Peak Mobilität
Intro:
- Transport - Geschichte ☛ R.P. Sieferle
- The Right of the Road, 1900 ☛ F. Remington/Wiki ( )
- La Locomotive Atomique, 1954 ☛ einestages/ Spiegel
- The Nucleon II, Ford 1958 ☛ Life.com
- Als Volltanken noch Spaß machte ☛ M.Grube, einestages/Spiegel
- Interstate-80 Eastshore Freeway ☛ Wiki ( )
- Interstate 75, Atlanta/Georgia ☛ Al Gore/Riemann
- Interchange Freeways, Los Angeles ☛ Daily Haha.com
- Home ☛ Ursula Meier, Film 2009 ( )
- Darwin's Nightmare ☛ Wiki
- Fahren, um zu arbeiten/Arbeiten, um zu fahren ☛ SOL (.at)
- Transportation & Motor Culture ☛ Edward Burtynsky ( )
- Ausgepumpt: Das Ende des Erdöls ☛ VCD, fairkehr, Nr.5/09 ( )
- Wie Globalisierung in den Ruin führen kann ☛ Joppe/Ganowski
- Das Ende der Globalisierung ☛ Joppe/Ganowski
- Kommt der Verkehr...ohne Öl zum erliegen? ☛ flickr.com
- Peak Oil - How Will You Ride the Slide? ☛ You Tube
- Oilway To Hell ☛ Peak Oil Donation From The IEA
- Mäkipää, Tea: Motocalypse Now ☛ tea-makipaa.eu, 2007/08
- After the Car ☛ K.Dennis/J.Urry
- Who Killed The Electric Car? ☛ You Tube ( )
- Home ☛ Ursula Meier, Film 2009 ( )
- Next Time try the Train ☛ T.Cresswell
Zitate:
I:
For Move You Must. ’Tis now the rage, the law and fashion of our age. (Samuel Taylor Coleridge, 1772-1834, English poet, Romantic, literary critic and philosopher)
Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung. (Kaiser Wilhelm II)
Das Pferd wird immer bleiben, Automobile sind hingegen nur eine Mode-Erscheinung. (Michigan Savings Bank, Marktanalyse für Henry Ford, 1903)
Every time I see an adult on a bicycle, I no longer despair for the future of the human race. (H. G. Wells, 1866-1946, englischer Historiker/Soziologe/Schriftsteller, 1904)
Mein Vater ritt auf einem Kamel. Ich fahre ein Auto. Mein Sohn fliegt ein Düsenflugzeug. Sein Sohn wird auf einem Kamel reiten. (Saudi-arabische Redensart)
Auf Sand bauen, ist nicht klug, auf Öl noch weniger. (Hermann Knoflacher, Virus Auto - Die Geschichte einer Zerstörung, S.189, 2009)
Auf einem Dampfer, der in die falsche Richtung fährt, kann man nicht sehr weit in die richtige Richtung gehen. (Michael Ende, Zettelkasten)
II:
Wir fanden vom Menschen geschaffene Strukturen wie Kanäle, Stauseen oder die Kondensstreifen der Flugzeuge wieder … Nachts grüßten uns die Großstädte der Welt mit Myriaden von Lichtern … Doch wir sahen auch die hellen Flammen über den Erdölfeldern des Mittleren Ostens und entdeckten die industriellen Ballungsräume in Europa, der Sowjetunion, den Vereinigten Staaten von Amerika und in Asien. Dort war die Luft von Abgasen, Rauch und Aerosolen weiß getrübt. Seit ich mit eigenen Augen sehen konnte, wie dünn die schützende Lufthülle der Erde ist und wie sehr wir die Atmosphäre stellenweise durch Industrie- und Verkehrsabgase belasten, bin ich besorgt, ob wir die Selbstreinigungskraft der Natur nicht überfordern. (Ulf Merbold, dt. Wissenschaftsastronaut, Columbia-Shuttleflug ab 28.11.1983, in: Frank White, Der Overview Effekt - Wie die Erfahrung des Weltraums das menschliche Wahrnehmen, Denken und Handeln verändert. Die erste interdisziplinäre Auswertung von 20 Jahren Weltraumfahrt, S.9, 1989)
III:
Everything in life is somewhere else, and you get there in a car. (Elwyn Brooks White, Fro-Joy, 1940)
The cities will be part of the country; I shall live 30 miles from my office in one direction, under a pine tree; my secretary will live 30 miles away too, in the other direction, under another pine tree. We shall both have our own car. We shall use up tires, wear out road surfaces and gears, consume oil and gasoline. All of which will necessitate a great deal of work … enough for all. (Le Corbusier, The Radiant City, 1967)
Unter der Herrschaft der Ideologie des »freien Marktes« haben wir eine zwei Jahrzehnte dauernde Energiekrise ohne eine effektive Energiepolitik durchgemacht … Wir haben keine geeignete Politik für die Entwicklung oder den Gebrauch anderer, weniger schädlicher Energieformen. Wir verfügen über kein geeignetes öffentliches Verkehrssystem. (Wendell Berry, 1992, )
Das beherrschende Prinzip bei der Planung moderner Städte lautet offenbar: »Hauptsache, die Autos fühlen sich wohl«. (Al Gore, Wir haben die Wahl, S.236, 2009)
The infrastructure of suburbia can be described as the greatest misallocation of resources in the history of the world. (James Howard Kunstler, in: The End of Suburbia: Oil Depletion and the Collapse of The American Dream, documentary film, 2004; )
Oil production is in decline in 33 of the world’s 48 largest oilproducing countries … Waiting until world oil production peaks before taking crash program action leaves the world with a significant liquid fuel deficit for more than two decades. (Robert L. Hirsch, The Inevitable Peaking of World Oil Production, in: The Atlantic Council of the USA, Bulletin, Vol.XVI, No.3, 10.2005)
