Inhaltsverzeichnis

Peak Rohstoffe

Intro:


Zitate:

I:

Rohstoffe sind geostrategische Instrumente in einem Umfeld, in dem sich die Spielregeln ändern. (Prof. Armin Reller, Universität Augsburg, zit. in: Harter Kampf um den Zugang zu Erdöl, Süddeutsche Zeitung, S.17, 25.9.2006)


Rohstoffe fangen erst allmählich an, ein Thema in der deutschen Politik zu werden, andere Länder wie etwa Japan sind da weiter. (Prof. Reinhard Loske, zit. in: Harter Kampf um den Zugang zu Erdöl, Süddeutsche Zeitung, S.17, 25.9.2006)


Der freie Handel mit Rohstoffen, der nach den marktwirtschaftlichen Grundregeln von Angebot und Nachfrage über die Finanzmärkte abgewickelt wird, wird dadurch an Bedeutung verlieren, erwarten die Experten. „Die entscheidende Frage für die nationalen Ökonomien wird es sein, wie sie ihre Versorgung in Zukunft sicherstellen können“, sagte de Jong. (Jacques de Jong, Energie-Berater der niederländischen Regierung, zit. in: Harter Kampf um den Zugang zu Erdöl, Süddeutsche Zeitung, S.17, 25.9.2006)


Wir Menschen verbrauchen die natürlichen Ressourcen mit einer Geschwindigkeit, dass wir geradewegs auf einen Kollaps zusteuern. (Mojib Latif, Nur die Sonne kann unsere Zukunft retten, Spiegel Online, 4.7.2009)


Der Ressourcenhunger der Industriemoderne kennt in der Geschichte keine Parallele … Der Gedanke daran, dass die Menschheit derzeit einen Rohstoffvorrat verbrennt, der sich über Jahrmillionen hinweg in der Erdkruste gebildet hatte, besitzt etwas zutiefst Verstörendes … Wenn es um Rohstoffe ging, erwies sich der Homo oeconomicus immer wieder als ziemlich gewissenloses Wesen. (Frank Uekötter, Wissenschaftshistoriker, Deutsches Museum/München, zit. in: Gerd Pfitzenmaier, Metalle werden knapp, Focus.de, 21.8.2009)


Wir steuern auf eine Rohstofflücke zu. (Ulrich Grillo, Chef des BDI-Ausschusses Rohstoffpolitik, zit. in: BDI warnt vor Engpässen bei Rohstoffen, Reuters Deutschland, 25.8.2009)


…Grillo: „Wir steuern auf eine Rohstofflücke zu.“ Der BDI-Mann meint damit nicht nur Probleme mit dem Nachschub an Seltenen Erden. Er fürchtet insgesamt um die Versorgung mit wichtigen Industriemetallen… . (Alexander Jung/Wieland Wagner, Die Rohstofflücke, Spiegel, Nr.45, 2.11.2009)


Die Probleme, die Betrieben durch eine mangelnde Rohstoffversorgung entstehen können, werden unterschätzt. (Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, zit. in: Zugang zu Metallen und Mineralien muss politisch gleiche Aufmerksamkeit erhalten wie Versorgung mit Öl und Gas, vbw-bayern.de, 5.2.2010)


Der Zugang zu industrierelevanten Nicht-Energierohstoffen – insbesondere Metallen – muss politisch die gleiche Aufmerksamkeit erhalten wie die Versorgung mit Öl und Gas. Bundesregierung und Europäische Kommission müssen den geo- und handelspolitischen Risiken der Rohstoffsicherheit entschlossen begegnen. Dafür benötigen Deutschland und Europa eine ganzheitliche Strategie, die Außen-, Handels- und Entwicklungspolitik wirksam verbindet. (Ulrich Grillo, Vorsitzender des Vorstands der Grillo-Werke AG/Vorsitzender des BDI-Ausschusses Rohstoffpolitik/Präsident der WirtschaftsVereinigung Metalle, zit. in: Zugang zu Metallen und Mineralien muss politisch gleiche Aufmerksamkeit erhalten wie Versorgung mit Öl und Gas, vbw-bayern.de, 5.2.2010)


II:

