 1933)


Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht auf eigene Fakten. (Patrick Moynihn, 1927-2003, US-Senator)


Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber haben nicht alle den gleichen Horizont. (Konrad Adenauer, 1876-1967)


Kein Fehler ist so ungeheuerlich, dass er nicht selbst unter den fähigsten Menschen Verteidiger finden würde. (Lord John Dalberg-Acton)


Unsichtbar wird der Wahnsinn, wenn er genügend große Ausmaße angenommen hat. (Bertolt Brecht)


Oh, how sweet it is to hear ones own convictions from another’s lips. (J.W. von Goethe, 1749-1832)


Es ist leichter eine Lüge zu glauben, die man schon hundert mal gehört hat, als die Wahrheit, die man noch nie gehört hat. (Robert W. Lynd, 1879-1949)


What gets us into trouble is not what we don’t know, it’s what we know for sure that just ain’t so. (Mark Twain)


Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht. (Abraham Lincoln)


The great enemy of truth is very often not the lie - deliberate, contrived and dishonest - but the myth - persistent, persuasive and unrealistic. (John F. Kennedy)


Auf dem 22. Bundesparteitag der Christdemokraten im Jahr 1973 ließ der Professor in einer Rede die Katze aus dem Sack und forderte eine „Revolution durch Sprache“. Durch die Schöpfung von neuen Begriffen, so Biedenkopf, müssten Politik und Partei das eigene Versagen relativieren. Sprache sei Strategie, mit der die Medienlandschaft in Deutschland besetzt werden müsste. (Udo Schulze, Die deutsche Tradition der manipulativen Wortschöpfung, Telepolis/heise.de, 2.2.2010)


Je mehr Schwäche, je mehr Lüge. Die Kraft geht gerade. (Jean Paul)


Manche Leute sind gerade noch aufgeklärt genug, um an Gespenster nicht zu glauben, aber immerhin in Zweifel, ob nicht vor hundert Jahren noch welche existiert haben. (Arthur Schnitzler)


Wir alle werden verrückt geboren. Manche bleiben es. (Samuel Beckett, 1906-89, Warten auf Godot, 1955)


Fehler sind das Tor zu neuen Entdeckungen. (James Joyce, Ulysses)


Es gehört nicht viel Geist dazu, alles zu verwirren, viel aber, alles auszugleichen. (Baron Charles de Montesquieu, 1689-1755, Meine Gedanken)


Probleme sind nur dann Probleme, wenn sie nicht isoliert, nicht Stück für Stück bearbeitet und gelöst werden können. Gerade das macht ihre Problematik aus. (Niklas Luhmann, Soziale Systeme, 1984)


Vom zu vielen Schlafen hat die Schlange ihre Füße verloren. (Afrikanisches Sprichwort)


II:

It is difficult to get a man to understand something, when his salary depends upon his not understanding it! (Upton Sinclair, 1878-1968, US-Schriftsteller, I, Candidate for Governor: And How I Got Licked, 1935)


Geld regiert die Welt (aber wer regiert das Geld?). (Redensart)


Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. (Redensart)


Wer das Geld gibt, bestimmt die Musik. (Volksweisheit)


By think tanks I mean the people who are paid to think by the makers of tanks. (Naomi Klein, geb.1970, kanadische Autorin und Kritikerin der neoliberalen Globalisierung, )


Der Zweifel ist unser Produkt, denn er ist unsere beste Waffe im Wettkammpf mit den ‚Tatsachen‘… . (Aus einem internen Memo der TOBACCO COMPANY von 1969; zit. nach: Al Gore, Wir haben die Wahl, S.356, 2009)


Topmanager von Zigarettenkonzernen sagten 1994 in einer Anhörung vor dem US-Kongress aus, Nikotin mache nicht abhängig. (Al Gore, Wir haben die Wahl, S.356, 2009)


Ziel ist es, die globale Erwärmung als Theorie statt als Tatsache neu zu positionieren… . (Aus einem internen Memo des Information Council On The Environment von 1991, einer Interessensorganisation mehrerer Kohle- und Energiekonzerne; zit. nach: Al Gore, Wir haben die Wahl, S.357, 2009)


„I have it from high authority that there is plenty of Oil Resource.“ (Nate Hagens, Peak Oil - Believe it or Not?, The Oil Drum.com, 3.11.2007, )


III:

There are only seven percent of the people of the world living in the United States, and we use thirty percent of all the energy. That isn’t bad, that is good. That means we are the richest, strongest people in the world and that we have the highest standard of living in the world. That is why we need so much energy, and may it always be that way. (Richard Nixon, 1973, während der Ölkrise und im 3.Jahr nach Peak Oil in den USA)


Anyone who believes exponential growth can go on forever in a finite world is either a madman or an economist = Jeder, der glaubt, dass exponentielles Wachstum in einer endlichen Welt für immer weitergehen kann, ist entweder verrückt oder ein Ökonom. (Kenneth E. Boulding, ca. 1980, , )


There is no reason to believe that at any given moment in the future the available quantity of any natural resource or service at present prices will be much smaller than it is now, or non-existent. (Julian L. Simon, The Ultimate Ressource, 1981)


Solange die Menschen es der Mühe wert finden, sich für eine reichhaltigere Versorgung anzustrengen, so lange bleibt es Aufgabe der Wirtschaftspolitik, für günstige Wachstumsbedingungen zu sorgen. (Die ‚Fünf Wirtschaftsweisen‘ in ihrem Jahresgutachten, 1987/88)


In jedem von uns steckt die Umweltsau. Man muss sie nur rauslassen. (Dirk Maxeiner/Michael Miersch, Öko-Optimismus, 1996)


Die zeitliche und quantitative Umschreibung eines Endzustands nachhaltiger Entwicklung aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Perspektive ist unmöglich und widerspricht auch einem dynamisch offenen Entwicklungsprozess. (Gerhard Voss, Volkswirt, in einem Beitrag des Instituts der deutschen Wirtschaft zum Thema Nachhaltigkeit, 1997; zit. in: Fred Luks, Nachhaltigkeit, S.18, 2002)