And here we have a serious problem: America is addicted to oil, which is often imported from unstable parts of the world … We must also change how we power our automobiles. We will increase our research in better batteries for hybrid and electric cars, and in pollution-free cars that run on hydrogen. We’ll also fund additional research in cutting-edge methods of producing ethanol, not just from corn, but from wood chips and stalks, or switch grass. Our goal is to make this new kind of ethanol practical and competitive within six years. (George W. Bush, State of the Union Address, 31.1.2006; )
Die Konzerne wollten freiwillig bis zum Jahr 2008 den Ausstoß von Kohlendioxid bei den von ihnen produzierten Neuwagen auf 140 Gramm pro Kilometer begrenzen. Das entspräche etwa einem Verbrauch von 5,8 Litern bei Benzin- und 5,1 Litern bei Dieselfahrzeugen. Dieses Ziel werde nach Einschätzung von Experten jedoch verfehlt. (Gabriel: Spritverbrauch per Gesetz senken, Frontal21/ZDF, 13.1.2007)
Heute stammt bei einem mit 50 Litern Benzin voll getankten Auto nur noch etwa 1 Liter aus der heimischen Erdölförderung – Tendenz abnehmend. (Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel, Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Aktuelle BGR-Studie Verfügbarkeit von Energierohstoffen: Bei Erdöl steht die Ampel auf gelb!, 20.11.2008)
EU has to import 95% of it’s Transportations Fuel in 2030 in the Business As Usual Scenario ! (Charles Nielsen, Director R&D DONG Energy, Development and supply of services for sustainable Transportation, Berlin, 5.3.2009)
Die Insolvenz von General Motors stellt einen tiefen Einschnitt in der Wirtschaftsgeschichte dar. GM ist die Verkörperung nicht nur des US-Kapitalismus, sondern des modernen Kapitalismus des 20. Jahrhunderts schlechthin … Wir erleben nicht nur eine Deindustrialisierung der USA. Wir erleben eine existentielle Krise des auf Öl basierenden Kapitalismus. (Winfried Wolf, GeneralMoneyPleite - GM meldet Insolvenz an, junge Welt, 2.6.2009)
Wer die Fahrt des Automobils – schon bald sollen 2,3 Milliarden davon unterwegs sein – stoppen will, betreibt also eine echte Kulturrevolution. (Claus Leggewie, Demobilisierung - Warum nicht Konjunkturspritzen, sondern Konversionsprogramme auf der Tagesordnung stehen, 7.6.2009)
Der amerikanische Traum ist in den Köpfen so vieler Leute festgesetzt. Benzinpreise in den USA sind genau so ein Tabu wie ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Die Deutschen pflegen die Kultur der Geschwindigkeit, wir haben die Kultur der Grösse, sei es bei den Autos oder den Häusern. Ob und wie diese heilige Kuh geschlachtet wird, weiss ich nicht. (Lee Schipper, Institut für Energieeffizienz/Stanford Universität, «Zuerst die Kosten, dann die Hochgeschwindigkeitszüge» - Läutet Präsident Barack Obama einen Umbruch in der Verkehrspolitik der USA ein?, VCS-Magazin, 7.2009)
Auch die deutsche Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sieht „peak oil“ kommen. Die dortigen Fachleute erwarten das globale Ölfördermaximum im Jahr 2020, eine vergleichsweise optimistische Annahme. Gemessen an den Modellzyklen der Automobilindustrie ist dieser Zeitpunkt allerdings weniger als zwei Fahrzeugenerationen entfernt. (Patrick Illinger, Erdöl wird knapp - Luxusgut Benzin, sueddeutsche.de, 29.7.2009)
Unsere Autos sind auch deshalb so schwer und verbrauchsstark, weil sie dafür ausgelegt sind, bei 180 Kilometer pro Stunde nicht aus der Kurve zu fliegen … Ein Abrüstungsprogramm hin zu effizienten, schicken Leichtbauautos ist nötig. (Jochen Flasbarth, designierter Präsident des Umweltbundesamts (UBA), zit. in: Deutschland scheitert an selbstgesteckten Klimazielen, 22.8.2009, Spiegel Online)
Die weltweiten Ölvorräte gehen zu Ende. Für keinen anderen Bereich ist das bedeutsamer als für den Verkehr. (Annette Jensen, Abschied vom Schmierstoff, Verkehrsclub Deutschland, fairkehr, Nr.6/2009, 12.2009)
IV:
Transport and energy policies directly affect the lives of each and every person in Europe. Whatever age we are, and whatever activities we undertake, energy services and mobility play a fundamental role in today’s world. (European Commission, Directorate-General Energy and Transport)
Der Raubbau, mit dem die Römer begannen, wird heute ins Gigantische gesteigert, nicht zuletzt wegen des abwegigen Versuchs, landwirtschaftliche Flächen für die Produktion von Biosprit zu gewinnen … Der jährliche Nettoverlust an Waldfläche liegt nach Schätzung des IPCC bei 73 000 Quadratkilometern. (Hans-Werner Sinn, Das grüne Paradoxon, S.435, 2008)
Ein Steueranreiz der amerikanischen Regierung, der eigentlich den Einsatz von Biokraftstoffen fördern sollte, trug leider maßgeblich dazu bei, dass Urwälder gerodet wurden, um dort Palmölplantagen anzulegen. (Al Gore, Wir haben die Wahl, S.182, 2009)