High-technology and environmental applications of the rare earth elements (REE) have grown dramatically in diversity and importance over the past four decades. As many of these applications are highly specific, in that substitutes for the REE are inferior or unknown, the REE have acquired a level of technological significance much greater than expected from their relative obscurity. Although actually more abundant than many familiar industrial metals, the REE have much less tendency to become concentrated in exploitable ore deposits. Consequently, most of the world’s supply comes from only a few sources. The United States once was largely self-sufficient in REE, but in the past decade has become dependent upon imports from China. (U.S. Geological Survey, Rare Earth Elements — Critical Resources for High Technology, Fact Sheet 087, 20.11.2002)


In der Studie wurden knapp 100 Zukunftstechnologien hinsichtlich Stand der Technik, Marktreife, Rohstoffbedarf und Recyclingpotenzial bewertet. Weiterhin wurde 32 Einzeltechnologien, die als rohstoffsensibel eingestuft werden, vertieft analysiert … Ebenso wurden 22 Metalle bzw. Metallgruppen identifiziert und als so genannte vulnerable Rohstoffe eingestuft … In den kommenden Monaten wird nunmehr die Frage von versorgungskritischen Rohstoffen für die Mitgliedsstaaten der Gemeinschaft intensiv diskutiert werden. (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Pressemitteilung: Langfristige Nachfragesteigerung nach High-Tech-Rohstoffen erwartet, 12.3.2009)


Eine Reihe von Zukunftstechnologien ist auf bestimmte seltene Metalle so stark angewiesen, dass ihr massenhafter Ausbau durch Rohstoffengpässe bedroht ist. (Lorenz Erdmann, IZT-Experte für seltene Metalle, zit. in: Rohstoffmangel schürt internationale Konflikte, pressetext.com, 16.4.2009)


Ob Titan, Kobalt, Kupfer, Indium oder Germanium: Bestimmte Metalle sind in der Industrie nicht zu ersetzen. Sie drohen knapp und teuer zu werden, weil der Bedarf wächst. Neben den etablierten Abnehmern aus der Autoindustrie oder dem Maschinenbau werden in Zukunft vor allem Hersteller von Solaranlagen, Elektroautos oder Halbleiterproduzenten auf die Stoffe zugreifen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Institut für Zukunftsstudien und Technolgiebewertung (IZT) gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft erstellt hat … „Wir müssen uns auf Engpässe einrichten“, sagt Lorenz Erdmann, der die IZT-Studie im Auftrag der Bundesregierung erstellt hat. (Harter Kampf um Titan, Handelsblatt, 8.5.2009)


Und schlussendlich gilt: Nachwachsende Metalle gibt es nicht. Alle Erze haben endliche Reserven, auch wenn technischer Fortschritt, neu entdeckte Vorkommen sowie vermehrte Recycling-Bemühungen dieses Ende hinausschieben können … Die Schließung von Stoffkreisläufen, schreiben Erdmann und seine Kollegen folgerichtig, ist eine Herausforderung der Zukunft, deren Bedeutung dem Klimaschutz entspricht. (Uta Bilow, Hightech-Metalle leichtsinnig zerstäubt, FAZ, 13.5.2009)


Noch nie haben wir so viele Metalle verbraucht wie seit Einführung der Halbleitertechnologie. (Armin Reller, Lehrstuhl für Festkörperphysik/Universität Augsburg, zit. in: Gerd Pfitzenmaier, Metalle werden knapp, Focus.de, 21.8.2009)


Die Welt hat über 20 Jahre lang nach einer Alternative zu Dauermagneten aus seltenen Erden gesucht, und sie hat bis jetzt keine gefunden. (Mark Smith, Geschäftsführer von Molycorp Minerals, zit. in: Rohstoffmangel bedroht Hybridautos, Financial Times Deutschland, S.3, 1.9.2009)


Die bayerische Wirtschaft ist in besonderem Maße auf die funktionierende Versorgung mit Metallen und Mineralien angewiesen. Die Importquote für Metallrohstoffe liegt bei 100 Prozent. Ein Engpass bei der Versorgung mit diesen Rohstoffen kann ganze Wertschöpfungsketten lahmlegen. Produzierende Betriebe und Anbieter nachgelagerter Dienstleistungen würden in ihrer Wettbewerbsfähigkeit stark beeinträchtigt, wenn nicht gar in ihrer Existenz bedroht. (Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, zit. in: vbw-Gutachten: Risiken in der Rohstoffversorgung bedrohen Wettbewerbsfähigkeit bayerischer Unternehmen / Brossardt: „Politik muss zügig handeln“, vbw-bayern.de, 22.9.2009)