At work is a general process that underlies all the specific findings in the book: humans on average build a bit more than they destroy, and create a bit more than they use up … The crucial evidence for the existence of this process is found in the fact that each generation leaves a bit more true wealth - the resources to create material and non-material goods - than the generation began with. That is, the standard of living of each generation is on average higher than the generation before. Indeed, it is necessarily so … The longer run, however, is a different story. The standard of living has risen along with the size of the world’s population since the beginning of recorded time. There is no convincing economic reason why these trends toward a better life should not continue indefinitely. (Julian L. Simon, The Ultimate Resource 2, Conclusion, 1998)


Meine langfristige Vorhersage sieht, kurz gesagt, so aus: Die materiellen Lebensbedingungen werden sich weiterhin für die meisten Menschen in den meisten Ländern die meiste Zeit über ständig verbessern. In hundert oder zweihundert Jahren befinden sich alle Nationen und der größte Teil der Menschheit auf dem heutigen westlichen Lebensstandard oder darüber. Mir ist aber auch klar, daß viele weiterhin denken und sagen werden, die Lebensbedingungen würden sich verschlechtern. (Julian L. Simon, 1932-1998, Prof. für Wirtschaftswissenschaft an der Uni of Maryland, zit. nach: Bjørn Lomborg, Apocalypse No! Wie sich die menschlichen Lebensgrundlagen wirklich entwickeln, S.2, 2002)


We are all energy sinners, doomed to die, unless we seek salvation, which is now called sustainability. Sustainability is salvation in the church of the environment. (Michael Crichton, 1942-2008, US-amerikanischer Schriftsteller, Environmentalism as Religion, 15.9.2003)


Der Ökologismus ist heute eine der einflussreichsten Religionen der westlichen Welt. Es scheint die bevorzugte Religion urbaner Atheisten geworden zu sein. (Michael Crichton, 1942-2008, US-amerikanischer Schriftsteller, Environmentalism as Religion, 15.9.2003)


Die Reihe ökologistischer Kreuzzüge auf Kosten anderer wird immer länger … Der Ökologismus hat er es in Deutschland beinahe schon zur neuen Staatsreligion gebracht. Und die traditionellen Kirchen reihen sich in den grünen Pilgerzug ein, um nicht alle Schäfchen zu verlieren … Mit religiösem Eifer werden die Möglichkeiten untergraben, gegenwärtige und künftige Menschheitsprobleme zu lösen. Die Ökologisten sehen sich dabei selbst als milde und gütige Menschen, deren Härte von der heiligen Sache erzwungen wird. (Dirk Maxeiner/Michael Miersch, Lasset uns Mülltrennen - Der Ökologismus als neue Religion der Wohlstands-Eliten, Cicero, 2.2005)


In den letzten Jahrzehnten ist reichlich ‚herrschaftsfreier‘ Raum entstanden … Dieses Vakuum haben zum Teil neue Wertegeber besetzt – selbst ernannte Weltverbesserer, die ihr eigenes Raster für Gut und Böse entwickelt haben und ein ganz eigenes Bild von ‚Schöpfung‘ und ‚Schöpfungsfeinden‘ teilen. Eine Grundlage ihres Weltbildes bildet die von Dennis L. Meadows 1972 im Auftrag des ‚Club of Rome‘ herausgegebene Studie zur Weltwirtschaft mit dem Titel Die Grenzen des Wachstums. In seinem Sinne sind sie angetreten, die Gesellschaft umzugestalten. Im tieferen Sinne zielen sie auf eine Weltherrschaft der Bürokraten ab. (Hanna Thiele, Bundesfachausschuss Umwelt der FDP-Bundestagsfraktion, Die deformierte Gesellschaft - Über den Aufstieg der Umweltbürokraten, novo-magazin.de, nr.85, 11/12.2006)


Everything is on the table. There must be no more taboos. (World Energy Council/Korn-Ferry International, 2007 Global Energy Survey, P.2, 6.2007)


Der Umwelt ging es besser, doch die Untergangsszenarien wurden immer apokalyptischer. Um sicherzugehen, dass die Realität nicht wieder stört, retten die heutigen Grünen das Klima einer fernen Zukunft, die sie selbst nicht mehr erleben werden. Angst zu machen ist ihr Geschäft. (Michael Miersch, Die grüne Unschuld?, Cicero, 7.2009)


IV:

The American way of life is not negotiable/The American life-style is not up for negotiation. (George H. W. Bush, UNO Earth Summit, Rio de Janeiro, 1992, , , , )


Wir brauchen ein Energiegesetz, das zum Verbrauch anregt. (George W. Bush, 2002, )


So reichen beim heutigen Verbrauch unsere Ölvorräte für weitere 40 Jahre, Gasvorräte 60 und Kohle gar 230 Jahre. Schieferöl kann schon bei einem Preis von 40 US-Dollar pro Barrel unseren Ölbedarf in den kommenden 250 Jahren decken, wenn man den heutigen Verbrauch zugrunde legt … Weltweit dürfte es 242-mal mehr Schieferöl als konventionelle Erdöl- und Erdgasressourcen geben. Zudem enthält Schieferöl mehr als achtmal soviel Energie wie alle anderen Energieressourcen zusammen - Öl, Gas, Kohle, Torf und Teersände … Insgesamt kann das vorhandene Öl unseren Gesamtverbrauch 5000 Jahre lang decken, Uran 14.000 Jahre lang … Schätzungen der weltweiten Kohlevorräte gehen sehr viel weiter - angeblich ist noch Kohle für gute 1500 Jahre vorhanden. (Bjørn Lomborg, Apocalypse No! Wie sich die menschlichen Lebensgrundlagen wirklich entwickeln, S.164/156, 2002)