Wieso eigentlich sollen Sie sich alle drei Jahre ein neues Auto kaufen, obwohl das alte noch läuft? Mein BMW ist mittlerwweile zehn Jahre alt und hat 420.000 Kilometer auf dem Tacho. Ich werde gelegentlich gefragt, warum ich mir kein neues Auto leiste. Warum? Warum soll ich etwas entsorgen, was tadellos funktioniert, technisch und optisch einwandfrei ist und meine Bedürfnisse absolut erfüllt? … Verweigern Sie den Konsumterror, wenn Sie es sich nicht absolut leisten können und wollen. (Dirk Müller, ’Mr. Dax’, Crashkurs, S.191, 2009)
Effizienzsteigerungen von 50 Prozent könnten erreicht werden. Die Branche selbst müsse dafür sorgen, dass Leistung, Größe und Gewicht reduziert und neue Antriebstechniken entwickelt werden. »Der Transportsektor«, so Archer, »hat bislang versagt«. Man wird sehen, ob den Autoproduzenten hierzulande noch Gelegenheit bleibt, diesen Fehler zu korrigieren. (Tom Strohschneider, Ende einer Legende, der Freitag, 20.5.2009)
What we need to do is accelerate the mobilisation of renewables, energy efficiency and alternative transport. (Fatih Birol, in: Steve Connor, Warning: Oil supplies are running out fast - Catastrophic shortfalls threaten economic recovery, says world’s top energy economist, independent.co.uk/The Independet, 3.8.2009)
Bei der anstehenden Umgestaltung unserer Wirtschafts- und Handlungsweise geht es allerdings nicht nur um weniger Treibhausgasemissionen, sondern auch um eine langfristig sichere Energieversorgung. So warnt die Internationale Energieagentur (IEA) immer eindringlicher vor möglichen Versorgungsengpässen beim nach wie vor wichtigsten Energieträger Erdöl. Und ungeachtet der Diskussion um die noch vorhandenen Reserven und den tatsächlichen Zeitpunkt des „Peak of Oil“ ist klar, dass die fossilen Energieträger Erdöl, Erdgas und Kohle, die zusammen derzeit über 80 Prozent des globalen Energiebedarfs decken, endlich sind. Es ist also dringend geboten, sich verstärkt um alternative Energiequellen zu kümmern … Bereits seit über einem Jahrzent arbeiten wir mit externen Partnern daran, die Abhängigkeit vom begrenzten fossilen Energieträger Erdöl zu beenden … Unser langfristiges Ziel dabei ist die Unabhängigkeit vom Erdöl. (Volkswagen AG, Driving ideas - Nachhaltigkeitsbericht 2009/2010, S.18+23+27, 1.9.2009)
V:
Die dahinter steckende Philosophie ist im Anhang zu finden. Den Menschen werde es in 100 Jahren besser gehen als heute, prognostiziert Crichton. Ein Vorsorgeprinzip sei diesem Ziel eher abträglich. Die Haltung des Autors gleicht der eines Autofahrers, der seine Bremsen nicht reparieren lässt mit dem Argument, von jetzt an gehe nur noch vorwärts. (Patrick Illinger, In Öko-Gewittern - Michael Crichton bekämpft die „Klimalüge“ mit heißer Luft und unlauteren Mitteln, sueddeutsche.de, 20.1.2005)
Die Abwrackprämie ist bestenfalls ein kurzfristiger Erfolg für die Autobauer. Einen Erfolg bei den Klimazielen macht sie nicht wahrscheinlicher. In einer Zeit, in der man für eine Kreislaufwirtschaft kämpft, ist allein der Begriff der Abwrackprämie schon ein Rückschlag, den man auch mental nicht stark genug bewerten kann. (Klaus Töpfer, zeozwei, 2.2009)
Das Geld liegt auf der Straße. (Redensart)
Ein teures Pflaster. (Redensart)
Abwracken fördert die Schnäppchen-Mentalität des schnellen Vorteils. Nachhaltigkeit braucht die Aufbau-Mentalität des langfristig Sinnreichen. (Volker Hauff, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, 30.4.20009)
Besonders grotesk scheint, dass die E-Auto-Offensive auf ein Programm folgt, das genau die gegenteilige Lenkungswirkung hatte: Bei der Abwrackprämie wurde der Kauf von 1,2 Millionen Neuwagen gefördert - ob der Kunde einen umweltfreundlichen Toyota Prius kaufte oder einen spritsaufenden Porsche Cayenne, war völlig egal. (Thomas Hillenbrand/Alex Wolf, Regierungsoffensive für Öko-Mobile: Koalition treibt Wahlkampf mit E-Auto-Plan, Spiegel Online, 19.8.2009)
Die Autoindustrie produziert viel mehr Fahrzeuge, als sie absetzen kann. Aber statt Gelder in neue Transportsysteme zu investieren, um auch Ressourcen zu schonen, fließt das Vermögen des Landes in den Erhalt überkommener Industrien. (Dennis Meadows, zit. in: S. Boehringer, Der Systemkritiker, Süddeutsche Zeitung, S.16, 29.6.2009)
Nächstes Jahr bricht uns die Welt zusammen. (Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer/Universität Duisburg-Essen, auf einer „Handelsblatt“-Tagung zur Automobilindustrie in München, zit. in: Autobranche droht Absturz nach der Abwrackprämie, Neue Osnabrücker Zeitung Online, 3.7.2009)
Es wäre viel sinnvoller gewesen, statt einer Abwrackprämie anzubieten, jedes Fahrzeug mit weniger als 90 Gramm CO2 Emission, oder jedes Hybridfahrzeug mit 5 000 Euro zu bezuschussen. So entsteht ein Markt. (Jürgen Trittin, zit. in: IAA 2009 - Streitgespräch um Mobilität der Zukunft, Focus Online, 19.9.2009)
VI:
Der Flug, die Unterkunft und der zweiwöchige Urlaubsspaß produzieren zusammen so viel für die Atmosphäre schädliches Abgas wie ein Jahr Autofahren: 14 Tage Mallorca = 1221 kg CO2. Zum Vergleich: Im Durchschnitt stehen einem Erdenbürger 3000 kg CO2 pro Jahr zu. Neben dem als Durchschnittsurlaub geltenden Mallorca-Aufenthalt wurden die Emissionen für sieben weitere typische Reisen berechnet. 5 Tage Busreise Südtirol = 216 kg CO2; 14 Tage Ostsee = 258 kg CO2; 10 Tage Allgäu = 297 kg CO2; 7 Tage Skifahren Voralberg = 422 kg CO2; 7 Tage Mittelmeerkreuzfahrt = 1224 kg CO2; 14 Tage Mexiko = 7218 kg CO2; 14 Tage Balkonien = 58 kg CO2. (Claudie Ottilie, Schöne grüne Urlaubswelt, Zeit Online, 18.9.2009)
A third of humanity doesn’t want to ride bikes anymore; that has profound geopolitical implications. (Anne Korin, Co-director of the Institute for the Analysis of Global Security, 5.2005)
Wir können nicht verhindern, dass Milliarden aufsteigende Arme in der globalen Ökonomie, in den Schwellenländern, ebenso Auto fahren wollen wie wir. Und wir müssen es so hinkriegen, dass das nicht den Planeten ruiniert. Das bedeutet, wir brauchen Energie- und Mobilitätssysteme jenseits von Öl und Gas. Es geht nicht mehr länger um Schneller-mehr-lauter-bunter, wenn wir an Innovation denken. Zukunfts-Innovation heißt: systemischer, menschlicher, eleganter - smarte Technik, die dem Menschen hilft. (Matthias Horx, „Ich zweifele an der Klima-Katastrophe“, DerWesten.de, 8.6.2009)
Die Bedingungen, die jahrzehntelang ein Wachstum der Autoindustrie begünstigt haben, sind nacheinander weggebrochen. Der rasante Fortschritt hat sich teilweise verlangsamt, die Kapitalmärkte sind kompliziert geworden, die traditionellen Märkte wie Europa, Japan und die USA sind zusehends gesättigt … Wenn die Spritpreise weiter steigen und die fossilen Brennstoffe zur Neige gehen, muss man das berücksichtigen. (Akido Toyoda, Chef des weltgrößten Autobauers Toyota, in: „Gewinn ist nicht alles“, S.106-107, stern, Nr.19/2009, 9.7.2009)
Die konventionellen Antriebe werden in den kommenden Jahren noch einmal effizienter werden und dank der Hybridtechnologie bei geringerem CO2-Ausstoß auch nichts an Leistung einbüßen. Das hat natürlich seinen Preis, und wenn Sie den Blick auf den Weltmarkt richten, gibt es sehr viele Menschen, die sich den Technologieaufschlag eben nicht leisten können. Um aber auch diesen Leuten ein Basistransportmittel anbieten zu können, wird der bekannte Verbrennungsmotor uns dort erhalten bleiben … Denn die Europäer gehen an das Thema Auto mit viel mehr Leidenschaft heran als zum Beispiel meine Landsleute. Wichtiger wird aus meiner Sicht sein, für die verschiedenen Lebensphasen und Lebensstile der Menschen die richtigen Fahrzeuge anzubieten. Es geht also zum Beispiel darum, ob kleine Kinder im Haushalt sind oder ältere Menschen und welche Hobbys und Freizeitaktivitäten sie haben. Ich als Golfspieler zum Beispiel habe sehr konkrete Anforderungen an ein Auto. Nein, ich habe keine Angst und traue dem Auto noch viel zu. (Tadashi Arashima, Toyotas Europa-Chef, zit. in: Arne Stuhr, Toyotas Europa-Chef Arashima: „Da habe ich große Angst“, manager magazin.de, 18.9.2009)
Das politische System der Bundesrepublik, in dem so viel Auto steckt, ist längst nicht mehr repräsentativ für eine wachsende Zahl von Deutschen, die das Auto keineswegs hassen, sich aber um seine Einbettung in rationalere Verkehrssysteme und Lebensstile bemühen - und damit um eine intelligente Demobilisierung der übermobilen Weltgesellschaft … Doch die Argumente, den Patienten Weltwirtschaft von der Auto-Nadel zu nehmen und ihm auch nicht länger Auto-Methadon zu verschreiben, liegen seit Jahrzehnten auf dem Tisch – von der Straße auf die Schiene, dezentrale Standorte, alternative Antriebe. (Claus Leggewie, Demobilisierung - Warum nicht Konjunkturspritzen, sondern Konversionsprogramme auf der Tagesordnung stehen, 7.6.2009)
Die G7-Staaten sollten dringend einen Plan entwickeln, um den weltweiten Ölverbrauch deutlich zu senken. Sie sollten die Arbeitsmärkte reformieren und Leute belohnen, die von zu Hause aus arbeiten. So lassen sich Pendlerfahrten stark reduzieren, und der Verkehr wird effizienter. Und es sollten lokal erzeugte Lebensmittel gefördert werden … Wir sind ja bereits auf dem Weg dorthin. Die großen, zentralisierten US-Molkereien werden beispielsweise immer unrentabler, weil sie ihre Produkte über große Distanzen transportieren müssen. Die nächste Regierung sollte diesen Trend unterstützen. Letztlich werden die Menschen dann weniger Zeit auf den Straßen verbringen. (Matthew R. Simmons, Der größte Rückzug der Menschheit, Interview in: Pictures of the Future - Zukunft der Rohstoffe, Siemens AG, Herbst 2008)