Zu einigen Stoffen wie Indium gibt es keine Alternative. Da droht ein echter Engpass. (Axel Hoppe, international renommierter Kenner des Metallmarkts, zit. in: Hans Sedlmaier, Seltene Metalle - Rare Rohstoffe, Focus-Money, Nr.41/2009, Focus.de, 30.9.2009)


Die westlichen Industrienationen sind fast vollständig vom Import seltener Metalle und Seltener Erden abhängig. (Axel Hoppe, international renommierter Kenner des Metallmarkts, zit. in: Hans Sedlmaier, Seltene Metalle - Rare Rohstoffe, Focus-Money, Nr.41/2009, Focus.de, 30.9.2009)


„Deutschland hat die strategische Bedeutung dieser Ressourcen nicht rechtzeitig erkannt“, meint der Zuger Fondsmanager und Rohstoffexperte Christoph Eibl. Und dafür sei das Land zum Teil selbst verantwortlich. Leichtfertig haben sich die Deutschen darauf verlassen, dass Rohstoffe ständig verfügbar sind, reichlich und billig. (Alexander Jung/Wieland Wagner, Die Rohstofflücke, Spiegel, Nr.45, 2.11.2009)


Mit der Einstellung »Wir haben die Moral, die Chinesen die Rohstoffe« kommen wir nicht weiter. (Ulrich Grillo, Vorsitzender des Vorstandes der Grillo-Werke/Mitglied des BDI-Präsidiums/Vorsitzender des BDI-Ausschusses Rohstoffpolitik, zit. in: Nachlese: „Risiko Rohstoffversorgung - Strategien und Handlungsoptionen“, vbw-bayern.de, 11.2.2010)


III:

Im Konflikt in der Demokratischen Republik Kongo geht es hauptsächlich um den Zugang zu, die Kontrolle von und den Handel mit fünf mineralischen Schlüsselressourcen: Coltan, Diamanten, Kupfer, Kobalt und Gold. (UN Security Council, Report of the Panel of Experts on the Illegal Exploitation of Natural Resources and Other Forms of Wealth of the Democratic Republic of the Congo, UN Doc. S/2001/357, 12.4.2001)


Nur im Osten des Kongo sterben täglich ebenso viele Menschen gewaltsam, wie am 11.September in New York. Jeden Tag, das ganze Jahr, findet ein 11.September statt. Wenn nicht total ignoriert, werden die Konflikte oft als Stammeskriege qualifiziert, wie etwa in Ruanda, Burundi oder Sudan. Der wahre Hintergrund ist aber meistens der Einfluss von internationalen Interessen um Rohstoffe. (Hubert Sauper, darwinsnightmare.com)


DARWIN’S NIGHTMARE könnte ich in Sierra Leone erzählen, nur wäre der Fisch ein Diamant, in Honduras eine Banane, und in Angola, Nigeria oder Irak, schwarzes Öl. (Hubert Sauper, darwinsnightmare.com)


IV:

Die USA verbrauchen heute 40 Prozent aller Ressourcen der Welt. Das hat keine Zukunft - das geht einfach nicht. Das wissen auch die Amerikaner. Es beginnt gerade jetzt die Zeit einer neuen weltweiten Verantwortlichkeit. (Michail Gorbatschow, in: „Eine Charta für die Erde“ - Franz Alt im Gespräch mit dem Präsidenten des Grünen Kreuzes, Eco-World.de, 17.2.2000)


Weltbeherrschung steht für das, was wir hier Verfügung über die Umwelt genannt haben. Sie stellt Wissenschaft und Technik in den Dienst von Interessen und realisiert sich in Handeln, das in historisch unvergleichbarer Weise natürliche und menschliche Ressourcen in seinen Dienst zwingt. (Niklas Luhmann, Ideenevolution, S.211, 2008)