The petroleum industry forecasts (Tippee, 2003) a net increase in non-OPEC production of about 5–8 M b/d by 2010, with a 5 M b/d increase in the FSU, a 4.5 M b/d increase in deepwater projects, and a 1.5–2 M b/d increase in nonconventional sources in Canada and Venezuela counteracting a decline of 4–6 M b/d in other non-OPEC areas. (Alfred J. Cavallo, Spare Capacity (2003) and Peak Production in World Oil, Natural Resources Research, Vol.13, No.1, March 2004)


Das gegnerische Lager rund um Saudi-Aramco, Ölmultis wie Exxon-Mobil und die wissenschaftliche Gruppe CERA (Clanbridge Energy Research Associates) bestreitet eine Versorgungslücke, spricht im Gegenteil von Überkapazitäten bis zum Jahr 2010 und sieht den Öl-Förder-Gipfel erst für die Zeit nach 2040. (Hans-Jürgen Klisch, Der Öl-Fördergipfel ist überschritten, Handelsblatt, 3.12.2005)


Wir machen uns um die falschen Dinge Sorgen. In seiner bahnbrechenden Studie „Die Grenzen des Wachstums“ von 1972 erklärte der Club of Rome, daß uns bis 1993 Gold, Quecksilber, Blech, Zink, Erdöl, Kupfer, Blei und Gas ausgegangen wären. Nichts davon trat ein. Genaugenommen schwimmen wir in Ressourcen, aber die Menschen gehen uns aus - die eine wirklich unersetzliche Ressource. (Mark Steyn, Selbstmord Europas, Welt Online, 9.2.2006; dreiste Falschaussagen zu GdW (EG))


Mit Sicherheit festzustellen ist jedoch, dass Uran insgesamt ein begrenzter Rohstoff ist, der der Menschheit im bisherigem Ausmaß nur für einige weitere Generationen - und damit nicht wesentlich länger als Öl oder Gas und eher kürzer als die Kohle - zur Verfügung stehen wird … Ob der Zeitraum von 50 bis 150 Jahren bis zur vorraussichtlichen Erschöpfung der Vorräte als lang…oder kurz…bewertet wird, erscheint damit letztlich auch als eine Frage des jeweiligen politischen Zeithorizonts. (Daniel Lübbert/Felix Lange, Uran als Kernbrennstoff - Vorräte und Reichweite, Dt. Bundestag/Wiss. Dienste, 27.3.2006)


Wenn nichts passiert, dann wird die Menschheit innerhalb von 200 Jahren die fossilen Energiequellen aufgebraucht haben. Die Verknappung der Ressourcen und der Kampf gegen die Klimaveränderung verlangen eine Revolution unserer Produktions- und Konsumweisen. (Jacques Chirac, frz. Präsident 1995-2007, zit. in: Der Kernfusionsreaktor Iter wird gebaut, FAZ.net, 21.11.2006)


Coal can be the new oil, without the risk premium. (World Energy Council/Korn-Ferry International, 2007 Global Energy Survey, P.8, 6.2007)


It is concluded in the Oil Commentary that, with 37% of the EUR already extracted, the depletion mid-point – when half of the EUR will have been recovered – will be reached within the next 10 to 20 years. Once this point is reached, the decline of conventional oil production is described as inevitable … Moreover, at this point in time the depletion argument can only be applied to ‘conventional’ oil production: supplies from other sources (such as natural bitumen, extra-heavy oil, oil shale, derivatives of coal and natural gas), will increasingly come into play, meeting at least part of the potential deficit in liquid fuels availability. (World Energy Council (WEC), 2007 Survey of Energy Resources - Executive Summary, P.7, 9.2007)


Oil will not finally run out for very many years, if ever. (World Energy Council (WEC), 2007 Survey of Energy Resources - Executive Summary, P.7, 9.2007)


At the present level, global gas reserves are equivalent to more than 56 years’ production (net of re-injection) at the 2005 rate … The abundance of gas reserves already discovered, and the prospects for a large yet-to-find potential, give natural gas a lifetime probably in excess of 130 years, at the current rate of consumption. (World Energy Council (WEC), 2007 Survey of Energy Resources - Executive Summary, P.9, 9.2007)


»Man findet ständig neues Öl«, sagt Frondel, »auch in der Nordsee«. Anders verhält es sich mit der Gesamtmenge eines Rohstoffs in der Erdkruste. Diese ist natürlich begrenzt, aber noch lange nicht aufgebraucht, sagt Experte Frondel. »Es gibt genug Öl auf der Welt«. Sämtliche Vorhersagen aus den siebziger Jahren, wonach die Rohstoffvorräte der Erde schon bald aufgebraucht würden, seien heute widerlegt. (Ölindustrie warnt vor neuem Preis-Schock, Spiegel, 1.11.2007)


Selbst dann, wenn es keinen weiteren Anstieg des Erdölverbrauchs mehr gäbe, würden die Restbestände an konventionellem Erdöl voraussichtlich nur noch ca. 60 Jahre und die Bestände an nicht-konventionellem Erdöl (Ölsande, Ölschiefer) noch weitere ca. 80 Jahre reichen … Sehr große, zusätzliche Ressourcen existieren jedoch im Bereich ‚nichtkonventionelles Erdgas‘. Rein rechnerisch würden allein diese Ressourcen ausreichen, um den gesamten derzeitigen Primärenergieverbrauch der Welt über 100 Jahre lang abzudecken … Die Kohlereserven und -ressourcen liegen deutlich oberhalb der Werte, die für Erdöl und Erdgas angegeben werden. Wenn die globalen Jahresverbräuche für Kohle nicht steigen, können diese Ressourcen voraussichtlich noch mehr als 800 Jahre lang in Anspruch genommen werden. (Wissenschaftlicher Beirat Agrarpolitik beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Nutzung von Biomasse zur Energiegewinnung – Empfehlungen an die Politik, 11.2007)