…alle Projekte unter den Aspekten Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit auf den Prüfstand stelle … Premium wird immer stärker auch über Umweltverträglichkeit definiert. Wir wollen hier eine Vorbildrolle einnehmen. (Norbert Reithofer, BMW-Vorstandsvorsitzender, zit. in: BMW steigt aus der Formel 1 aus, FazFinance.net, 29.7.2009)
In der Formel 1 ist in Zeiten von Wirtschaftskrise und Klimawandel keine Zukunft zu machen. (BMW - Freude am Sparen, Financial Times Deutschland.de, Leitartikel, 30.7.2009)
Die Diskussion über Abgase, Verbrauchswerte und schwindende Ölvorräte sowie die Auswirkungen des Kohlendioxidausstoßes auf das Klima der Welt ging nicht ohne Spuren an der Formel 1 vorüber, deren wirtschaftliche Vermarktung bisher für einen sehr kleinen Kreis einem Millionen-Monopoly glich. (Wolfgang Peters, Mit neuer Energie ins Kiesbett, FAZ.net, 7.8.2009)
Ich denke, die Lieferketten werden kleiner und regionaler. (Dan O’Regan, Logistikexperte bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, zit. in: Richard Milne, Philips-Chef fängt Globalisierung ein, Financial Times Deutschland, S.3, 10.8.2009)
Eine Zukunft, in der Energie teurer und knapper ist, wird zu regionaleren Lieferketten führen. (Gerard Kleisterlee, Philips-Chef, zit. in: Richard Milne, Philips-Chef fängt Globalisierung ein, Financial Times Deutschland, S.3, 10.8.2009)
Niedrigere Grenzwerte bei Pkw und Klein-Lkw sind eine Antwort auf die dreifache Krise Wirtschaft-Klima-Energie. Geringerer CO2-Ausstoß bedeutet gleichzeitig einen geringeren Spritverbrauch. (VCÖ: Mehr als 300.000 Kleinlaster in Österreich gemeldet, Verkehrsclub Österreich, 8.9.2009)
Die Reeder wollen ihre Containerschiffe…noch langsamer fahren lassen - weil das Treibstoff spart. Vor der Wirtschaftskrise rauschten die Riesenpötte noch mit 25 Knoten (46 Kilometer pro Stunde) über die Weltmeere, das wurde im vergangenen Jahr auf 20 Knoten gedrosselt. Jetzt sollen 14 Knoten (26 Stundenkilometer) reichen. Das spart an jedem Tag der Seereise durchschnittlich 58 000 Dollar (rund 40 600 Euro). (Birger Nicolai, Die Entdeckung der Langsamkeit, Die Welt, S.14, 8.9.2009)
VII:
Considering the many productive uses of petroleum, burning it for fuel is like burning a Picasso for heat. (Big Oil Executive)
Um es gleich zu sagen: Auch in hundert, ja sogar in tausend Jahren wird es noch Erdöl geben. Aber der begehrte Rohstoff wird dann nicht mehr so üppig aus dem Erdboden strömen, dass man täglich 86 Millionen Fässer damit füllen kann, wie heute, im Jahr 2009. In hundert oder in tausend Jahren wird Erdöl ein kostbares Gut sein, vielleicht wird es nur noch in kleinen Fläschchen angeboten, womöglich in Apotheken. Auf die blöde Idee, Erdöl in Motoren und Heizungen zu verbrennen, wird dann niemand mehr kommen. (Patrick Illinger, Erdöl wird knapp - Luxusgut Benzin, sueddeutsche.de, 29.7.2009)
VIII:
Erdöl war die Voraussetzung für immer größere Globalisierung in immer kürzeren Zeiträumen. Und genau das wird an eine Grenze kommen, es wird sich zurückentwickeln. Regionale Kreisläufe werden gestärkt werden und sich stärker formieren müssen. Das ist meine positive Version. (Dr. Werner Zittel, Energy Watch Group)
The world is finite. We won’t change this with vegan shoes and hybrid cars, no matter how green. We need to make second-hand shoes and public transportation our fashion statement. Otherwise, we’re just greening the Titanic. (Rex Weyler, Greenpeace, Greening the Titanic, 3.2008)
Die Globalisierung ist umkehrbar. (Jeff Rubin, Chefökonom der kanadischen Investmentbank CIBC, zit. in: Alexander Jung, Schock und Chance - Die Rekordpreise für Öl, Gas und Strom erschüttern nicht nur die Verbraucher, sondern auch die Wirtschaft, Der Spiegel, Nr.32/2008, S.66-71, 4.8.2008)
Könnten Sie, verehrte Hörer, in fünf oder zehn Jahren ohne Ihr Auto auskommen? … Der größte Teil unserer Mobilität entspringt purem Zwang – zum Beispiel der Tatsache, dass weder Arbeit noch Kaufladen in erreichbarer Nähe liegen, dass der öffentliche Nahverkehr meist suboptimal ist… Das alles wird sich ändern. Weil es sich ändern muss oder besser noch: weil wir es ändern. (Claus Leggewie, Demobilisierung - Warum nicht Konjunkturspritzen, sondern Konversionsprogramme auf der Tagesordnung stehen, 7.6.2009)
Mobilität wird in Zukunft teurer werden … So gedankenlos wie heute werden wir Autos nicht mehr nutzen können. Ohne Öl wird es wahrscheinlich nicht möglich sein, individuelle Mobilität zu erhalten, wie wir sie heute kennen. (Michael Schreckenberg, Verkehrsforscher/Universität Duisburg-Essen, zit. in: Nils-Viktor Sorge, Auto der Zukunft: Wer Elektro sagt, muss auch Maut sagen, manager magazin.de, 25.9.2009)
Rund 47 Milliarden Euro der vom Pkw-Verkehr verursachten Kosten sind zurzeit nicht durch die erbrachten Steuern und Abgaben gedeckt. Eine fahrleistungsabhängige Pkw-Maut für das gesamte Straßennetz könnte diese Lücke schließen und umweltfreundlichere Mobilität fördern. „Die streckenbezogene Maut ist die gerechteste Lösung, weil die Kosten dort bezahlt werden, wo sie entstehen“, sagte UBA-Präsident Flasbarth. (Umweltbundesamt, Neues Hintergrundpapier: Ist eine Pkw-Maut in Deutschland sinnvoll?, Umweltbundesamt.de, 15.4.2010)