Die Bürger der Vereinigten Staaten warfen in nur zehn Jahren so viel Aluminiumdosen weg, dass man damit die gesamte zivile Luftflotte der Welt 25-mal nachbauen könnte. (Al Gore, Wir haben die Wahl, S.251, 2009)


To those nations like ours that enjoy relative plenty, we say we can no longer afford indifference to the suffering outside our borders; nor can we consume the world’s resources without regard to effect. (Barack Obama, US-President)


We’ve poisoned the air, the water, and the land. In our passion to control nature, things have gone out of control. Progress from now on has to mean something different. We’re running out of resources and we are running out of time. (Robert Redford)


5 Prozent der Weltbevölkerung sind für 32 Prozent des weltweiten Konsums verantwortlich. Das geht aus dem Bericht „Zur Lage der Welt 2010“ hervor, den das renommierte Washingtoner Worldwatch-Institut erarbeitet hat. (Nick Reimer, Studie über Welt-Ressourcen: Konsum jenseits der Kapazitäten, taz.de, 18.3.2010)


Bis ins 19. Jahrhundert blieb die Verwendung von Papier jedoch überwiegend auf Bücher und auf Schreibmaterial beschränkt. Der Verbrauch pro Kopf lag um 1800 in Deutschland bei etwa 0,5 Kilogramm … 1974 betrug der weltweite Papierverbrauch 8,7 Millionen Tonnen, 2007 alleine in Deutschland mehr als 21 Millionen Tonnen. Ein deutsches Kind verbraucht in seinem ersten Lebensjahr bereits so viel Papier wie manch ein Bewohner der Dritten Welt sein ganzes Leben lang nicht. Dieser Vergleich lässt erahnen, wie stark die weltweite Papierproduktion noch ansteigen wird, wenn es Schwellen- und Entwicklungsländer erst gelingt, wirtschaftlich zu uns aufzuschließen … Trotz umfangreicher Altpapiersammlung ist es nicht möglich, unsere Papierproduktion alleine durch Recycling zu bestreiten. Da die Fasern beim Recyceln immer kürzer werden, muss vor allem bei hochwertigen Papieren, zum Beispiel für Hochglanz-Zeitschriften und grafische Papiere, rund 80 bis 85 Prozent Zellstoff zugegeben werden. Für die Herstellung von einer Tonne Zellstoff werden aber bis zu 2,5 Tonnen Holz benötigt … Ökologisch notwendig wäre eine Senkung des Papierverbrauchs. (Vladimir Rydl, Papier, in: planet-wissen.de, Holz - Von Brett, Baum und Borke, 03.05.2010)


Im Wald wird derzeit ein großes Rohstoffpotential gesehen. Die Bundeswaldagentur hat errechnet, dass man den Holzeinschlag für einige Jahre um 20 Prozent steigern könnte. Dabei wird aber vergessen, dass es sich um Einmalpotentiale handelt. Wenn man Parzellen einmal durchforstet und danach normal bewirtschaftet, sinkt das Holz-Niveau wieder. Das ist keine Rohstoffbasis für die Kraftwerke. Auf dieser Basis kann man keine Kapazitäten aufbauen. (Peter Wohlleben, in: Jens Lubbadeh, Folgen des Pellet-Booms: „Der Waldboden blutet aus“, Spiegel Online, 31.1.2009)


Die 63.000 Flüge, die während des viertätigen Flugverbots in vielen europäischen Ländern abgesagt werden mussten, hätten nämlich, so die britische Aviation Environment Federation gegenüber der Times, 1,3 Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart. Das sei mehr als die jährlichen Emissionen von 50 Entwicklungsländern… . (Florian Rötzer, Chaos im Luftverkehr als Chance zum Umdenken?, Telepolis/heise.de, 19.4.2010)


Wenn man Ihnen eine Tonne alte Handys oder eine Tonne Gold-Erz anbietet, nehmen Sie die Handys. In Ihnen steckt 30 bis 50 mal mehr Gold, als in dem Erz. (Professor Armin Reller, Experte für Seltene Erden-Metalle im Fachbereich Physik der Universität Augsburg, zit. in: Helge Denker, China drosselt Export von Spezialrohstoffen - Rohstoff für Handys und Hybridautos wird knapp, Bild.de, 13.7.2010)


V:

Gewinne nicht die Welt und verliere deine Seele; Weisheit ist besser als Silber und Gold. (Bob Marley, Zion Train)


Konsumprodukte erlöschen durch ihre Verwendung. Sie sind da, um nicht mehr da zu sein. (Günther Anders)


Die vulgären Konsumexzesse sind passé. (Emanuel Ungaro)


Holz ist nur ein einsilbiges Wort, aber dahinter steckt eine Welt voller Schönheit und Wunder. (Theodor Heuss, 1884-1963)


Die Holzfirmen stehlen das Holz unter dem Vorwand, dass vor einer Pflanzung die anderen Bäume gefällt werden müssen. Tatsächlich wollen sie nur das Holz. Sie machen alles platt ohne die Absicht, etwas zu pflanzen. (Willie Smits, Forstwissenschaftler, Gründer von Borneo Orangutan Survival Foundation (BOS))


Ein gefällter Baum wirft keinen Schatten. (Chinesische Weisheit)


Mit den ersten Bäumen, die gefällt werden, beginnt die Kultur. Mit den letzten Bäumen, die gefällt werden, endet sie. (unbek. VerfasserIn)


Wir Spanier kennen ein Herzleid, das nur mit Gold sich heilen lässt. (Hernán Cortés, Eroberer Mexikos)


Whoever says Industrial Revolution says cotton. (Eric Hobsbawm, British historian)


The secret of great wealth with no obvious source is some forgotten crime, forgotten because it was done neatly. (Honoré de Balzac, 1799-1850


VI:

Der Nahe Osten besitzt Erdöl, China besitzt Seltene Erden. (Deng Xiaoping, 1904-1997, chines. Staatslenker der Reformära, 1992, zit. in: Die Rohstofflücke, Spiegel, Nr.45, 2.11.2009)


Wir müssen die Gewinnung und die Verwendung Seltener Erden verbessern und so aus dem Ressourcenvorteil wirtschaftliche Überlegenheit werden lassen. (Jiang Zemin, geb.1926, Staatspräsident der Volksrepublik China 1993-2003, zit. in: Petra Hannen, Der China-Faktor - Hightechmetalle, VDI nachrichten.com, 23.4.2010)


VII:

Es ist absolut zwingend, dass wir im Norden uns auf geringere Verbräuche einstellen. Die jetzige Form von Wohlstand, den wir für erreicht, für die Ausgangslinie künftiger goldener Zeiten halten, ist nicht durchhaltbar. (Ernst Ulrich von Weizsäcker, Erdpolitik, 1989)


Wenn wir weiterhin die Ressourcen der Welt verbrauchen, bis nichts mehr zum Verbrauchen übrig ist, dann wird todsicher der Tag kommen, an dem unsere Kinder oder deren Kinder auf uns zurückblicken werden - auf Sie und mich - und sich die Frage stellen werden: »Mein Gott, was für Monster waren eigentlich diese Leute?« (Daniel Quinn, 2000)


Zwar ist durch die Steigerung der Effizienz der Ressourcenverbrauch pro produzierter Güter- und Dienstleistungseinheit fast durchweg gesunken, der damit verbundene Einspareffekt ist jedoch durch die Zunahme der Produktion und der Nutzung dieser Waren und Dienstleistungen häufig aufgehoben worden. (Umweltbundesamt, Nachhaltige Entwicklung in Deutschland, 2002)


Länder wie Deutschland müssen auch Entfaltungsmöglichkeiten für die weniger entwickelten Länder schaffen. Das geht nur, wenn wir uns von unserem überbordenden Ressourcenverbrauch verabschieden. (Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes, anlässlich der Vorstellung der Studie Nachhaltige Entwicklung in Deutschland, 2002)


Wälder stabilisieren nicht nur das Weltklima, sondern auch das Mikroklima vor Ort, sie bieten Schutz und Lebensraum für viele Arten, und sie verhindern die Verkarstung der Böden. Um wie viel lebenswerter wären Italien und Kroatien, wenn es dort noch die Wälder aus der Römerzeit gäbe. (Hans-Werner Sinn, Das grüne Paradoxon, S.435, 2008)