V:

Aber, aber, höre ich die Kritiker sagen, kann Übertreibung nicht nützlich sein? Wenn die steigenden Wasserspiegel der Klimakatastrophe statt sechs Meter am Ende doch nur ein paar Zentimeter betragen werden – wir haben gewarnt! Gelobt sei der Club of Rome, dessen Prognosen zwar alle falsch waren, aber es diente ja der guten Sache! Es fällt uns gar nicht auf, welches Menschenbild hinter einer solchen Argumentation steckt. Es handelt sich um eine neudeutsche Variante der Schwarzen Pädagogik, in der sich der 68er-Fundamentalismus mit der reaktionär-konservativen Zivilisationskritik verbündet. (Matthias Horx, Die Hysterische Gesellschaft, 7.7.2008)


Die statistischen Reichweiten betragen beim Erdöl 41 Jahre, beim Erdgas 60 Jahre, bei der Hartkohle 137 Jahre, und bei der Weichbraunkohle 293 Jahre. (Hans-Werner Sinn, Das grüne Paradoxon, S.403/307, 2008)


Vom Beginn der Industrialisierung bis heute sind erst 5 % der vorindustriellen Kohlenstoffressourcen abgebaut, doch wenn alles unkontrolliert weiterläuft, dann werden es bis zur Mitte des Jahrhunderts 18 % und bis zum Jahr 2100 bereits 41 % sein. (Hans-Werner Sinn, Das grüne Paradoxon, S.397/356, 2008)


Aber diese Position ist schon deshalb nicht haltbar, weil die individuelle Vorteilssuche das generelle Erfolgsgeheimnis der marktwirtschaftlichen Ordnung ist, das durch die historische Überlegenheit dieser Wirtschaftsform, aber auch durch die theoretischen Arbeiten der Nobelpreisträger Kenneth Arrow und Gérard Debreu hinreichend belegt ist. Mit knappen Ressourcen zu haushalten gelingt der Marktwirtschaft grundsätzlich besser als anderen Wirtschaftsformen. Der dramatische Rückgang des Kohlendioxidausstoßes in den osteuropäischen Ländern nach dem Ende des Kommunismus belegt dies auch praktisch recht eindrucksvoll. (Hans-Werner Sinn, Das grüne Paradoxon, S.367, 2008; vgl. dazu den Fall USA (EG))


Es ist, als ob wir alle Menschen in ein Flugzeug verfrachtet hätten und dann in 10 000 m Höhe merken, dass wir keine Tankuhr an Bord haben. Die Experten sagen uns zwar, wir haben genug Treibstoff, um wieder sicher zu landen. Aber was, wenn sie irren? (Matthew R. Simmons, Der größte Rückzug der Menschheit, Interview in: Pictures of the Future - Zukunft der Rohstoffe, Siemens AG, Herbst 2008)


Doch es gibt Schätzungen und viele geologische Untersuchungen, die Mut für die Zukunft machen. So schätzt beispielsweise die Bundesanstalt für Geowissenschaften das Gesamtpotenzial Ende 2006 auf 1 798 Billionen Kubikmeter Erdgas und 561 Milliarden Tonnen Erdöl. Dies entspräche einer rechnerischen Reichweite auf Grundlage der Jahresproduktiuon 2006 von 143 Jahren bei Erdöl und 487 Jahren bei Erdgas … Etwa 20 Mrd. m3 Erdgas werden jährlich aus inländischen Quellen gefördert. Dies entspricht rund einem Fünftel des deutschen Erdgasbedarfs. Die jährliche Erdölförderung in Deutschland beträgt knapp 4 Mio. t. Darüber hinaus fördern die deutschen Erdöl- und Erdgasproduzenten im Ausland 10 Mrd.m3 Erdgas sowie 10 Mio. t Erdöl. Die Gesamtförderung der deutschen Produzenten entspricht größenordnungsmäßig 27 Prozent des deutschen Erdgas- und circa 15 Prozent des deutschen Erdölbedarfs. (Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung e.V. (WEG), Reserven und Ressourcen - Potenziale für die zukünftige Erdgas- und Erdölversorung, 9.2008)


Wir müssen uns über die Ölreserven in diesem Jahrhundert keine Sorgen machen. Schon jetzt sind Quellen, die den Bedarf in den nächsten 40 bis 45 Jahren decken, eindeutig nachgewiesen, angebohrt und mit heutiger Technologie förderbar. (Uwe Franke, Chef der Deutschen BP, „Wir können nichts für die Preise“, TAZ, 2.10.2008)


Physical peak oil, which I have no reason to accept as a valid statement either on theoretical, scientific or ideological grounds, would be insensitive to prices. In fact the whole hypothesis of peak oil – which is that there is a certain amount of oil in the ground, consumed at a certain rate, and then it’s finished – does not react to anything … Peak oil has been predicted for 150 years. It has never happened, and it will stay this way = Physikalisches Peak Oil, welches ich weder aus theoretischen, wissenschaftlichen noch ideologischen Gründen anerkennen kann, ist unempfindlich gegenüber Preisen. Tatsächlich ist die ganze These, wonach es nur eine gewisse Menge Öl im Boden gibt, das mit einer gewissen Rate konsumiert wird und dann zu Ende geht, mit nichts gerechtfertigt … Peak Öl wird seit 150 Jahren prophezeit. Es hat sich nie bewahrheitet und so wird das auch zukünftig bleiben. (Christoph Rühl, Preisschwankungen werden wahrscheinlich zunehmen, BP-Chefökonom, Euractiv.com, 1.10.2008, )


VI:

Some business leaders are cozying up with politicians and scientists to demand swift, drastic action on global warming. This is a new twist on a very old practice: companies using public policy to line their own pockets … We must ask whether a „climate-industrial complex“ is emerging, pressing taxpayers to fork over money to please those who stand to gain. (Bjørn Lomborg, The Climate-Industrial Complex - Some businesses see nothing but profits in the green movement, The Wall Street Journal, 22.5.2009)