IX:
Die Zukunft gehört nicht Tempo oder Luxus, sondern der besten Batterie. (Jürgen Pander, Revolution der Autotechnik - Angesteckt vom E-Fieber, Spiegel Online, 30.12.2009)
Das von den Herstellern von Elektroantrieben dringend benötigte Metall Neodym wird im Jahr 2030 ca. 3,8 mal mehr nachgefragt sein als es die Minenproduktion heute hergibt … Auch die Förderung von „seltenen Erden“ wie Neodym wird mit 97 Prozent der Weltproduktion von China dominiert, das bereits eine Exportbegrenzung verfügt hat. (Engpässe bei High-Tech-Metallen 2030?, Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung/IZT und Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung/ISI, Pressemitteilung, 3.4.2009)
Für die von der Bundesregierung geforderte eine Million Elektroautos müssten bis 2020 nur gut 80 dieser Anlagen aufgestellt werden … An den erneuerbaren Energien wird der Durchbruch des Elektroautos also nicht scheitern. (Matthias Willenbacher, Projektentwickler für Energie aus regenerativen Quellen, zit. in: Experte will alle Autos an Wind-Steckdosen hängen, Welt Online, 24.4.2009)
Schon jetzt dürfen in rund 500 chinesischen Städten keine fossil betriebenen Mopeds oder Motorräder mehr fahren. Einfahrt ist nur mit Elektroscootern oder Elektromotorrädern gestattet. (China: Freie Fahrt für Elektroautos, oekonews.at, 5.6.2009)
Die günstigen Preise und die Tatsache, dass sie als Fahrräder gelten, haben E-Scooter in der VR China sehr populär werden lassen. China ist das erste Land, in dem im Jahr 2006 erstmals mehr Elektrofahrzeuge als Benzinfahrzeuge verkauft wurden (19 Mio Elektrofahrzeuge, 13,4 Mio Benzinfahrzeuge). Der Elektroroller gehört mittlerweile zum gewöhnlichen Alltagsbild wie vor 20 Jahren das berühmte chinesische Fahrrad. (Elektroroller, Wikipedia)
Wir setzen unseren Anspruch fort, weltweit Marktführer bei Elektromobilität zu sein. (Dieter Zetsche, Daimler Vorstandschef, zit. in: Daimler und VW wollen Marktführer bei Elektroautos werden, Reuters Deutschland(de.reuters.com), 1.3.2010)
Ziel ist die Marktführerschaft in der E-Mobilität bis 2018. (Martin Winterkorn, VW-Vorstandschef, zit. in: Daimler und VW wollen Marktführer bei Elektroautos werden, Reuters Deutschland(de.reuters.com), 1.3.2010)
X:
Most of our citizens wake up in the morning and worry about the morning commute and getting the kids to school and paying the mortgage and thinking about a new car or vacation … and this is simply too narrow a scale of thinking to address the problems that we have. (Joseph Tainter, Professor & Author from The Collapse of Complex Societies)
In Amsterdam werden mehr Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt als mit dem Auto, sagt er, in Münster, Deutschlands Fahrradstadt Nummer eins, sind es erst 30 Prozent. Das reicht nicht! Für Geschäftsleute in London oder Paris sei es selbstverständlich, sich mit dem Fahrrad fortzubewegen. In Deutschland fehlen radelnde Leute im Anzug. Hier ist Fahrradfahren noch zu sehr freizeitverhaftet! (Ulrich Prediger, in: Mark Spörrle, Mit Strom zur Arbeit - Elektrofahrrad, Die Zeit, Nr.32, 30.7.2009)
Kopf an: Motor aus. Für null CO2 auf Kurzstecken … Klimahelden schlafen besser … Pech gehabt: Als Radfahrer könnten Sie mit mir flirten! (Kampagne-Slogans, Bundesumweltministerium, 2009)
Ich glaube an Fahrräder als positives Werkzeug für Umwelt, Gesellschaft und Selbsterfahrung. (Travis Brown, US-Meister im Cross-Country-Cycling)
XI:
Der Verkehr im ersten Jahrzehnt des 21.Jahrhundert ist immer noch zum überwältigenden Teil von fossiler Energie abhängig … Schon aus Gründen des Klimaschutzes und infolge der sich abzeichnenden Versorgungskrise mit fossilen Energieträgern, ist eine Reduzierung des Verkehrsaufkommens unvermeidlich … Aber losgelöst von allen anderen Sektoren, ohne Berücksichtigung der gesellschaftlichen Gesamtzusammenhänge, ohne Veränderung der Produktions- und Konsummuster kann man den Verkehr nicht reformieren. Von erneuerbaren Energieträgern wird heute sehr häufig gedacht, sie könnten an die Stelle der fossilen treten und alles andere bleibe gleich. Das Auto bekomme eine Brennstoffzelle oder einen Motor, der Bio-Diesel verbrennt, und ansonsten ändere sich nichts. Doch es ist zweifelhaft, ob der Übergang zu einem Regime basierend auf erneuerbaren Energien so einfach sein kann. Weniger global ausgreifende Raum- und langsamere Zeitmuster erfordern daran angepasste Produktionsmethoden und -technologien, veränderte Konsumgewohnheiten und urbane Siedlungsweisen und last but not least eine den veränderten Wachstumsbedingungen adäquate Verkehrsinfrastruktur. (Elmar Altvater, Verkehrtes Wachstum, in: O.Schöller/u.a.(Hg.), Handbuch Verkehrspolitik, S.787-802, 2007)