Ich habe fast mein ganzes Berufsleben versucht, die Menschen mit Analysen zu Änderungen ihres Verhaltens zu bewegen … Der Ressourcenverbrauch liegt heute um 35 Prozent über dem, was die Erde verkraftet. (Dennis Meadows, zit. in: S. Boehringer, Der Systemkritiker, Süddeutsche Zeitung, S.16, 29.6.2009)


Wir müssen so produzieren, konsumieren und wiederverwerten, dass auch kommende Generationen ein ausreichendes Angebot an Rohstoffen vorfinden. (Professor Hans-Joachim Kümpel, Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), zit. in: Tagungsreihe Energie und Rohstoffe soll „Leuchtturm“ werden, JuraForum.de, 11.9.2009)


Zurecht darf von einem Generationenvertrag zur Rohstoffsicherung gesprochen werden. (Professor Leopold Weber, österreichisches Wirtschaftsministerium, zit. in: Tagungsreihe Energie und Rohstoffe soll „Leuchtturm“ werden, JuraForum.de, 11.9.2009)


Wir haben zukünftig weniger Ressourcen, also müssen wir die vorhandenen besser nutzen. (Frank Thomsen, Zukunftsforscher von future matters, in: Energiemarkt von morgen: Intelligente Netze statt Kernkraft und Öl, Computerwoche.de, 28.9.2009)


Man muss frühzeitig prüfen, welche Technologie man anpackt. Beruht sie auf seltenen Rohstoffen, muss man sich um eine sichere Versorgung kümmern oder nach Ersatz suchen. (Armin Reller, Lehrstuhl für Ressourcenstrategie/Universität Augsburg, zit. in: Hans Sedlmaier, Seltene Metalle - Rare Rohstoffe, Focus-Money, Nr.41/2009, Focus.de, 30.9.2009)


Es geht darum, dass wir jetzt eine industriegeschichtliche Entwicklung hinter uns haben, wo sozusagen die stoffliche Seite der Erde und des Lebens verschwenderisch und ignorant behandelt wurde. (Michael Müller, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Kabinett Merkel I, zit. in: Zhang Danhong, Nachhaltigkeit statt Wachstum, Deutsche Welle/dw-world.de, 3.8.2010)


VIII:

Wir haben aber ohnehin nie geglaubt, dass Preise gute Indikatoren für die Verfügbarkeit von Rohstoffen sind. Preise werden politisch gemacht. Regierungen verzerren sie durch Subventionen oder Steuern; die physische Verfügbarkeit eines Rohstoffes ändern sie damit nicht. Benzin zum Beispiel ist in den Vereinigten Staaten viel billiger als in Europa. Wollen Sie daraus etwa die Schlussfolgerung ziehen, Benzin sei in den USA reichlicher vorhanden als in Europa? Natürlich nicht. Starren Sie also nicht so sehr auf die Preise. Tatsächlich sind Rohstoffe in den vergangenen 30 Jahren knapper geworden. Wir brauchen heute mehr Energie und Kapital, um sie zu entdecken, auszugraben und zu verarbeiten. (Dennis L. Meadows, in: Fritz Vorholz, „Wir haben 30 Jahre verloren“ - Interview, Die Zeit, Nr.2, 31.12.2003)


IX:

Der Rohstoffbedarf ist langfristig gedeckt. Dies ist eines der wichtigsten Ergebnisse des Forschungsvorhabens „Trends der Angebots- und Nachfragesituation bei mineralischen Rohstoffen“, das im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) unter Mitwirkung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (FhG-ISI) und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) erarbeitet wurde. Gemäß der Studie reicht die Ausstattung der Erdkruste mit mineralischen Rohstoffen bei weitem aus, um den Rohstoffbedarf auch langfristig zu decken … Der technologische Fortschritt ist ein entscheidender Grund dafür, dass die Reserven vieler Rohstoffe im Laufe der Zeit tendenziell zunahmen. Preisanstiege erwiesen sich nur selten als dauerhaft. Im Gegenteil: In den vergangenen hundert Jahren sind die realen Preise der meisten Rohstoffe gesunken. (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, BMWi-Studie: Rohstoffbedarf langfristig gedeckt, Pressemitteilung, 2.3.2007)