Boeing rechnet etwa damit, dass sich die Zahl der größeren Flugzeuge mit über 100 Sitzen bis zum Jahr 2027 auf 35.800 Maschinen fast verdoppelt. (Grüner Flug ins Blaue - Fliegen und Umweltschutz, Financial Times Deutschland, 30.5.2009)


Wir dürfen fossile Brennstoffe nicht dämonisieren. Sie sind ein wichtiger Bestandteil in einem vernünftigen Energiemix - und das noch für viele, viele Jahre. (Mohamed Bin Dhaen Al Hamli, Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate, in: Nur ein „Super-Kyoto“ kann helfen - Munich Economic Summit, Handelsblatt, 2.6.2009)


BGR-Energierohstoffexperte Prof. Dr. Bernhard Cramer dazu: „Bei Erdöl aus konventionellen Vorkommen erwarten wir nach unseren Berechnungen, dass schon in den kommenden Jahren ein Produktionsmaximum erreicht wird. Wenn wir aber alle Optionen optimal nutzen, könnte die Erdölförderung insgesamt – also auch aus nicht-konventionellen Quellen wie Ölsanden sowie durch eine bessere Entölung der Lagerstätten – bis etwa 2030 gesteigert werden.“ Nach dieser Projektion rechnet die BGR mit einer maximal möglichen Erdölförderung von etwa 4,7 Gigatonnen (Gt) pro Jahr. Zum Vergleich: Derzeit werden jährlich knapp 4 Gt produziert. (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Aktuelle BGR-Studie „Energierohstoffe 2009“: Woher kommt die Energie für das 21. Jahrhundert?, bgr.bund.de, Pressemitteilung, 23.6.2009)


Wer vor der Endlichkeit fossiler Brennstoffe warnt, ignoriert die Fakten: Tief in der Erdkruste befindet sich ein unbegrenztes Energiereservoir … Jüngste Forschungen zeigen auch, dass sich die natürlichen Erdöllagerstätten periodisch regenerieren und neu mit Öl auffüllen. Von der allgemein prophezeiten Energiekrise kann folglich keine Rede sein. (Hans-Joachim Zillmer, Der Energie-Irrtum - Warum Erdgas und Erdöl unerschöpflich sind, Covertext, 7.2009; )


Die globale Verfügbarkeit von Erdgas, Kohle und Uran ist auf absehbare Zeit auch bei steigendem Verbrauch gesichert … Ihre Weltvorräte sind ausreichend, um die Energieversorgung auch für die kommenden Jahrzehnte zu gewährleisten … Beim Erdöl rechnet die BGR dagegen bis etwa zum Jahr 2035 mit dem Fördermaximum. (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie/Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik/I.Energierohstoffe 2009 - Zuwachs bei Reserven und Ressourcen, Monatsbericht September 2009, S.8-13, bmwi.de, 1.9.2009)


Die Nachfrage nach Fahrzeugen der oberen Segmente zieht inzwischen wieder an … Daneben verzeichnen wir aber auch rege Nachfrage nach den Modellen, die Sie als Statussymbole bezeichnen … Elektroautos werden auch in 15 Jahren noch Nischencharakter haben. Solange werden Verbrennungsmotoren mindestens dominieren … Beim Auto spielen Aspekte wie Besitzerstolz eben doch noch immer eine erhebliche Rolle. Ich gehe auch nicht davon aus, dass sich das so bald ändern wird. (Detlef Wittig, VW-Vertriebschef, in: „Elektroautos bleiben noch lange Nischenprodukte“, Spiegel Online, 25.9.2009)


Das verbleibende Potenzial an konventionellem Erdöl kann aus geologischer Sicht bei moderatem Anstieg des Erdölverbrauchs die Versorgung mit Erdöl für die nächsten Jahre gewährleisten … Die Projektion in der Studie „Energierohstoffe 2009“ (BGR 2009) zeigt für konventionelles Erdöl ein Maximum um 2023. Bei Berücksichtigung von Reservenzuwächsen, eines einhergehend mit der erwarteten Steigerung der Erdgasproduktion wachsenden Anteils von Kondensat an der Erdölproduktion und der Entwicklung der Produktion von Erdöl aus Ölsanden und Schwerstölen ergibt sich eine Verschiebung der maximalen Erdölförderung in die Zeit zwischen 2030 und 2035. Die mögliche Versorgungslücke müsste durch andere Energieträger oder Erdölsubstitute (aus Erdgas, Kohle oder Biomasse) ausgeglichen werden. (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen - Kurzstudie 2009, S.19, 1.12.2009)


Unter dem Dach des Klimaschutzes kommen bisher fast ausschließlich Maßnahmen zum Tragen, die mit Energie, Verkehr, Industrie und Haushalt zu tun haben - also mit Energiesparen, Effizienzmaßnahmen und entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen … Energiesparen schützt nicht vor Gefahren … ebenso werden Energiespar- und andere Minderungsmaßnahmen nur selten die Verletzlichkeit unserer Lebensgrundlagen gegenüber den Gefahren der Klimas vermindern können … Die CO-2 freie Welt kommt zu spät … Aber auch die entwickelten Gesellschaften werden künftig (noch) mehr klimaschädliche Treibhausgase ausstoßen … Der Unsinn der autofreien Sonntage … In der öffentlichen Diskussion wird bis auf den heutigen Tag nur die Vermeidung als tugendhaftes Verhalten dargestellt, selbst wenn es sich zumeist auf ein symbolisches und weitgehend unwirksames Tun bezieht, also autofreie Sonntage, Verzicht auf auf Fernreisen… . (Nico Stehr/Hans von Storch, Klima, Wetter, Mensch, S.155-160, 2010)