XII:
Ob man mit dem Auto am Tag 2 oder 200 km zurücklegt, betrifft nicht allein den Fahrer als »mündigen Bürger«. Im Zeichen der Nachhaltigkeit ist dies vielmehr eine klärungsbedürftige Gerechtigkeitsfrage. Und zwar ist es in den Grundzügen eine Frage für die Weltförderation… . (Felix Ekardt, Das Prinzip Nachhaltigkeit - Generationsgerechtigkeit und globale Gerechtigkeit, S.187, 2005)
Begrenzte (Erdöl-)Ressourcen bei weltweit stetig steigender Nachfrage und dem daraus resultierenden, kontinuierlichen Erdölpreisanstieg sind enorme Herausforderungen an die mobile Gesellschaft von morgen. In der EU sind heute noch über 70 Prozent des Gesamtverkehrs vom Erdöl abhängig, im Straßenverkehr sogar mehr als 95 Prozent. Für die Mobilität der Zukunft steht deshalb fest: Sie wird langfristig nur bezahlbar bleiben, wenn Energie effizienter genutzt und die Abhängigkeit vom Öl verringert wird. In diesem Sinne ist die Strategie „weg vom Öl“ ein wichtiges verkehrspolitisches Leitprinzip des BMVB. (Wolfgang Tiefensee, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, „Weg vom Öl“ heißt die Devise, in: forum Nachhaltig Wirtschaften, Postfossil mobil - Wie geht’s weiter ohne Öl?, S.14, 04/2009, )
Erdöl ist der wichtigste Energierohstoff und wird es auch in nächster Zukunft bleiben. Ausgehend vom gegenwärtigen Erschöpfungsgrad der Reserven wird konventionelles Erdöl allerdings in absehbarer Zeit nicht mehr im bisherigen Maße zur Verfügung stehen … Trotz der genannten Faktoren ist vorauszusehen, dass Erdöl in absehbarer Zukunft nicht mehr die zu erwartetende Nachfrage decken kann … Deshalb ist es angesichts der langen Zeiträume, die für eine Umstellung auf dem Energiesektor erforderlich sind, bereits heute notwendig, Alternativen für Erdöl zu etablieren. (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen - Kurzstudie 2009, Vorwort u. S.20, 1.12.2009)
Doch langfristig wird Mobilität nur dann für jeden bezahlbar bleiben, wenn es uns gelingt, unsere Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren. Unser heutiger Verbrauch an fossilen Brennstoffen, die immer knapper und damit teurer werden, ist nicht dauerhaft tragbar. Wir müssen neue Wege einschlagen – je früher, umso besser … Dabei wissen wir: Unsere Energiebilanz verbessern wir nur, wenn wir verstärkt auf Strom aus erneuerbaren Energien setzen … Jetzt und nicht irgendwann kommt es darauf an, ein neues technologisches Zeitalter einzuläuten. (Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin, Die Abhängigkeit vom Öl muss reduziert werden, Gastkolumne v. 18.12.2009, ADAC Motorwelt, S.20, 1/2010)
Der Befund ist doch eindeutig: Die Rohstoffe werden knapper, die Energie wird knapper, die Umweltschäden werden größer … Auch auf die Gefahr hin, mich jetzt mit vielen anzulegen: Wir sollten zum Beispiel darüber nachdenken, ob der Preis von Benzin nicht tendenziell höher als tendenziell niedriger sein sollte. Das Preissignal ist immer noch das stärkste Signal, damit Menschen ihr Verhalten ändern … Sozialer Ausgleich dafür ließe sich mit staatlichen Mitteln organisieren. Das ist kein Problem, vor dem wir zurückschrecken sollten … Es ist wie bei der Finanzkrise. Wir müssen den Kapitalismus vor sich selber schützen. Das gilt auch für die Automobilindustrie. Die Premium-Autos, in denen wir stark sind, verbrauchen immer noch zu viele Ressourcen. Auch das ist ein Thema, das uns auf dem falschen Fuß erwischt. Wir müssen aufpassen, dass wir keine falschen Strukturen zementieren … Wir müssen nicht nur entschlossen umweltfreundlichere Autos entwickeln. Wir müssen auch rechtzeitig über neue Mobilitätskonzepte nachdenken. Die Welt wartet darauf. (Horst Köhler, Bundespräsident, in: Rainer Pörtner/Frank Thewes, Köhler rechnet ab - „Wir müssen uns eigentlich vor unseren Kindern schämen“, Focus, Nr.12/10, S.18-26, 22.3.2010)
Passen wir uns heute nicht an die zunehmende Verknappung von Öl an, werden wir morgen umso stärker unter steigenden Preisen leiden. (Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes, zit. in: Roman Heflik, Streit um höhere Spritpreise - Umweltbundesamt gibt Köhler Recht, Stern.de, 22.3.2010)
Ganz unabhängig von solchen Spekulationsgeschäften werden fossile Brennstoffe, insbesondere Benzin, mittelfristig teurer. In einigen Jahren wird die Nachfrage nach Öl stärker ansteigen als die Ölförderung. Umso wichtiger ist es, eine ausreichende Versorgung der EU-Mitgliedsländer mit Energie, insbesondere mit erneuerbaren Energien und durch Effizienzsteigerung, sicherzustellen. Denn in Deutschland hat der Benzinpreis bereits jetzt eine Schmerzgrenze erreicht. (Günther Oettinger, CDU, EU-Kommissar für Energie, Beim Benzinpreis ist die Schmerzgrenze erreicht, Bild.de, 4.4.2010)