Das hätten diese bösen Chinesen unseren westlichen Rohstoffexperten bei der BGR, EU, USGS und den entsprechenden Unis auch mal alles vorher erklären können: → dass man 3 bis 10 Jahre Vorlauf für neue Abbauprojekte benötigt, → dass man viele gute Rohstoffe für Zukunftstechnologien benötigt, → dass man seine Importe eigentlich grundsätzlich diversifizieren sollte, → dass Deng Xiaoping schon 1992 mahnende Worte zu der kommenden Bedeutung von Seltenen Erden öffentlich aussprach und → dass die westlich-neoliberale Rohstoffwissenschafts-Auffassung auch nur eine Sichtweise der Wirklichkeit ist. (Andreas Röhrbein, EG, 8.2010)


X:

Kämpfen Sie gegen tausende Mitspieler im Kampf um Rohstoffe! Steigern Sie ihren Einfluss auf die Weltpolitik durch das Ausrufen von Bündnissen und Kriegserklärungen. Bilden Sie Allianzen, in denen Sie sich mit ihren Freunden vereinigen um gegen eure Feinde zu kämpfen! Treiben Sie Handel mit ihren Verbündeten und spionieren Sie Gegner aus. (Desert Operations.com, Computer-Kriegstrainingsspiel, deutsche Startseite, 2010, )


XI:

Öl ist derzeit der wichtigste Rohstoff unserer Zivilisation. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 95 Prozent aller weltweit industriell produzierten Güter ihre Herstellung direkt oder indirekt dem Erdöl verdanken … Der Stoff, der unser Leben bestimmt, könnte noch zu unseren Lebzeiten für immer versiegen. Erst langsam beginnen die Menschen zu verstehen, was dies für die Zukunft bedeutet. (Richard Smith, Requiem für einen Rohstoff, AUS/GB, 2007, )


Wir müssen den größten Rückzug in der Menschheitsgeschichte antreten: Wir werden weniger verbrauchen müssen. Wenn wir das nicht tun, könnte es in einen brutalen Ressourcen-Krieg ausarten. (Matthew R. Simmons, Der größte Rückzug der Menschheit, Interview in: Pictures of the Future - Zukunft der Rohstoffe, Siemens AG, Herbst 2008)


Ich denke nicht, dass die Bürger Europas, Japans, Australiens oder der USA ein Recht darauf haben, solche Menge an Ressourcen zu verwenden, wie das eben heute der Fall ist. Das ist nämlich schlicht und einfach kriminell: Die Industrienationen zerstören die Lebensfähigkeit unserer Kinder auf diesem Planeten. (Ashok Khosla, Präsident des ‚Club of Rome‘ und Gründer von ‚Development Alternatives‘, zit. in: Thomas Seifert, Khosla: „Indien kämpft im Moment den Pro-Kopf-Krieg“, DiePresse.com, 31.1.2010)


Wenn wir den Zusammenbruch der Zivilisation verhindern wollen, brauchen wir nichts Geringeres als eine Umwälzung der herrschenden kulturellen Muster. (Erik Assadourian, Co-Direktor des Worldwatch-Instituts, zit. in: Nick Reimer, Studie über Welt-Ressourcen: Konsum jenseits der Kapazitäten, taz.de, 18.3.2010)


Wir müssen jetzt den Paradigmenwechsel hin zu einer Wirtschaftsweise einleiten, die unser Planet verkraftet und die letztlich auch mehr Sinn stiftet. Der Befund ist doch eindeutig: Die Rohstoffe werden knapper, die Energie wird knapper, die Umweltschäden werden größer … Es ist wie bei der Finanzkrise. Wir müssen den Kapitalismus vor sich selber schützen. Das gilt auch für die Automobilindustrie. Die Premium-Autos, in denen wir stark sind, verbrauchen immer noch zu viele Ressourcen. Auch das ist ein Thema, das uns auf dem falschen Fuß erwischt. Wir müssen aufpassen, dass wir keine falschen Strukturen zementieren. (Horst Köhler, Bundespräsident, in: Rainer Pörtner/Frank Thewes, Köhler rechnet ab - „Wir müssen uns eigentlich vor unseren Kindern schämen“, Focus, Nr.12/10, S.18-26, 22.3.2010)


XII:

Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt. (Afrikanisches Sprichwort)


peak-rohstoffe/zitate/start.txt · Zuletzt geändert: 2010/08/26 19:39 von admin