Gleichzeitig hat menschliches Verhalten seinerseits Einfluss auf die Art der klimatischen Rahmenbedingungen. In historischen Zeiten war dieser Einfluss regionaler Art, etwa durch die großflächigen Veränderungen der Landnutzung; heute erwarten wir globale Änderungen. Die mit diesen Änderungen verbundenen Probleme wird der Mensch lösen, wie er es auch schon in der Vergangenheit tat. Er bestimmt die Lösungswege selbst … Der erwartete Klimawandel sollte nicht mit den natürlich auftretenden, gewöhnlichen Extremereignissen des Wetters verwechselt werden … werden sie häufig von Laien fälschlich als unverkennbare Signale der Klimaveränderung interpretiert. Einige Journalisten, Wissenschaftler und Politiker nutzen diese Fehlinterpretationen für ihre jeweiligen Eigeninteressen … andererseits aber auch zuversichtlich auf eine wissenschaftlich-technische Bewältigung des Klimaproblems hoffen, indem man etwa großtechnischen Lösungen hinsichtlich der Filterung, alternativer Energieformen oder Effizienzsteigerungen gegenüber optimistisch bleibt. (Nico Stehr/Hans von Storch, Klima, Wetter, Mensch, S.162, 2010)


Die geforderte Dekarbonisierung erweist sich bislang als unmöglich – noch fehlen die Energiealternativen, zugleich wächst der Energiebedarf rasant. (Jürgen Krönig, Weltklimarat IPCC in der Krise - Auch das politische Klima muß sich ändern, Zeit Online, 1.2.2010)


Stuttgart 21: Es ist eines der teuersten Bahnprojekte aller Zeiten in Deutschland. Es geht um acht, zehn, zwölf Milliarden Euro. Und es geht um wenige Minuten … S 21 ist eine Idee für den Städtebau. Eine Idee für Investoren. In München, Frankfurt und in all den anderen Städten verschwanden die Entwürfe aber schon bald wieder in den Schubladen – zu gigantomanisch … Das Fazit der S-21-Studie: In einem bislang störungsfreien Verkehrssystem werden „Engpässe“ entstehen … Die Zürcher prognostizieren „Infrastrukturengpässe“ am „Abzweig Neckartal“, wo künftig die ICEs mit Regionalzügen kreuzen und abbremsen müssen … Der neue Bahnhof hat nur acht Gleise, der alte Bahnhof hat 17 Gleise und neun Bahnsteige, der neue nur vier. Im alten Bahnhof können für die Reisenden gleichzeitig acht Anschlusszüge warten, die alle bequem und, wichtig in einer alternden Gesellschaft, ebenerdig erreichbar sind. Der alte Hauptbahnhof ist einer der besten Großbahnhöfe in Deutschland … Montag für Montag, seit November, demonstrieren Tausende Bürger gegen S 21, wütend darüber, dass man ihr Bürgerbegehren vor ein paar Jahren mit Winkelzügen verhinderte, wütend darüber, dass 18 denkmalgeschützte Objekte, darunter der Bahnhof, ganz oder zum Teil zerstört werden, wütend über 10, 15 Jahre Baustelle mitten in der Stadt, wütend über die 2400 Lastwagen, die im 30-Sekunden-Takt den Aushub wegkarren werden. (Arno Luik, Ab in die Grube, stern, Nr.28, S.90-95, 8.7.2010)


VII:

Das Wasser ist die Kohle der Zukunft. Die Energie von morgen ist Wasser, das durch elektrischen Strom zerlegt worden ist. Die so zerlegten Elemente des Wassers, Wasserstoff und Sauerstoff, werden auf unabsehbare Zeit hinaus die Energieversorgung der Erde sichern. (Jules Verne, Die geheimnisvolle Insel, 1870)


…many experts feel the transition could be rather rapid. Accelerated scrappage feebates could turn over most or all of the U.S. car fleet in less than a decade. The handful of hydrogen refueling stations in Japan, Germany, and the United States could grow rapidly: Deutsche Shell has said hydrogen could be dispensed from all its German stations within two years if desired. (Icelandic New Energy, Question 5: Could a viable hydrogen transition take 30–50 years?, newenergy.is, 9.6.2009, )


Unser Ziel ist eine zukunftsfähige Alternative zum Verbrennungsmotor. Jeder Autofahrer soll es sich leisten können, ein E-Auto zu fahren. (Jürgen Großmann, RWE-Vorstandschef, zit. in: RWE will Elektroauto für jeden Deutschen, Die Welt, 11.5.2009)


Manche Firmen geben Erträge an, die weit jenseits des ersten Hauptsatzes der Thermodynamik liegen. (Ulrich Steiner, Bayer Technology Services, zit. in: B. Janzing, Die Bioblase - Algen bleiben als Energieträger der Zukunft ein leeres Versprechen, neue energie, S.68-73, 3/2010)


VIII:

Ein führendes Industrieland wie Deutschland kann nicht auf Windflügel und Sonnenstrom setzen, wenn es seinen Wohlstand und seine Position in der Welt bewahren will … Zum Glück ist es nicht zu spät für einen Kurswechsel. Die Wirtschaftsentwicklung hat trotz der anstehenden Probleme ihren Höhenflug noch nicht beendet. Noch reichen die Bestände an fossilen Brennstoffen, und noch steht der Strom, der die Räder zum Laufen bringt, zu erträglichen Preisen zur Verfügung. Deutschland steht erst am Anfang seines Weges in die grüne Republik, so dass eine Änderung der Weichenstellung noch möglich sein sollte. (Hans-Werner Sinn, Das grüne Paradoxon Hans-Werner Sinn, S.311/442, Sommer 2008)


„Bedenkt doch, Herr Ritter“, entgegnete Sancho, „die dort sich zeigen, sind keine Riesen, sondern Windmühlen“. (Miguel de Cervantes, Don Quijote)