Die Ölpreise werden mit oder ohne Spekulation in den nächsten Jahren dramatisch steigen, weil Öl immer knapper wird. Die großen alten Felder sind weit schneller erschöpft und Neuentdeckungen von Ölfeldern werden immer seltener … Für die Verkehrs- und Energiepolitik gehört daher die Entkopplung des Verkehrs vom Öl ganz oben auf die Agenda, auch aus Klimaschutzgründen … Dazu sind alle sinnvollen Maßnahmen zu ergreifen, mit denen überflüssige Transporte eingespart, Verkehr auf umweltfreundliche Verkehrsträger verlagert und erneuerbare Energien als Antriebsenergie zum Einsatz gebracht werden. (Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Spekulation treibt Kraftstoffpreise hoch, Pressemitteilung/gruene-bundestag.de, 13.4.2010)
Während Paris und andere Metropolen die Windschutzscheibenperspektive zunehmend verlassen und smarte Mobilitätsdienstleistungen rund ums Fahrrad- und Autofahren anbieten, streiten wir uns hierzulande noch immer um Tempolimits und Umweltzonen statt heute die Nutzerprofile einer postfossilen Gesellschaft von morgen zu entwickeln. (Renate Künast, Forschst du noch, oder fährst du schon?, Welt Online, 3.5.2010)
Businesses which prepare for and take advantage of the new energy reality will prosper - failure to do so could be catastrophic … Market dynamics and environmental factors mean business can no longer rely on low cost traditional energy sources … We are heading towards a global oil supply crunch and price spike … To manage increasing energy costs and carbon exposure businesses must reduce fossil fuel consumption … Business must address energy-related risks to supply chains and the increasing vulnerability of ‚just-in-time‘ models … Investment in renewable energy and ‚intelligent‘ infrastructure is booming. This revolution presents huge opportunities for new business partnerships. (Antony Froggatt/Glada Lahn, Sustainable Energy Security: Strategic Risks and Opportunities for Business, Chatham House-Lloyd’s 360° Risk Insight White Paper, June 2010)
Postfossile Mobilität kann schnell attraktiv werden, wenn Peak Oil nicht länger verdrängt wird. (Martin Held/Michael Müller, Langsam fahren - Was nach dem Öl kommt, Die Zeit, Nr.32, 5.8.2010)
Jedes Fass Öl, das in den nächsten Jahren auf den Markt kommt, wird sehr viel schwieriger zu fördern und sehr viel teurer sein. Die Zeiten des billigen Öls sind vorbei. Alle müssen sich darauf vorbereiten: Regierungen, Industrieunternehmen, und sogar die Verbraucher sollten sich gut überlegen, was für ein Auto sie sich kaufen. Wir müssen uns alle darauf vorbereiten, dass die Ölpreise in Zukunft viel höher sein werden als in der Vergangenheit … Heute stammen 95 Prozent des Nachfragewachstums aus dem Transportsektor - Autos, Lkw und Flugzeuge. Hier müssen wir Alternativen zum Öl finden … Eines Tages in den kommenden Jahren werden wir nicht genügend Öl haben, um die Nachfrage zu decken. Deshalb müssen wir uns heute an die Arbeit machen, weil unser Verkehrssektor davon abhängt. Wir müssen das Öl verlassen, bevor es uns verlässt. (Fatih Birol, Chefökonom der Internationalen Energie-Agentur IEA, in: Hans Koberstein, Die Zeiten des billigen Öls sind vorbei, ZDF/Frontal 21, 10.8.2010, )
XIII:
Das mittlere Denken, das Denken in bekannten, leicht erlernbaren Formen, mit modemäßig wechselnden, leicht erlernbaren Begriffen, rast im Gehirn des Volkes und erstickt alles tiefe Denken. Der Reisende im Eisenbahnabteil verzehrt sein Butterbrot und widerlegt im Kauen alle Weisheit von Hammurabi bis Hegel. (Walther Rathenau, 1867-1922, deutscher Industrieller und Politiker, Kritik der dreifachen Revolution)
Wir sind zu weit gereist und können nicht mehr innehalten: Sinnlos nähern wir uns der Ewigkeit, ohne Möglichkeit des Verweilens oder Hoffnung auf eine Erklärung. (Tom Stoppard, Rosenkranz und Güldenstern, 3.Akt, 1967)
Die wahre Entdeckungsreise besteht nicht darin, dass man nach neuen Landschaften sucht. Sondern dass man mit neuen Augen sieht. (Marcel Proust)
Wenn ein Wahnsinniger mit dem Auto durch die Straßen rast, kann ich mich als Christ nicht damit zufrieden geben, die Überfahrenen zu beerdigen und die Hinterbliebenen zu trösten, sondern ich muß dazwischen springen und ihn stoppen. (Dietrich Bonhoeffer, dt. Theologe u. Widerstandskämpfer)
Die Menschen haben gelernt wie Vögel zu fliegen und wie Fische zu schwimmen, aber sie haben nie die einfache Kunst der Brüderlichkeit gelernt. (Martin Luther King)
Ein alter und erfahrener Lotse verliert sein Schiff durch zu große Selbstsicherheit. Ein junger Lotse verliert es aus Unkenntnis und Mangel an Erfahrung. (Daniel Defoe, 1660-1731)
Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit. (Martin Luther King)
Wenn du schnell gehen willst, geh alleine, wenn du weit gehen willst, geh zusammen. (Afrikanische Volksweisheit)
Im Strom der Ankommenden bildeten sich Inseln des Wiedersehens. (Erich Kästner, Das doppelte Lottchen; )
Das Mysterium findet im Hauptbahnhof statt. (Joseph Beuys)