Im Übrigen kann man die Befürchtung, wir würden den zukünftigen Generationen nicht genug Gewicht bei unseren Wertvorstellungen geben, insofern bezweifeln, als die zukünftigen Generationen nicht vom Mars auf die Erde kommen, sondern unsere eigenen Kinder und Kindeskinder sind … Anhaltspunkte für eine mangelnde Zuneigung der Menschen zu ihren Nachkommen oder eine mangelhafte Repräsentanz der Nachkommen bei heutigen Entscheidungsprozessen sind schwer erkennbar. (Hans-Werner Sinn, Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung/ifo, Das grüne Paradoxon, S.370, 2008)


Europa und Deutschland sind im Vergleich zu anderen Ländern sehr gut aufgestellt, und benötigen keinen expliziten „New Green Deal“. (Claudia Kemfert, in: DIW-Expertin Kemfert warnt vor neuer Ölkrise, vorwärts.de, 22.5.2009)


Klima, Demographie, Armut, Natur, Rohstoffe, Globalisierung – die apokalyptischen Reiter galoppieren im Kreis herum … Und nun kommen noch die Rohstoff-Verteuerung und die Bankenkrise hinzu … Die Verteuerung der Rohstoffe treibt zwar die Inflation an, führt aber auch zu Innovationsschüben und expansiven Märkten in der Energietechnologie … Steigender Global-Wohlstand: Mit Ausnahme jener Ländern die in einem Teufelskreislauf von Bürgerkriegen und Diktatur gefangen sind, vermehrt sich der Wohlstand auf unserem Planeten kontinuierlich. Das Ziel der Welternährungsorganisation, bis zum Jahr 2015 den Hunger auf der Welt zu halbieren, ist so unrealistisch nicht. (Matthias Horx, Trend- und Zukunftsforscher, Anleitung zum Zukunfts-Optimismus - Warum die Welt nicht schlechter wird, Horx.com, 2009)


Der Anstieg der Erdtemperatur durch menschliche Einflüsse sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass KLIMAWANDEL eine historische Konstante ist. Überschwemmungen, Dürren, Stürme, Erdbeben, gehören zur Menschheitsgeschichte; die neuesten Erkenntnisse der Evolutionsbiologie sagen uns, dass sie eine GRUNDBEDINGUNG menschlicher Evolution sind. (Matthias Horx, Trend- und Zukunftsforscher, Anleitung zum Zukunfts-Optimismus - Warum die Welt nicht schlechter wird, Horx.com, 2009)


KRISOTAINMENT ist der richtige Begriff für jene endemische Neigung, im Zyklus von zwei Monaten eine neue generalisierte Weltkatastrophe durchs mediale Dorf zu treiben. Wertezerfall. Neue Armut. Generationenkrieg. Artensterben, Fettleibigkeit. Weltislamismus, Rinderwahn. Feinstaub, Klimakatastrophe. Bankencrash, Managerabzocke. Von diesen Angst-Brandings nährt sich eine riesige Warn- und Mahn-Industrie. (Matthias Horx, Die Hysterische Gesellschaft, 7.7.2008)


Der sich ökologisch gebende Zeitgeist pflegt die Geschichte der Wissenschaft und der Industrialisierung gerne als Verfallsgeschichte darzustellen. Welch ahistorische Sichtweise. (Dirk Maxeiner, Die Angst-Industrie. Wie selbsternannte Menschheitsretter das Geschäft mit der Angst zu einem globalen Wirtschaftsfaktor machen, Maxeiner-Miersch.de)


Das Wirtschaftswachstum ist die Lösung der Umweltprobleme, nicht ihre Ursache. (Václav Klaus, Wirtschaftswissenschaftler/Staatspräsident der Tschechischen Republik)


Das heißt: Wir müssen auf Wachstum setzen. Dazu brauchen wir vernünftige Entscheidungen in der Europäischen Union und gute Entscheidungen für das Wirtschaftswachstum in Deutschland. (Angela Merkel, Merkel wirbt für ein starkes Europa, PR-inside.com, 5.6.2009)


Ja. Wir befinden uns mitten in einer weltweiten Wirtschaftskrise. Aus diesem Tal kommen wir nach meiner Überzeugung am besten mit einer Regierung aus Union und FDP wieder heraus. Denn Schwarz-Gelb kann die Wachstumskräfte am besten frei setzen und einen entscheidenden Beitrag leisten, dass wieder Arbeitsplätze entstehen. (Angela Merkel, „Wachstumskräfte freisetzen“ - Merkel wieder auf FDP-Kurs, n-tv.de, 7.6.2009


Wir setzen uns für Wachstum und neue Jobs ein, verbunden mit der Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen. (Sigmar Gabriel, „Wir dürfen die Strategie nicht ändern“, Frankfurter Rundschau, 12.6.2009)


Dies werde dazu führen, dass die Deutschen auch ein geringeres Wirtschaftswachstum in Kauf nehmen müssten. Wir hätten zuletzt „über unsere Verhältnisse gelebt“, sagte sie. „Wir haben praktisch so eine Art Zukunftswachstum schon mal angenommen und haben so getan, als könnten wir das Geld schon ausgeben“ … Dennoch verteidigte sie die von der Union geplanten Steuersenkungen. Diese könnten Wachstum beschleunigen und seien ein „ehrlicher Plan“, sagte die CDU-Vorsitzende weiter. (Angela Merkel, in: Merkel dämpft Hoffnung auf schnellen Aufschwung, Spiegel, 12.6.2009)


IX:

Sie haben unsere Erwartungen schwer enttäuscht, dass es möglich sei, mit ihnen eine richtige Krisendebatte zu führen. (Peter Sloterdijk, in: Zeitenwende - Was hält die Gesellschaft noch zusammen?, Philosophisches Quartett, 7.6.2009, , )


Die Sonne schien, da sie keine Wahl hatte, auf nichts Neues. (Samuel Beckett, 1906-89, Murphy, 1938)


[Die kritische Methode der Wissenschaft von Versuch und Irrtum:] Es ist die Methode, kühne Hypothesen aufzustellen und sie der schärfsten Kritik auszusetzen, um herauszufinden, wo wir uns geirrt haben. (Karl Popper, 1902-94, österreichisch-britischer Philosoph, Ausgangspunkte - Meine intellektuelle Entwicklung)


Der Rationalist ist einfach ein Mensch, dem mehr daran liegt zu lernen, als recht zu behalten. (Karl Popper, Alles Leben ist Problemlösen)


X:

Die dahinter steckende Philosophie ist im Anhang zu finden. Den Menschen werde es in 100 Jahren besser gehen als heute, prognostiziert Crichton. Ein Vorsorgeprinzip sei diesem Ziel eher abträglich. Die Haltung des Autors gleicht der eines Autofahrers, der seine Bremsen nicht reparieren lässt mit dem Argument, von jetzt an gehe nur noch vorwärts. (Patrick Illinger, In Öko-Gewittern - Michael Crichton bekämpft die „Klimalüge“ mit heißer Luft und unlauteren Mitteln, sueddeutsche.de, 20.1.2005)


Man hofft auf den sogenannten technischen Fortschritt und übersieht dabei, dass dessen Grundlagen, die ökologische Tragfähigkeit der Erde und der soziale Zusammenhang der Menschen, zunehmend verloren gehen. (Hermann Knoflacher, Virus Auto - Die Geschichte einer Zerstörung, S.190, 2009)


Das geschah, als im Bericht des Club of Rome die Stimme der basalen Krise zum ersten Mal auf breiter Basis hörbar wurde. So wurde auch damals schon die Krise als Lehrerin aktiv – leider erinnern sich heute nur noch wenige an die große Unruhe des Jahres 1973. Darauf folgte jedoch die neoliberale Welle, und das Zeitalter der falschen Propheten brach an, die uns mit einer trügerischen Entwarnung foppten: Nun hieß es mit einem Mal: Es gibt noch Erdöl für 1000 Jahre, es gibt keine Grenzen des Wachstums, es gibt genug für alle von allem… (Peter Sloterdijk, Wir sind Übende, Rheinischer Merkur, 21.5.2009)


ExxonMobil hat Millionen für Forschungsgruppen bezahlt, die die Öffentlichkeit über den Klimawandel fehlinformierten (Royal Society of London) … 2008 schließlich sah sich der Konzern zu einer Veränderung seiner Politik gezwungen, und er kündigte an, man werde »die Zuwendungen für mehrere öffentliche Forschungsorganisationen einstellen, deren Position zum Klimawandel die Aufmerksamkeit von der wichtigen Frage ablenken könnte«, wie man Energie erzeugt, ohne die globale Erwärmung weiter zu verstärken. (Al Gore, Wir haben die Wahl, S.366, 2009)


Als es ans Eingemachte ging, setzten die Branchenverbände Bataillone von Lobbyisten gen Brüssel und Berlin in Marsch, um die Klimaauflagen der Europäischen Union zu beschneiden. Mit Erfolg, aber die deutschen Autobauer, gefühlte Weltspitze auf immer und ewig, demonstrierten damit nur ihre Rückständigkeit. Denn die Entwicklung zu kleineren Fahrzeugen, die Sprit sparen oder mit Strom fahren, hatten sie verschlafen. Dafür waren sie durch Fehlinvestitionen und Peinlichkeiten hervorgetreten: Die einen erstanden Luxusmarken, die anderen verspekulierten sich in Detroit, die dritten trugen testosterongetriebene Machtspiele aus und machten Schlagzeilen mit Lustreisen. (Claus Leggewie, Demobilisierung - Warum nicht Konjunkturspritzen, sondern Konversionsprogramme auf der Tagesordnung stehen, 7.6.2009)


Die weltweite Stromerzeugung (hauptsächlich mit Wasser- und Windkraft, aber auch mit Sonnenenergie und Biomasse) muss sich zwischen 2006 und 2030 verdoppeln … Ein technischer Wandel in noch nicht da gewesenem Umfang und Tempo wäre notwendig. (Fatih Birol, Zeit für eine Energierevolution, Financial Times Deutschland, 29.7.2009)


Dass Erdöl eine begrenzte Ressource ist, verneinen nur ein paar Anhänger einer skurrilen Theorie, wonach permanent Erdöl im Inneren der Erde entsteht. Der Stand der Wissenschaft sagt anderes: Erdöl ist der Millionen Jahre alte Überrest vermoderter Pflanzen und Tiere aus früheren Zeitaltern. Und die Menschheit verbraucht zurzeit jedes Jahr so viel davon, wie in einer Million Jahre der Erdgeschichte entstanden ist. Umso erstaunlicher ist es, wie die Erdölindustrie und Berufsoptimisten eine sachliche Debatte um das unausweichliche Ende der Ressource boykottieren. (Patrick Illinger, Erdöl wird knapp - Luxusgut Benzin, sueddeutsche.de, 29.7.2009)


„Deutschland hat die strategische Bedeutung dieser Ressourcen nicht rechtzeitig erkannt“, meint der Zuger Fondsmanager und Rohstoffexperte Christoph Eibl. Und dafür sei das Land zum Teil selbst verantwortlich. Leichtfertig haben sich die Deutschen darauf verlassen, dass Rohstoffe ständig verfügbar sind, reichlich und billig. (Alexander Jung/Wieland Wagner, Die Rohstofflücke, Spiegel, Nr.45, 2.11.2009)


XI:

Wer die Wahrheit nicht kennt, ist nur ein Dummkopf. Wer sie aber kennt, und sie eine Lüge nennt, ist ein Verbrecher! (Galileo Galilei, 1564-1642, italienischer Philosoph, Mathematiker, Physiker und Astronom)


peak-leugner/zitate/start.txt · Zuletzt geändert: 2010/08/10 14:21 von admin